Ins Netz mit den Fotos

Von Andi Jacomet. Aktualisiert am 04.08.2009

Die Ferienerinnerungen sind zu schön, um sie für sich zu behalten? Dann nichts wie ins Web mit den Fotos. Das macht Spass, ist praktisch und kostet nichts.

Fotografieren macht Spass. Doch wohin mit den vielen Fotos? Sie auf dem Computer liegen zu lassen ist schade. Also ab ins Netz damit.

Fotografieren macht Spass. Doch wohin mit den vielen Fotos? Sie auf dem Computer liegen zu lassen ist schade. Also ab ins Netz damit.
Bild: Reuters

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Den Film einschicken. Tagelang voller Vorfreude den Briefkasten öffnen. Enttäuscht sein, wenn die erwarteten Ferienfotos noch immer nicht angekommen sind. Die doch noch eingetroffenen Bilder ins Album kleben und schliesslich am Familientreffen gemeinsam anschauen – diese Zeiten sind längst vorbei.

Stattdessen lassen begeisterte Hobbyfotografen heute gerne die elektronischen Briefkästen aus allen Nähten platzen, indem sie Dutzende von Fotos unverkleinert verschicken. Das muss nicht sein: Für Fotografen bequemer und für Betrachter angenehmer sind Internetgalerien. Die Datenmenge ist kleiner. Die Freunde können die Fotos anschauen, wann sie wollen. Zur Auswahl stehen verschiedene Grössen. Und das Postfach wird nicht verstopft; eine E-Mail mit dem Link zum Album genügt.

Doch welchem Webdienst soll man die Fotos anvertrauen? Je nach Vorliebe und Wünschen sind andere Anbieter geeignet.

Versteckt: Facebook

Programmierkenntnisse fürs Internet sind heute nicht mehr nötig, um ein Fotoalbum aufzuschalten. Besonders einfach haben es die Computernutzer, die ein (kostenloses) Facebook-Konto haben: Im eigenen Profil auf «Fotos» klicken und «Fotoalbum erstellen» wählen – alles andere ist selbsterklärend. Eine Limite gibt es nicht. Pro Album können aber höchstens 200 Fotos gespeichert werden. Die Bilder sind standardmässig nur für die Facebook-Freunde sichtbar, die auch Kommentare dazu abgeben können. Das bedeutet aber zugleich, dass die Fotos nicht betrachten kann, wer nicht Mitglied dieses sozialen Netzwerks ist.

Klassisch: Flickr

Der rege genutzte Flickr-Dienst aus dem Hause Yahoo bietet für alle das Passende: Beim Gratisaccount werden bloss die neusten 200 Fotos angezeigt. Zusätzlich gibts eine Uploadmonatslimite von 100 Megabytes. Ambitionierte Hobbyfotografen können für rund 30 Franken pro Jahr auch einen «Pro-Account» lösen, bei dem sie etwa unbegrenzten Platz und Bandbreite erhalten. Sowohl bei der kostenlosen wie auch bei der kostenpflichtigen Variante sind Video-Uploads möglich; auf Filme spezialisierte Dienste wie Youtube sind aber flexibler. Die Fotos können nach Alben sortiert und mit Stichworten versehen werden, damit sie besser auffindbar sind. Flickr-User können Bilder für alle oder nur bestimmte Gruppen sichtbar machen. Eine Alternative von Google – samt praktischer Gratissoftware – ist Picasa.

Verortet: Panoramio

Wer ab und zu durch Google-Earth fliegt, schätzt die Fotos auf der Weltkarte: Man sieht nicht nur die Erde von oben, sondern auch, wie die Gegend aus Augenhöhe aussieht. Aber wie kommen die Fotos in den Atlas? Ganz einfach: via Googles Panoramio-Dienst. Dort können Fotos von Landschaften und Gebäuden kostenlos hochgeladen und auf einer Weltkarte metergenau eintragen werden. Andere Mitglieder können die Lage korrigieren. Der Speicherplatz ist auf 2 Gigabyte limitiert. Es empfiehlt sich daher, die Bilder vor dem Hinaufladen auf 800 Pixel Breite zu verkleinern. So haben Tausende von Fotos Platz. Auf der Panoramio-Website sind die Aufnahmen sofort verfügbar; nach wenigen Wochen erscheinen sie auf Google Maps – sofern sie die Prüfung des Google-Teams bestanden haben. Personenporträts haben hier nichts verloren. Wer die Fotos zwar auf einer Karte darstellen, aber nicht gleich öffentlich in Google Earth einbinden will, verwendet etwa Picasa oder Flickr.

Sicher: Eigene Domain

Den genannten Diensten ist eines gemeinsam: Man überlässt die Aufnahmen privaten Anbietern, deren Geschäftsbedingungen sich ändern können – um die Bildrechte bei Facebook tobte im Frühling eine Debatte. Sind Fotos einmal in freier Internetwildbahn, kann jedermann sie speichern und damit anstellen, was er oder sie will – auch Dinge, die den Urhebern nicht gefallen. Allzu persönliche Fotos gehören deshalb grundsätzlich niemals ins Internet.

Eine Alternative für technisch Versierte ist die Fotogalerie auf einem eigenen Serverplätzchen. Eine Schweizer Internetadresse kostet bloss 17 Franken im Jahr, Webspeicher gibts für wenige Franken pro Monat. Zahlreiche kostenlose Open-Source-Galerien wie die «Coppermine Image Gallery» stehen zur Auswahl – herunterladen und installieren genügt. Die Software verkleinert Fotos dabei meist automatisch auf eine benutzerfreundliche Grösse. Nicht nur ein Passwortschutz für die gesamte Galerie oder einzelne Alben ist möglich, auch das Design kann der Betreiber oder die Betreiberin der Website selbst bestimmen.

Ein weiterer Vorteil der Galerien im Web: Sollte die Festplatte den Geist aufgeben und das Back-up wieder einmal vergessen gegangen sein, existiert immerhin noch ein «Best of» im Netz.

Wer dennoch Bilder per E-Mail verschicken will, verkleinert sie mit einem Gratisprogramm wie Irfanview oder mit der automatischen E-Mail-Funktion etwa von Picasa – eine Breite von 800 Pixeln genügt für flotte Eindrücke auf den Monitoren der Betrachter. Und wer das Familientreffen der unpersönlichen Onlinevariante vorzieht, kann die Fotos immer noch per Beamer vorführen – fast wie früher bei den ellenlangen Diaabenden im trauten Familienkreis. (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.08.2009, 14:47 Uhr

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