So viel verdient die Cybermafia
Die Datenspione sind überall: Allein mit Kreditkarten-Informationen verdienen Internet-Kriminelle Milliarden.
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Die Schattenwirtschaft im Internet blüht. Innerhalb eines Jahres seien im Netz gestohlene Waren und entsprechende Dienstleistungen im geschätzten Gesamtwert von umgerechnet 335 Millionen Franken angeboten worden, berichtet das Sicherheitsunternehmen Symantec.
Gestohlene Kreditkarten-Informationen gehören unter Internet-Kriminellen zu den meistgehandelten Waren im Netz (31 Prozent), teilte der IT-Sicherheitsspezialist mit. Im Handel damit hätten Cyber-Kriminelle einen Maximalwert von 6,4 Milliarden Franken in ihre Kassen gespült - gemessen an einem durchschnittlichen Kreditrahmen von 4860 Franken.
Finanzdaten wie Kontonummern liegen danach auf dem zweiten Platz der Beliebtheitsskala (20 Prozent). Von ihnen waren Daten im potenziellen Wert von rund 2 Milliarden Franken im Angebot.
Globaler Markt – Personalsuche mit Stelleninserat
Der Untergrundhandel im Netz habe sich zu einem effizienten globalen Marktplatz entwickelt, fasst Symantec die Ergebnisse seiner einjährigen Erhebung zusammen. Die Akteure arbeiteten sowohl in lockeren Gruppen als auch in straff organisierten Banden zusammen.
Kreditkartendaten werden dabei zu Preisen zwischen 12 Rappen und 30 Franken angeboten, zum Teil gebe es auch Mengenrabatt. Das Knowhow für ihre Raubzüge suchten die Betrüger in Form von Fachkräften und Experten, etwa Software-Programmierer und «talentierte Datendiebe», über ganz «normale» Stellenanzeigen.
Am meisten Server in den USA
Obwohl der Druck durch die Strafverfolgungsbehörden wachse, seien die illegalen Transaktionen weiterhin für viele lukrativ. Die Standorte der Server, über die die Geschäfte laufen, würden regelmässig geändert, um einer Ortung zu entgehen.
Während des Beobachtungszeitraums seien mit 45 Prozent die meisten Server in den USA platziert gewesen, berichtete der Sicherheits- und Antivirenspezialist. Es folgten die Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) mit 38 Prozent. Im asiatisch- pazifischen Raum seien 12 Prozent der Server lokalisiert worden, 5 Prozent in Lateinamerika.
Die Ergebnisse aus den Ermittlungen zwischen Juli 2007 und Juni 2008 veröffentlichte Symantec im «Report on the Underground Economy». Dafür beobachtete das Unternehmen insgesamt 69'130 aktive Händler und wertete über 44 Millionen E-Mails aus, die in Untergrund-Foren ausgetauscht wurden. (rek/sda)
Erstellt: 24.11.2008, 14:52 Uhr
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