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Apple muss sich für das nächste iPhone etwas einfallen lassen
Von Matthias Schüssler. Aktualisiert am 08.03.2010 24 Kommentare
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Google (GOOG 605.12 -1.04%) hat mit dem Nexus One Grösseres vor, als bloss ein Mobiltelefon an die Kundschaft zu bringen. Das Gerät ist, genauso wie das von Google entwickelte Handybetriebssystem «Android», nur Mittel zum Zweck. Und der besteht darin, das besagte «AndroidÖkosystem» zu etablieren – eine Plattform, die mobilen Nutzern den Zugang zu den Google-Diensten eröffnet. Das garantiert das Umfeld für die Werbung, mit der Google das Geld verdient.
Verkauf über Googles Website
In einem Mobilfunkmarkt googelscher Prägung spielen die Netzbetreiber nur eine Nebenrolle. Der Verkauf des «Nexus One» erfolgt nicht über deren Händlernetz, sondern in den USA vornehmlich über Googles Website. Es gibt das Gerät ohne «SIM lock» und ohne Abovertrag, was dem Käufer die freie Wahl des Anbieters eröffnet. Für die USA ist das ein Novum und ein gutes Verkaufsargument, gibt es das begehrte iPhone hier doch nur von AT&T, dessen Netz als notorisch überlastet gilt.
Das Nexus One wird vom taiwanischen Hersteller HTC gebaut und ist hierzulande bei Digitec erhältlich. Ohne Vertrag kostet es 829 Franken; Vertragsoptionen für den vergünstigten Kauf gibt es von Orange, Sunrise und Swisscom. Bei der Hardwareausstattung darf man es als Referenz für den aktuellen Stand der Technik ansehen. Es hat einen schnellen Prozessor, einen austauschbaren Akku und ist dennoch etwas dünner und leichter als das iPhone 3GS. Um Längen schlägt es Apples (AAPL 491.98 -0.24%) Telefon bei der Anzeige: Die Auflösung des Oled-Displays ist 800 auf 480 Pixel; das ist deutlich mehr als beim iPhone (480 auf 320 Pixel).
Sehenswürdigkeiten erkennen
Diese Auflösung macht sich beispielsweise bei der Kartenanwendung bemerkbar. Hier finden vergleichsweise viel mehr Informationen Platz. Als «Layer» lassen sich Artikel aus Wikipedia, Verkehrsinformationen oder Geschäfte und wichtige Adressen auf die Karte legen. Selbst Googles jüngster Dienst «Buzz» integriert sich in die Karte. Beiträge, die ein Freund über dieses soziale Netzwerk veröffentlicht, verortet die Maps-Anwendung an der Stelle, wo sich der Freund oder die Freundin gerade aufhält.
Alle weiteren wichtigen GoogleDienste sind auf dem «Nexus One» vertreten: Das E-Mail-Programm, die Kontakte und Kalender, die nach der Registrierung eines Google-Benutzerkontos automatisch synchronisiert werden. Selbst die als Picasa-Webalben gespeicherten Fotosammlungen werden abgeglichen, ohne dass man das Telefon dafür mit dem Computer verbinden müsste – das ist eine perfekte Integration für alle Anwender, die ihr Leben mit Google-Diensten zu organisieren pflegen.
Eine eindrückliche Technologiedemo ist auch Google Goggles. Dieses Programm sucht Produkte oder Informationen anhand von Bildern. Statt eine Anfrage einzutippen, macht der Anwender ein Bild vom Gegenstand seines Interesses und gibt es in die Suchmaschine ein: Logos, Sehenswürdigkeiten, usw. Die Treffsicherheit des Bilderkennungsalgorithmus ist zwar nicht perfekt, aber dennoch beeindruckend. Vorab Produkte, Buchcovers oder häufig fotografierte Sehenswürdigkeiten werden korrekt identifiziert.
SMS und E-Mails diktieren
Googles Tausendsassa hat nicht nur eine Bild-, sondern auch eine Spracherkennung eingebaut. Das ist bei Mobiltelefonen an sich nichts Neues. Viele Geräte wählen Nummern per Sprachbefehl. Per «Sprachsuche» kann man auch nach gesprochenen Begriffen googeln. Und nicht nur das: Jedes Textfeld kann «besprochen» werden (auf Englisch). Für die Spracheingabe gibt es auf der virtuellen Tastatur eine Mikrofontaste. Auf diesem Weg lassen sich sogar E-Mails oder SMS diktieren. Theoretisch zumindest, denn im Alltag ist die Fehlerquote doch noch zu hoch. Verbessern lässt sie sich, wenn der Sprecher trainiert und sich eine deutliche Aussprache mit Diktat der Satzzeichen angewöhnt.
