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In fünf Jahren um die Welt

Von Mathias Born. Aktualisiert am 18.08.2009

Openstreetmap ist fünf Jahre alt. Die Karte, an der alle mitzeichnen können, zeige Tomtom und Co., wos langgeht, sagt ihr Erfinder.

Raffiniert: Steve Coast entwickelte mit Hobbykartografen eine der grössten Geodatenbanken.

Raffiniert: Steve Coast entwickelte mit Hobbykartografen eine der grössten Geodatenbanken. (Bild: zvg)

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So zeichnet man mit
In Bern wird gebaut: Auf Openstreetmap werden gerade die Grundrisse der Berner Altstadthäuser eingetragen. Möglich wurde dies durch die Luftaufnahmen des Vermessungsamts, die technisch versierte Nutzer im Karteneditor Josm einblenden können und dürfen. Weiterhin ist Mitarbeit gefragt beim Erfassen von Strassen, Hausnummern, Restaurants, Entsorgungsanlagen usw. Um am Openstreetmap-Projekt mitzuarbeiten, sind indes keine grossen technischen Vorkenntnisse nötig. So kann man etwa auch ganz einfach Fehler auf Openstreetbugs.org melden.

So schnell ist noch nie eine Karte fabriziert worden: In fünf Jahren ist aus dem Einmannprojekt Openstreetmap des britischen Physikstudenten Steve Coast eine der grössten Geodatenbanken geworden. Dies dank der Mithilfe von Tausenden von Hobbykartografen: Mit GPS-Geräten sammeln sie Geodaten und speisen diese in die Datenbank ein. Daraus können Karten generiert werden –Stadtpläne ebenso wie etwa Velo- oder Wanderkarten. Ziel sei es, «die beste Karte der Welt» zu machen, sagt Projektgründer Steve Coast. Der 28-Jährige ist Vorsitzender der Openstreetmap-Stiftung und Gründer einer Geodatenfirma.

Steve Coast, haben Sie neulich an Openstreetmap gearbeitet?
Steve Coast: Ja, jüngst habe ich einige Hausnummern erfasst. Diese werden für Openstreetmap wichtiger. Bisher haben wir uns auf die Strassen konzentriert. Nun wollen wir die Karte durchsuchbar machen. Dazu brauchen wir Hausnummern.

Openstreetmap feiert den fünften Geburtstag. Weshalb haben Sie damals das Projekt gestartet?
Eigentlich wollte ich bloss am PC mit Karten meiner Londoner Umgebung herumspielen. Doch es gab keine Karten, die für mich in Frage gekommen wären. Sie waren zu teuer. Und laut den Lizenzbestimmungen durfte man fast nichts damit machen. Wenn es keine Karten gibt, habe ich mir gesagt, müssen wir sie halt selbst machen – gemeinsam, wie bei der Wikipedia oder beim Betriebssystem Linux. Ich habe die nötige Software geschrieben, den Server aufgesetzt, die erste Mapping-Party organisiert. Und immer mehr Leute machten mit.

Heute gibts viele Gratiskarten
Gratis ist nicht gleich frei. Zwar kann ich etwa Google Maps kostenlos nutzen. Aber ich kriege die Daten hinter den Karten nicht. Und wenn schon, darf ich sie nicht verändern und auch nicht aufs mobile GPS-Gerät laden. Mit den Openstreetmap-Daten ist das alles möglich.

Die Openstreetmap-Karten vieler Städte sind sehr gut. Es gibt aber weltweit noch weisse Flecken. Wie wollen Sie diese füllen?
Westeuropa ist gut abgedeckt. Einige Orte sind bereits vollständig. Es gibt sogar schon Nutzer, die tragen einzelne Bäume ein. Deutschland wird wohl das erste komplett erfasste Land werden. Andernorts fehlt aber noch vieles. Ich bin zuversichtlich, dass diese Lücken nach und nach von der Community gefüllt werden. Genau wie bei der Wikipedia: Am Anfang gab es dort gute Artikel über Technik – aber sonst fast nichts. Dann kamen immer mehr Leute, die Artikel aus ihren Interessengebieten schrieben.

Karten sind das eine, Navigation ist das andere. Wird Openstreetmap zur Konkurrenz für Teleatlas und Navteq, die grossen Produzenten von Navigationskarten?
Natürlich – genau wie die Wikipedia zur Konkurrenz für die kommerziellen Lexika geworden ist. Es wird noch etwas dauern. Aber wir erreichen dieses Ziel.

Wie lange dauerts in der Schweiz und in Deutschland?
Vielleicht drei, vier Jahre. Dann wird man unsere Karten problemlos auch auf dem Navigationsgerät einsetzen können.

Ihr «Kind» wird selbstständig. Fällt das Loslassen schwer?
Zu Beginn war ich sehr stark im Projekt involviert. Ich habe vieles im Alleingang gemacht. Allmählich gebe ich Kompetenzen ab. Das ist in Ordnung, denn das dient dem Projekt am meisten. Aber klar: Openstreetmap wird immer mein «Kind» bleiben.

Wo ist das Projekt in fünf Jahren?
Das Ziel ist: Bis in fünf Jahren haben wir die weltbeste Karte. Westeuropa und die USA werden bis dahin komplett erfasst sein. Ich bin mir sicher, dass wir diesen nächsten Meilenstein erreichen werden.


Grössere Karte anzeigen (Berner Zeitung)

Erstellt: 18.08.2009, 12:01 Uhr

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