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«Der Wille, die IT-Welt zu beherrschen, hat etwas Religiöses»
Interview Reto Knobel. Aktualisiert am 17.02.2010 102 Kommentare
Wer bei Google (GOOG 611.46 0.26%) arbeiten darf, hat es geschafft: Diesen Eindruck bekommt, wer die Bilder des Innenlebens der Niederlassung in Zürich betrachtet. Googler können gratis essen und trinken, Sport treiben, gamen, flippern und sogar schlafen – alles während der Arbeitszeit (siehe Bildstrecke oben).
Vielen Kommentatoren kommt diese Wohlfühlkultur allerdings komisch vor. Von «Hundezwinger» ist die Rede, oder sogar von «sektiererischen Verhältnissen». Der erste Kritiker, der den Milliardenkonzern mit einer IT-Sekte verglich, war der streitbare Google-Kritiker und Buchautor Gerard Reischl («Die Google-Falle»). Google, ein sektenmässig organisiertes Unternehmen mitten in Zürich? «Tages-Anzeiger»-Redaktor und Sektenexperte Hugo Stamm (60) will den Ball flach halten: «So lang es lediglich darum geht, ein angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen, ist nichts dagegen einzuwenden. Bedenklich wird es erst, wenn die Geschäftsleitung dabei einen Hintergedanken verfolgt, der nicht transparent ist.»
Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie die Bilder der Google-Büros in Zürich sehen?
Toll, wenn ich auch in einem solchen Ambiente arbeiten könnte! Es erinnert mich an eine Kreuzfahrt auf einem Luxusschiff. (Ich würde zwar nie solche Ferien machen.) Die Bilder machen uns aber skeptisch. Was will der Arbeitgeber von mir, wenn er mich mit solchen Wellnessangeboten ködert? Will er mich verführen? Mit Haut und Haaren ans Unternehmen binden? Die Grenze zwischen Privatleben und Arbeitswelt aufheben? Klare Antworten gibt es nicht.
Eine Kommentatorin fühlt sich an das «Umfeld einer Sekte» erinnert. Dieser Vergleich fällt im Internet immer wieder.
Die Arbeitswelt wirkt paradiesisch, riecht förmlich nach Verführung. Da denken wir an Sekten. Ich sehe allerdings keine Vereinnahmung der Mitarbeiter: Es ist nicht bekannt, dass bei Google religiöse Doktrinen herrschen, Zwänge bestehen, Mobbing betrieben wird oder Repression ausgeübt. Deshalb gehe ich davon aus, dass das Unternehmen die Mitarbeiter mit dem tollen Ambiente zu Höchstleistungen verführen will. Nach dem Motto: Wer glücklich und relaxed ist, wird kreativer.
Wann trägt ein Unternehmen sektiererische Züge?
Wenn es Einfluss auf die ideologischen, spirituellen oder religiösen Neigungen seiner Mitarbeiter nimmt. Wenn zum Beispiel an der Arbeit gebetet werden muss oder sich die Mitarbeiter genötigt fühlen, an Ritualen oder religiösen Veranstaltungen teilzunehmen. Sektenhaft wird es auch, wenn die Vorgesetzten das Verhalten der Mitarbeiter im Privatleben beeinflussen. Indoktrination in Betrieben ist vor allem dort zu beobachten, wo der Inhaber selbst Anhänger einer Sekte ist. Scientologische Chefs neigen dazu. Beispiele sind aber auch aus dem Bereich der Freikirchen bekannt.
Google macht alles für die Mitarbeiter: Kann man sich auch zu stark um das Wohl der Angestellten kümmern?
So lang es lediglich darum geht, ein angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen, ist nichts dagegen einzuwenden. Bedenklich wird es erst, wenn die Geschäftsleitung dabei einen Hintergedanken verfolgt, der nicht transparent ist.
Sport- und Unterhaltungsmöglichkeiten rund um die Uhr, Gratisverpflegung, Erholungsräume: Besteht nicht die Gefahr, dass Mitarbeiter (vielleicht unbewusst) von der Firma total vereinnahmt werden und ihr soziales Umfeld vernachlässigen?
