Apple erreicht in einer Woche, was Palm in drei Monaten schafft
Von Rachel Metz, APN. Aktualisiert am 16.03.2010 6 Kommentare
Nach der Einführung des Palm Pre 2009 konnten die hohen Erwartungen in den USA offenbar nicht erfüllt werden. (Bild: Keystone)
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Vor einem Jahr schien der Erfolg zu Palm zurückgekehrt: Ein neuer Vorstandschef, der Erfahrungen bei Apple (AAPL 562.29 -0.54%) mitbrachte, ein neues Smartphone und ein neues mobiles Betriebssystem. In diesem Jahr aber ist es still geworden um Palm und einige Analysten in den USA zweifeln bereits, ob das Unternehmen noch länger als ein oder zwei Jahre seine Selbständigkeit erhalten kann.
Nach Einschätzung dieser Experten könnte es zu eng werden für den Palm Pre auf einem Markt, der vom iPhone, vom Blackberry und von den Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android bestimmt wird. Palm hat wichtige Pionierarbeit geleistet in den frühen Tagen der Handheld-Computer, auch wenn sich der 1996 eingeführte Palm Pilot nicht durchsetzen konnte.
Danach blieb es lange ruhig um das kalifornische Unternehmen, das nach einem Intermezzo im Besitz von U.S. Robotics und 3Com seit dem Jahr 2000 wieder selbständig ist. Im vergangenen Jahr, bei der International Consumer Electronics Show (CES) im Januar in Las Vegas, präsentierte Vorstandschef Ed Colligan dann den «Relaunch» von Palm: Das elegante Touchscreen-Smartphone Palm Pre wurde allenthalben als ernstzunehmende Konkurrenz für das iPhone von Apple gefeiert. Schliesslich bietet das Pre-Betriebssystem webOS im Unterschied zum iPhone die Möglichkeit, mehrere Anwendungen gleichzeitig zu nutzen.
Ähnliche Entwicklung bei Smartphones wie beim PC?
Für zusätzlichen Optimismus sorgte im Juni 2009 die Berufung von Jon Rubinstein an die Vorstandsspitze. Schliesslich hatte der 53-Jährige zuvor ein Jahrzehnt lang miterlebt, wie Apple seinen Neustart gemeistert hat.
Nach der Einführung des Palm Pre im gleichen Monat konnten die hohen Erwartungen in den USA aber offenbar nicht erfüllt werden. In dem Ende November abgeschlossenen Quartal lieferte Palm weltweit 783'000 Smartphones aus, darunter auch Restbestände älterer Geräte. Vor dem nächsten Quartalsbericht, der am Donnerstag ansteht, korrigierte Palm seine Prognose nach unten.
Eigentlich wäre das Pre ein gutes Gerät
Das Palm-Smartphone wird von den Analysten weiter gelobt. Aber offenbar ist es für Palm ein Problem, in dem gedrängten Smartphone-Markt die eigene Stimme zu Gehör zu bringen. Und für die Mobilfunkanbieter, die den Pre in den USA verkaufen - Verizon und Sprint - ist das Palm-Gerät nicht das einzige Smartphone im Angebot.
In Deutschland hingegen, wo der Palm Pre seit Oktober vergangenen Jahres exklusiv mit einem Mobilfunkvertrag von O2 vertrieben wird, sei man mit dem Verkauf zufrieden, sagte ein Sprecher. Beide Nachfolgemodelle, der Palm Pre Plus und das Einsteigergerät Pixi, sollen nach seinen Angaben auch in Deutschland eingeführt werden.
Apple läuft dem Unternehmen den Rang ab
Die Gewichte im Smartphone-Markt sind ungleich verteilt. Palm braucht ein ganzes Quartal, um so viele Smartphones zu verkaufen wie Apple in weniger als einer Woche. Und Blackberry-Hersteller RIM gibt sechsmal so viel für Marketing aus als Palm.
Der Analyst Shaw Wu von Kaufman Bros. hält es für möglich, dass Palm im nächsten Jahr von einem Unternehmen wie Motorola oder Dell gekauft wird. Wu erwartet, dass sich der Smartphone-Markt in die gleiche Richtung entwickeln wird wie der PC-Markt. Am Anfang drängten sich dort viele Hersteller, die sich dann aber sortierten in eine kleine Liste mit Gewinnern und einem grossen Schwarm von Verlierern. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 16.03.2010, 10:28 Uhr
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6 Kommentare
Ich bezweifle grundsätzlich die Marktrelevanz von Palm, nicht bloss die fehlenden Marketingressourcen. Hat es Palm doch 2003 nur dank der Übernahme des ehemaligen Spin-offs Handspring geschafft, überhaupt eine brauchbare Handheld-Lösung zu präsentieren. Dies nachdem alle anderen Konkurrenten (v.a. Blackberry und Nokia) schon längst etabliert waren. Antworten
Da gibt es eine wunderbar elegante Alternative zum Einheitsbrei iPhone mit allen Vorteilen: ein offenes System (Linux), welches komplett auf online optimiert wurde. Kein lästiges synchronisieren à la iTunes (alles wird via WLAN/UMTS abgeglichen), keine Bevormundung des Users (via USB an den PC angeschlossen verhält sich der Pre wie ein normales USB-Laufwerk). Warum kauft den Pre niemand? Antworten

























































