Das «Nexus One» ist eine Demonstration, was 130 Gramm Hightech heute zu leisten vermögen. Das iPhone hat in Sachen Musik und beim App-Store die Nase vorn und ist auch bei der Bedienung schlüssiger und weniger experimentell als das «Nexus One» mit seinen nicht immer ausgereiften Funktionen. Trotzdem ist klar: Apple muss sich fürs nächste iPhone-Modell etwas einfallen lassen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 08.03.2010, 13:13 Uhr
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24 Kommentare
Wie der elke test zeigt, hat das google phone zwei Schwächen. 1. Touchscreen zu behäbig und spracherkennung ungenau. das mag auf den 1.blick verkraftbar sein. im alltag ist aber zumindest ersteres unverzeihbar. Solange touchscreens nicht absolut flüssig u ohne stocken funktionieren, rücken alle andern zusatzfunktionen in den hintergrund. man ärgert sich darüber, so wie ich über mein htc touch hd. Antworten
Ich hoffe einfach nicht, dass der Android-Store längerfristig ein Sicherheitsproblem haben wird.Die Offenheit und die large Freigabe der Apps ist zwar gut für die Entwickler,bietet aber auch Möglichkeiten,Schadcode ziemlich einfach einzuschleusen.Apple hat zwar schon seltsame Richtlinien,doch eine gewisse Gängelung ist halt nötig,wenn man keine Virenscanner und Firewalls auf dem Handy will. Antworten
Was man Apple zugutehalten kann, ist dass sie mit ihrem Hype die Operators aus dem Monopolistendornröschenschlaf geholt haben. Weil alle dabei sein wollen vergassen Swisscom und Co dass man das Rad der Zeit nicht zurückdrehen kann. Die Dataflatrat ermöglicht nun Dienste die vorher unter der Kontrolle der Operators lagen, und so mit horrenden Tarifen abgewürgt wurden. Das ist aber auch schon alles! Antworten
Alles Negative was man Google vorwirft tut Apple bereits seinen Kunden und den Entwicklern an. Ich hatte es satt mich von der Steve Jobs Truppe bevormunden zu lassen wie ich meine Podcasts und MP3 Files auf das iPhone bringe, ist iTunes lokal nicht verfügbar gehts mit Ausserstore Inhalten nur mit Ränken. Beim Nexus reicht ein klick auf die Datei. Google wird Apple def. das Fürchten lernen ... Antworten
Und wieder ist der ultimative iPhone Killer erschienen. Zugegeben, NexusOne ist ein echt geiles Teil. Neuste Technik vom allerfeinsten. Was ist nun besser. Mit dem NexusOne oder Andoid als OS bindet man sich technisch genau so an den Anbieter wie das iPhone mit Apple. Ich bin gespannt wie lange es dauert, bis es ein Mobile Antivirus und Firewall Programm für die neuen Plattformen braucht. Antworten
Ich finde OLED-Displays overhyped. Es gab mal einen Test, wo das Display des Nexus Ones mit dem vom iPhone verglichen wurde und da kam das Nexus One ziemlich schlecht weg. Nur mal auf Google nach "displamate iphone nexus" suchen. Auch die Genauigkeit des Displays des Nexus Ones ist schlechter (Google "accuracy nexus iphone").Soviel zu Aussagen wie super das Display vom Nexus ist. Antworten
iPhone, Android, Nokia und und und! Ich frage mich wann die Schweizer endlich auf das Blackberry kommen? Ohne Touchscreen lässt es sich immer noch schneller und besser bedienen und was Qualität und Austattung betrifft ist Blackberry immernoch einsame Spitze. Mann siehe sich das Blackberry Bold 9700 an und man will nie mehr was von einem iPhone oder HTC wissen! Antworten
Dieses Smartphone ist wirklich eine echte Alternative zum Iphone. Modernste Technik (AMOLED Display, Snapdragon, etc.) gepaart mit dem Android OS - das ergibt ein wirklich cooles Gadget. Wisst ihr, was das Phone, mit einer Vertragsverlängerung (bei Digitec) noch kostet? Antworten
Seit einigen Wochen benutze ich das Nexus One. Der Text oben wiederspiegelt einiges, aber nicht alles. Die Bedienung ist weder umständlich noch kompliziert. Ich würde die als sehr intuitiv bezeichnen. Das Display ist wohl das beste, was ich bis jetzt in dieser Grösse gesehen habe. Auch was den Blickwinkel betrifft ungeschlagen. Das Gerät ist aus edlen Materialien gefertigt und punktet auch damit. Antworten