Man kann die Politik vielleicht als Verführung zur Arbeit bezeichnen. Auf der anderen Seite: Weshalb soll ich 1000 Franken für ein Fitnessabo zahlen, wenn ich die Geräte gratis im Betrieb habe und nach der Arbeit gleich dort trainiere? Weshalb soll ich in eine Sauna gehen, wenn ich den Schwitzraum neben dem Büro habe? Wer nicht auch noch mit den Arbeitskollegen schwitzen will, kann immer noch auswärts gehen.
Google sieht sich als Unternehmen mit einer Mission - ist das nicht schon sektiererisch?
Ich habe den Eindruck, dass der Machtanspruch des Kaders einen leicht sektiererischen Anstrich hat. Der Wille, die IT-Welt zu beherrschen und die Mission auf der ganzen Welt voranzutreiben, hat schon fast etwas Religiöses. Google als Religionsersatz: Das betrifft aber die Manager und nicht die Mitarbeiter.
Mein Eindruck: Google-Manager können es nicht nachvollziehen, wenn man ihre Firma nicht gut findet. Indirekt wird einem vorgeworfen: «Was hast du eigentlich gegen uns, wir tun doch nur Gutes.»
Wenn Google bei der Verwöhnung der Mitarbeiter keine schlechten Absichten hat, verstehe ich die Reaktion der Google-Leute. Sie bieten hervorragende Arbeitsbedingungen und werden dafür kritisiert. Das wäre tatsächlich unfair und sieht nach Neid der Kritiker aus. Denn in den meisten Betrieben werden die Arbeitsbedingungen immer härter: Arbeitsplätze werden zusammengepfercht, der Arbeitsdruck erhöht, die Sozialleistungen abgebaut. Ein herber Kontrast zur Google-Welt.
Das Firmenmotto lautet «Don't be evil». Kritiker finden: Nur Unternehmen, die etwas zu verbergen haben, brauchen so ein Mantra.
Für mich ein seltsames Motto. Doch man sollte ein Unternehmen an seinen Taten messen. In vielen Firmen werden die Mitarbeiter zu Nummern und Kostenfaktoren degradiert. Bei Google erfahren sie Wertschätzung. Bei allem Machtstreben sollte man die positiven Aspekte nicht vergessen.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.02.2010, 14:09 Uhr
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102 Kommentare
Ein grosses Bravo an Google! Wer hier von Sektierertum spricht, ist nur neidisch auf diese Firmenkultur. Die Bilder vermitteln den Eindruck einer reinen Spassgesellschaft, aber ich bin überzeugt, dass in diesem Unternehmen Höchstleistungen erbracht werden. Andere Firmen dagegen lassen ihre Mitarbeiter in zellenartigen Büros vor den Bildschirmen dahin vegetieren. Antworten
Das war ein gewichtiger Grund unter einigen, weshalb ich meine Stelle bei einer Versicherung kündigte und mich selbständig machte: das öde, (gefühlsmässig) graue, phantasie- und kreativitätsabwürgende Büroarbeitsumfeld. Ja: Viele, eigentlich alle Dienstleistungsbetriebe könnten sich von Google eine dicke Scheibe abschneiden! Es muss ja nicht gleich gleich weit gehen... Antworten
@ Robert Rieder: Herzig, dass Sie uns Schweizern unterstellen, wir würden den Teufel hinter Googles Geschäftsmodell vermuten, wo wir deren Service doch Tag und Nacht benutzen. Klar hätte man gerne die eine oder andere Annehmlichkeit, die die Googler geniessen, das ist doch verständlich. Antworten
Was Google macht ist doch ganz klar; die besten von den besten High Tech Talents mit subventionierten fringe benefits anlocken und die innovationskraft ausschoepfen solange die firma waechst und gross margins hoch und stabil sind. Sobald margin druck kommt wird auch bei Google die espresso maschine mit einer filter maschine ersetzt. wer jetzt dabei sein kann und dazu noch kohle macht, good 4 u. Antworten
Das ist doch wiedermal typisch: Da macht eine Firma etwas nicht nach dem schweizerischen Schema F und schon sind sie eine Sekte. Die vom Neid zerfressenen Schweizer können es einfach nicht ausstehen, dass bei Google die Mitarbeiter gewisse Extras kriegen und vor allem, dass Google auch noch erfolgreich damit ist. Das muss doch mit dem Teufel zugehen - anders wäre das ja gar nicht möglich. Antworten
