Flacher, leichter und günstiger
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Die Elektronikhersteller haben ihre Karten auf den Tisch gelegt: An der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas haben sie gezeigt, welche Geräte sie in diesem Jahr auf den Markt bringen möchten: kompakte, flexible Kleincomputer etwa, schlanke und brillante Fernsehgeräte oder eine professionelle Kamera, auf die wohl sogar manch ambitionierter Amateur einen Blick werfen wird. Nach den Präsentationen und Mitteilungen aus Las Vegas lässt sich – ohne allzu tief in die Glaskugel blicken zu müssen – abschätzen, was die Digitalwelt in diesem Jahr bewegen wird.
Handysiegeszug geht weiter
Auch in diesem Jahr stehen die Smartphones im Zentrum. Die Hersteller bringen in teils halsbrecherisch hohem Tempo neue Geräte auf den Markt. Der Preiszerfall im Einstiegssegment geht weiter. Bei den Spitzenserien hingegen herrscht ein Wettrüsten: Noch höher auflösende Kameras, noch sensiblere Sensoren, noch schnellere Prozessoren werden eingebaut. Apropos Prozessoren: Intel startet einen neuen Anlauf, um seine bei PC dominierende Technik auf Smartphones und Tablets zu bringen.
Allmählich beginnt das Umrüsten auf den UMTS-Nachfolger LTE. Fast jeder Handyhersteller will in diesem Jahr entsprechende Geräte lancieren. Die wenigsten der auf der Show in Las Vegas gezeigten Geräte werden aber in Europa in den Handel kommen, da hier ein anderes Frequenzspektrum eingesetzt wird. Chips, die in mehreren Frequenzbändern funken, gibt es bislang noch nicht.
Spannend wird vor allem, welche Betriebssysteme sich durchsetzen. Android von Google und das iOS von Apple sind weit verbreitet. Schaffen es aber Microsoft und Nokia, dem Betriebssystem Windows Phone zum Durchbruch zu verhelfen?
Designexperimente bei den PC
Im Computerbereich steht dieses Jahr im Zeichen der Tablets und der Ultrabooks, wie die besonders leichten und flexibel einsetzbaren Notebooks genannt werden. Die Hersteller, die von Apples Erfolg mit dem iPad auf dem falschen Fuss erwischt worden sind, experimentieren mit neuen Designideen: Bei einigen Geräten lässt sich der Bildschirm ausklinken und als Tablet benutzen. Andere werden zum Tablet, indem die Tastatur unter den Bildschirm geschoben oder hinter diesen geklappt wird. In diesem Jahr wird es sich zeigen, ob solche Zwittergeräte bei den Kunden überhaupt gefragt sind.
Microsoft will jedenfalls für jeden Fall gerüstet sein: Windows 8, mit dem im Herbst gerechnet wird, soll sich sowohl für konventionelle Computer als auch für Geräte mit Touchbildschirm eignen. Zudem läuft es erstmals auch auf ARM-Prozessoren. Damit versucht Microsoft bei den Tablets den Anschluss zu schaffen – ein Marktsegment, das von Apple dominiert wird und in dem sich daneben lediglich Google mit Android etablieren konnte.
Viele Pixel für wenig Geld
In den letzten Jahren purzelten die Preise – bei den Fernsehgeräten ebenso wie bei den Computern, den Smartphones und den Kameras. Besonders augenfällig wird dies bei den Kameras – im Einsteiger-, zunehmend aber auch im Profisegment: JVC etwa will den neuen Camcorder mit kinotauglicher Auflösung für unter 5000 Franken verkaufen.
Nachdem die digitalen Spiegelreflexkameras durch den Preiszerfall sehr gut verkauft wurden, bricht nun im Massenmarkt allmählich die Zeit der Bridge-Kameras an, die ohne Spiegel auskommen und deshalb kompakter sind, bei denen sich die Objektive aber auch wechseln lassen.
Fernseher, dünn wie Bilder
«Zum besten Gerät der Show» wurde in Las Vegas ein Fernseher gekürt. Das Gerät von LG punktete mit seiner Dicke von knapp einem halben Zentimeter. Zudem kommt darin die zukunftsträchtige OLED-Technik zum Einsatz, die bislang aus Kostengründen den kleinen Smartphone-Schirmen vorenthalten ist. Das wird sich im Massenmarkt auch in diesem Jahr nur langsam ändern.
Die grosse Revolution geschieht indes bei der Software. In der letzten Zeit rüsteten die Hersteller die Fernseher zu halben Computern hoch – und scheiterten damit oft grandios: Die Software war nicht ausgereift, die Bedienung schlecht durchdacht. Doch in diesem Jahr könnten die Karten neu gemischt werden: Erwartet wird, dass Apple wie auch Google gross ins Fernsehgeschäft einzusteigen versuchen. Das zeigt auch, wie gefährlich Prognosen sind. Vor zwei Jahren etwa platzten viele an der CES geschmiedeten Pläne bereits Ende Monat: Als Steve Jobs mit dem iPad einen seiner grössten Coups landete. (Berner Zeitung)
Erstellt: 17.01.2012, 08:14 Uhr
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