Musik-Streaming beliebter als Filesharing
Inzwischen stehen Musikfans eine ganze Reihe von Geschäftsmodellen für den digitalen Markt zur Verfügung.
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Die Zahl der Filesharer unter den Jugendlichen hat sich im Laufe des vergangenen Jahres deutlich reduziert. Hatten im Dezember 2007 noch 42 Prozent der 14- bis 18-Jährigen gestanden, sich mindestens einmal pro Monat unautorisiert kopiergeschütztes Musikmaterial aus Internet-Tauschbörsen zu besorgen, waren es im Januar 2009 nur mehr rund 26 Prozent. Mit diesen erfreulichen Zahlen sorgt derzeit Music Ally, ein britisches Strategieberatungsunternehmen für den digitalen Musikmarkt, für einigen Optimismus in den Reihen der durch Online-Piraterie gebeutelten Musikwirtschaft.
Musik-Streaming statt File-Sharing
Hintergrund für den Rückgang bei der Nutzung von illegalen Filesharing-Diensten sei vor allem die zunehmende Verbreitung und Beliebtheit von legalen Musik-Streaming-Services. So gaben im Rahmen einer Befragung rund 65 Prozent der Teenager an, regelmässig derartige Online-Angebote zu verwenden.
«Der in England angeblich festgestellte Rückgang bei der Nutzung von illegalen Filesharing-Seiten ist für uns natürlich eine sehr erfreuliche Nachricht. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass es der Musikindustrie mittlerweile gelungen ist, brauchbare Geschäftsmodelle für das digitale Zeitalter vorzulegen, die von den Nutzern auch angenommen werden», stellt Beat Högger von der Schweizer Landesgruppe der IFPI auf Anfrage der Agentur Pressetext fest.
Lieber legal
Gerade bei Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, die sich in der Regel sehr intensiv auf Internet-Tauschbörsen betätigen würden, sei der Piraterieeinbruch ein ungemein wichtiger Erfolg. «Jemand, der bereits in so frühen Jahren mit dem Filesharing beginnt und das über einen längeren Zeitraum hinweg betreibt, wird nur schwer zu überzeugen sein, auf ein kostenpflichtiges, legales Angebot umzusteigen. Ich glaube aber, dass auch hier irgendwann einmal der Punkt erreicht ist, wo sich ein gewisser Einstellungswechsel in den jungen Erwachsenen vollzieht und man sich lieber auf sicheren legalen Pfaden bewegen will», erläutert Högger.
Zu spät reagiert?
Den Vorwurf, dass die Musikindustrie zu spät auf die neuen Marktgegebenheiten im Internetzeitalter reagiert habe, will der IFPI-Experte nicht gelten lassen. «Es ist ohne Zweifel wichtig, Geschäftsmodelle kontinuierlich an die Nutzungsbedürfnisse der Konsumenten anzupassen. Da für die Etablierung von legalen Musikangeboten im Web zunächst stets ein aufwendiger Lizenzierungsprozess abgeschlossen werden muss, kann die Industrie hier oft nur recht langsam reagieren. Illegale Filesharing-Seiten brauchen sich über derartige Dinge keine Gedanken zu machen», erklärt Högger.
Online-Piraten gehen nicht unter
Inzwischen stünden Musikfans bereits eine ganze Reihe bewährter Geschäftsmodelle für den digitalen Markt zur Verfügung, die durch den Piraterierückgang sicherlich neuen Auftrieb erhalten würden. «Für legale kostenpflichtige Angebote wird es aber immer schwierig bleiben, mit illegalen Gratis-Diensten zu konkurrieren. Obwohl ich davon überzeugt bin, dass illegales Handeln nie eine Alternative sein sollte, wird die Online-Piraterie wohl nie ganz verschwinden. Aus Sicht der Kreativwirtschaft kann man nur hoffen, dass sie sich in Zukunft auf ein halbwegs akzeptables Ausmass verringert», so Högger. (rek/pte)
Erstellt: 14.07.2009, 12:40 Uhr
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