Konkurrenz fürs iPhone
Von Mathias Born. Aktualisiert am 13.07.2010 14 Kommentare
Lange Zeit war der Fall klar: Wer ein Smartphone kaufen wollte, kam ums iPhone nicht herum. Nun aber bieten diverse Hersteller Apple mit neuen Geräten die Stirn. Zu iPhone-Konkurrenten scheinen vorab Geräte zu werden, die unter dem weitgehend von Google entwickelten, quelloffenen Betriebssystem Android laufen. Doch ist Android schon eine Alternative zum Betriebssystem iOS von Apple?
Machen wir den Test aufs Exempel. Am Start stehen das iPhone und ein Android-Smartphone von Samsung. Da das iPhone 4 noch nicht lieferbar ist und zudem noch über ein Hardwareproblem diskutiert wird, wird das Betriebssystem iOS auf dem Vorgängermodell iPhone 3GS getestet. Anders auf der Seite der Androiden: Dort kommt mit Samsungs Galaxy S das neuste Androidgerät zum Einsatz – aber mit der zweitneusten Version des Betriebssystems. Samsung will eine Aktualisierung nachliefern.
Schön oder günstig?
Das Galaxy S ist zweifellos eines der schönsten Androidgeräte. Das Design erinnert stark an jenes des iPhone, erreicht den hoch gesetzten Standard aber nicht ganz. Dafür ist das Samsung-Gerät günstiger: Während das iPhone 3GS in Onlineshops ab 860 Franken zu haben ist – das neue iPhone 4 schlägt sogar mit 1250 Franken zu Buche –, kostet das Galaxy S 590 Franken.
Aufgeräumt oder flexibel?
Ein wichtiger Unterschied zeigt sich gleich nach dem Einschalten: Die Benutzeroberfläche des iOS präsentiert sich simpel und aufgeräumt. Jene des Androidsystems erinnert an einen Computerdesktop: Sie wirkt etwas chaotischer, lässt sich dafür aber stark an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Allerdings kann Android auch anders aussehen: Viele Hersteller stülpen dem System ihre eigenen Oberflächen über. Während das iPhone im Test stabil lief, stürzte das brandneue Samsung einzelne Male ab.
Telefonieren und SMS verschicken: Das funktioniert mit beiden Geräten ähnlich komfortabel. Doch wie steht es bei weiter gehenden Aufgaben? Drei alltägliche Aufgaben im Vergleich.
Aufgabe 1: Fotos schiessen und online stellen
Fotografieren ist mit beiden Smartphones ähnlich einfach. Das Samsung-Gerät verfügt über eine Kamera mit einer Auflösung von fünf Megapixeln, jene im iPhone bietet bloss drei Millionen Bildpunkte. Wie aber stellt man die Bilder am einfachsten ins Onlinefotoalbum? Bei Samsungs Androidgerät ist diese Aufgabe spielend leicht zu lösen – wenn Googles Fotoalbum genutzt wird: ein Druck auf «Freigeben», «Picasa» auswählen – schon wird das Bild übermittelt. Kurz darauf liegt es im Onlinealbum bereit. Auf einer Karte wird gleich eingeblendet, wo das Foto geschossen worden ist. Auch beim iPhone funktioniert die Geocodierung. Allerdings kann das Bild standardmässig bloss per E-Mail verschickt werden. Doch dieses Manko lässt sich mit einer Zusatzapplikation leicht beheben.
Aufgabe 2: Neue Programme installieren
Die App-Stores sind bei beiden Systemen ähnlich einfach zu bedienen. Zwar ist für iPhones mit 225'000 Apps weit mehr Software verfügbar als fürs Androidsystem (91'000). Doch dieses holt rasch auf. Für die meisten Aufgaben existieren bereits Androidapplikationen. Viele befinden sich aber noch in einem eher frühen Entwicklungsstand. Zudem kämpfen etliche Programmierer damit, dass ihre Applikation auf ganz unterschiedlichen Geräten laufen soll. Bei Apple hingegen ist die Hardware normiert. In einzelnen Bereichen hat aber auch Android die Nase vorn – so bei der Suche, der Spracherkennung und der Navigation.
Aufgabe 3: Zu einer Adresse navigieren
Google liefert mit dem Betriebssystem Android neu «Navigation» aus. Das Navigationsprogramm bietet zwar nicht so viel wie ein normales GPS-Gerät, dürfte aber für Gelegenheitsnutzer genügen. Da das Programm die Karten stets nachlädt, sollte man es im Ausland nicht benutzen. Beim iPhone hingegen wird keine Navigationssoftware mitgeliefert. Im App-Store sind zwar diverse Programme zu finden. Die wirklich ausgereiften haben aber mit ab 100 Franken (inklusive Europa-Karten) ihren Preis.
Soll es ein iPhone oder ein Android-Smartphone sein? Der direkte Vergleich zeigt: Technisch sind die Geräte ebenbürtig. Was man wählt, ist primär eine Frage des Geschmacks und des Budgets.
Die beiden Testgeräte wurden von Digitec zur Verfügung gestellt. Infos unter www.digitec.ch (Berner Zeitung)
Erstellt: 13.07.2010, 16:48 Uhr
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14 Kommentare
Es wäre noch erwähnenswert, dass das Galaxy mit dem nächsten Update auf Android 2.2 Froyo auch Flash können wird! Flash funktioniert auf meinem Google Nexus One super und ohne Ruckeln. Die Finger verbrenne ich mir beim Benutzen am Gerät übrigens auch nicht ;-), wobei mein Nexus auch ohne Probleme Telefonieren kann, siehe iPhone 4 ... Antworten
Ich habe mir das Galaxy S kürzlich zugelegt; alles ist perfekt nach den eigenen Wünschen konfigurier- und umstellbar, und ich hatte bisher keinen einzigen Absturz zu beklagen. Von der Offenheit, Konfigurierbarkeit und Preis/Leistung Verhältnis ist das Galaxy klar der bessere Deal als alle iPhones. Will man Design und Fokus auf kinderleicht, nimmt man wohl (noch) besser den Apfel. Antworten
























































































