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Die Rückkehr des Marlboro-Manns

Aktualisiert am 27.08.2010

Nach ihrer Verbannung aus Fernsehen, Kino und von den Plakatwänden vermitteln Werbeklassiker via Youtube ein positives Bild vom Rauchen – mit verheerenden Folgen, wie Wissenschafter warnen.

Raucherwerbung in den USA: Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass die Tabakindustrie von dem «Marketing-Potenzial des Web 2.0» besonders profitiert - «ohne Gefahr zu laufen, Gesetze oder Werbe-Richtlinien» zu brechen.

Raucherwerbung in den USA: Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass die Tabakindustrie von dem «Marketing-Potenzial des Web 2.0» besonders profitiert - «ohne Gefahr zu laufen, Gesetze oder Werbe-Richtlinien» zu brechen.
Bild: Keystone

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Eine alte Zigaretten-Werbung

Quelle: Youtube

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Hannes Schmid – Never Look Back

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Die Marlboro-Bilder des Schweizer Fotokünstlers in der Fotostiftung Winterthur.

Das Internet-Videoportal Youtube fördert nach einer Medizinstudie das Rauchen bei jungen Leuten. Nach ihrer Verbannung aus Fernsehen, Kino und von den Plakatwänden vermittelten vor allem Werbeklassiker wie der Marlboro-Cowboy über diese Hintertür ein positives Bild vom Rauchen, warnen neuseeländische Wissenschaftler in ihrer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Sie forderten Youtube auf, gegen die Verbreitung dieser Bilder vorzugehen.

Unmengen Filmszenen mit rauchenden Stars

Für ihre in der britischen Zeitung «Tobacco Control» veröffentlichte Studie untersuchten die Forscher der University of Otago in Wellington Video-Clips, in denen fünf der bekanntesten Zigarettenmarken auftauchten. Neben inzwischen in vielen Ländern längst verbotener Werbung entdeckten sie Unmengen alter Filmszenen mit rauchenden Stars, Ausschnitte von Sportereignissen, die von der Tabakindustrie gesponsert wurden sowie Fernsehanstalt aus den 50er und 60er Jahren.

Mit Hilfe der Kategorie «Most Viewed» wählten sie dann 169 Clips aus und analysierten sie: 71 Prozent vermittelten demnach ein positives Bild vom Rauchen und vier Prozent ein negatives Bild - die restlichen 25 Prozent waren eher neutral. Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass die Tabakindustrie von dem «Marketing-Potenzial des Web 2.0 »besonders profitiert - «ohne Gefahr zu laufen, Gesetze oder Werbe-Richtlinien »zu brechen.

«Oder es kümmert sie nicht»

Die Forscherin Lucy Elkin rief die Betreiber des Video-Portals dazu auf, Rauchen in die Liste von Merkmalen aufzunehmen, bei denen Clips gelöscht werden können, die Nutzer als «unangemessen »melden. Die Tabakunternehmen selbst hätten entweder keine Kenntnis von den raucherfreundlichen Videos «oder es kümmert sie nicht», sagte Elkin der Nachrichtenagentur AFP.

Zumindest in den Fällen, in denen es sich «eindeutig um ihre Eigentum handelt», sollten sie jedoch von Youtube verlangen, die Clips wegen Verletzung des Urheberschutzes zu löschen, riet sie. Sprecher der betroffenen Konzerne versicherten im Gespräch mit AFP, keine Werbung über Youtube oder andere soziale Internet-Netzwerke zu betreiben. Youtube selbst reagierte zunächst nicht auf die Studie. (rek/afp)

Erstellt: 27.08.2010, 13:33 Uhr

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