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Eine indiskrete Waage
Withings Waage mit iPhone. (Bild: zvg)
Normalerweise steht die Personenwaage im Badezimmer, wägt und schweigt. Bei der Waage von Withings ist dies anders. Zum stolzen Preis von gut 200 Franken führt sie im Internet minuziös Buch übers Gewicht der Benutzer und sendet die Daten auf Wunsch gleich an Twitter und Co.
Die Waage sieht nicht anders aus als manch andere Konkurrentin: Sie ist aus Glas geformt und schlicht schön. Das grosse Display gibt Auskunft übers Gewicht, den Fettanteil und – sofern man die Grösse erfasst hat – über den Body-Mass-Index.
Die Waage ist rasch in Betrieb genommen: Man verbindet sie per USB-Kabel mit dem Computer, startet das Konfigurationsprogramm, eröffnet auf My.withings.com ein Konto und wählt das heimische WLAN aus. Das Prozedere dauert kaum drei Minuten und ist auch für Leute zu stemmen, denen Technisches nicht immer leicht fällt.
Ist dies erledigt, funktioniert alles wie gewohnt: Auf die Waage stehen, Gewichtsanzeige abwarten und den Fettanteil ermitteln lassen. Die Waage übermittelt die Werte umgehend ans Onlinekonto, um sich dann sofort wieder in den netz- und stromlosen Schlafzustand zu begeben.
Die Daten sind nun für alle Benutzer mit Withings-Account abrufbar und mittels schönen Kurven nachzuvollziehen. Natürlich kann man sich auch ein Ziel setzen und den Verlauf der Anstrengungen im Kampf mit den Pfunden verfolgen. Sogar eine iPhone-Applikation gehört dazu. Wozu sie nützlich sein soll? Wohl vorab, um anderen Leuten den Nutzen einer Internetwaage zu demonstrieren. Die schmunzelnden Gesichter sind ein Zeichen dafür, dass man leicht übers Ziel hinausschiesst und die Menschheit dieses Produkt nicht wirklich braucht. Das höchste der Gefühle ist die Integration mit dem 140-Zeichen-Befindlichkeitsdienst Twitter. So erfahren gleich alle «Follower» das Tagesgewicht inklusive der Zielvorgabe. Dies ist eine durchaus extrovertierte Art und Weise, mit dem Gewicht umzugehen.
Zugegeben: Die Waage ist derzeit eine Spielerei. Wo die Entwicklung aber hingehen könnte, zeigt die Integration mit Google Health. Mit diesem Angebot sammelt die Firma auf Wunsch Gesundheitsdaten von Nutzern, die bei Bedarf Ärzten zur Verfügung gestellt werden können.
(Berner Zeitung)
Erstellt: 02.02.2010, 10:12 Uhr
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