Ich glaube noch nicht an den Erfolg von Android.Es herrscht ein Chaos an verschied. gleichzeitig verfügbaren Versionen (1.5, 1.6, 2.0, 2.1), viele Hersteller haben eine eigene Oberfläche,verschiedene HW.Dies macht eine App-Entwicklung schwierig und schreckt prof. Hersteller ab (z.B. Gameloft).Ausserdem haben alle Telefone einen kleinen int. Speicher und es können keine Apps ext. gespeichert werden Antworten
Schön, dass es auch eine Alternative zu Google und Apple gibt: Palm Pre... hat alles was das iPhone hat und noch ein paar nette Dinge mehr: offenes Linux als Basis, schönes Design und inutitivere Bedienung als Android, eine lebendige Community und dazu ein Hersteller der zu klein ist als das man 'don't be evil' oder Steve Jobs fürchten müsste :-) Antworten
HTC hat's begriffen - Gratulation! Aus meiner Sicht ist ANDROID das Beste, was seit Dekaden auf den Markt gekommen ist; Einfach, praktisch und flexibel - was will man mehr? Allerdings sollten die Geräte endlich eine Frontkamera bekommen, für VoIP-Apps. Und vom TAGI wünsche ich mir eine APP für ANDROID. Antworten
Ich suche schon länger ein gutes Phone a) es darf kein iApple sein (ich lasse mir nicht vorschreiben was ich tun darf) und b) es muss cool sein. Jetzt endlich kommen die Geräte, die ich schon lange suche. Windows mobile, Android oder ein HTC (mit flexiblem OS drauf). Bin gespannt. Antworten
Windows mobile sollte man auch nicht vergessen und das ist ja das Schöne an der Geschichte, dass endllich ein Wettbewerb herscht zwischen Apple, Microsoft und Google. Weitere Softwareanbieter werden hoffentlich folgen und wir Konsumenten haben kein Microsoft, Apple, Nokiy oder Sony-Ericson Diktat, sondern eine Auswahl von dem was uns am besten zusagt und die Dinger funktionieren, keine Betatests. Antworten
Irgendwie leben wir in einer schizoiden Welt: Auf der einen Seite gilt man selbst im Freundeskreis als Stalker, wenn man über Google mal eben eine benötigte Mailadresse oder Handynummer nachforscht – auf der andern Seite können es die Menschen kaum erwarten, ein Google-Smartphone ihr Eigen zu nennen, das in Bezug auf Nichtwahrung der Privatsphäre ein ganz neues Kapitel aufschlägt. Alles klar. Antworten
Android ist wohl eindeutig die Zukunft im mobile Markt. Nur Schade, dass die grossen Telecom Anbieter bei uns das scheinbar immer noch nicht gemerkt haben. Wenn man bei Swisscom schaut, gibt's gerade mal das HTC Magic und das Samsung Galaxy. Beide sind über ein Jahr alt, und somit kaum mehr interessant für fortschrittliche Kunden. Wo bleibt z.B das Motorola Milestone? Antworten
Google _SW bietet für Gewerbe und Private das Optimale Kommunikationsnetz (gratis). Google Mail, Texte und Tabellen, etc. Sehr emfehlenswert. Jetzt müssen nur noch Swisscom, Sunrise, etc....die Kosten für Onlinezugriffe via Mobilephones endlich reduzieren Antworten
Apple gilt ein grosses dankeschön das sie für solche Smartphones denn Markt geöffnet haben. Aber bin auch der Meinung das sie sich einiges einfallen lassen müssen. Das offenere System bei Google hat meiner Meinung nach längerfristig viel mehr Potenzial, denke es werden in Zukunft auch mehr Nutzer merken das man sich die Benützung nicht von Apple vorschreiben lassen muss Antworten
Das Nexus-One, das iPhone und das iPad führen uns in einen völlig neue digitale Zukunft in der die Vision des always-on und der permanenten Vernetzung Realität geworden ist. Anwendungen wie Augmented Reality ("Erweiterte Realität") und automatischer Verarbeitung von Sprache und Bildern schaffen eine neue digitale Welt, die mit den ersten Computern nichts mehr gemein hat. Antworten
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Roman Mooser
Der Touchscreen des Nexus ist der Hammer, ich weiss das, da ich das Nexus im Gegensatz zu den meisten Schreibern selber habe. Was hier behauptet wird, dass dieser nicht flüssig sei, kann ich nicht nachvollziehen. Der Screen reagiert auf leichte Berührungen extrem schnell und Multitouch funktioniert hervorragend. Antworten