Man sollte erwähnen, dass dieser Service eher für die Besten der Besten sein dürfte und es nicht nur einen Mitarbeiter-Wettbewerb zw. Unternehmen, sondern auch zur OpenSource-Community gibt. Bei diesen Freaks ist Arbeit = Freizeit und Beruf = Berufung; das ist auch Hobby und Idealismus pur; auch die Trennung zw. Betrieb und OpenSource wird aufgeweicht. Hier wird mehr geboten als "nur Boni". Antworten
Perfekt um "nach Projekten" zu arbeiten. Wenn das Projekt gut ist wird einfach konstant geschafft, um schön am Ball zu bleiben. Und wenn man nicht arbeitet, spricht man davon mit Partners. Es braucht also Wohn- und "Abwechslungs-Räume" eher als reine Arbeitsräume, die man verlassen muss bei Hunger, Müdigkeit, Langeweile... So kann am effizienteste gearbeitet werden wenn es sich am meisten lohnt. Antworten
"Internal Branding" heisst das heute, früher sprach man von Unternehmenskultur und noch früher (und heute wieder) von Stallgeruch. Fakt ist, dass jede grosse Firma zur Sekte wird, schon weil man anders spricht. Und weil alle Mitarbeitenden ähnlich sind - oder sich immer ähnlicher werden - überdauern die sektenmässigen Bindungen sogar etliche Jobwechsel. Google macht das einfach sehr, sehr gut. Antworten
Da hat der Reto Knobel eine Idee : Google = Sekte. Lass uns mal einen Sektenforscher interviewen, der wird dies sicher bestaetigen. Aber auch nach wiederholtem Nachhacken und trotz ueberklarer Indizienlast - ein ungewoehnlich komfortables Arbeitsumfeld und ein Firmenmotto - ist Hugo Stamm nicht bereit, die 'Hypothese' zu bestaetigen. Populistisch und kurzsichtig - ein laecherlicher Artikel. Antworten
Eine "Sekte" zieht einen klaren Grenzstrich zwischen dem EUCH und dem WIR. Insofern ist Google sektiererisch. Das Problem liegt aber beim Menschen - ich will mich auch mit Gleichgesinnten umgeben und das Anders-Sein betonen. So funktionieren Gruppen eben. Einmal mehr enttäuscht HS auf der ganzen LInie - das soll ein Sektenkritiker sein? Haut alles in die Pfanne - bei Google sieht er das nicht so. Antworten
Man glaube nicht alles, was da geschrieben steht. Gilt auch für die Texte der Herren Reischl und Stamm... da müsste man ja bei jedem "modernen" Management eine Sekte wittern. Religion wird überbewertet, doch auch jegliche Religion ist nur statistisch relevantes und gesellschaftlich anerkanntes Sektenphänomen... Freies Denken, ethische Werte, Tradition und Spiritualität sind wichtiger. Antworten
Firmen schaffen engere Mitarbeiterbindung durch »gute« Löhne, teure Autos, Ausschüttung von Gewinnen (14. Monatslohn), hohe Bonizahlungen etc: Gruppen, Firmen, bieten sich als Identifikationsplattform an. Je extremer dieses »Wir-gegen-die-anderen«, desto mehr Aufmerksamkeit ist geboten auf sektenhafte Strukturen: Psychologische Gruppenprozesse, die Stagnation auf der Persönlichkeitsebene bedeuten. Antworten
"Unsere" technischen Firmen wie BBC, grosse Teile von Sulzer & vonRoll, +GF+, Isola, L+G, etc. sind untergegangen, weil sie die Arbeitnehmer gering geschätzt haben. Ein Herr Doktor musste z.B. in Baden in den Hinterhof gucken, wo alte Isolatoren vergammelten… Das haben sie nun davon! Antworten
So schön habens die Mitarbeiter dort gar nicht: Google berechnet sogar mit einer Formel die Wahrscheinlichkeit des Abgangs eines Mitarbeiters. „Das hilft uns, in die Köpfe der Leute zu spähen, noch ehe sie selbst an eine Kündigung denken“, sagte Personalchef Laszlo Bock im „Wall Street Journal“. KEIN WITZ: Nachzulesen im Spiegel 02/2010, Seite 65. Von wegen freundlicher Konzern. Antworten
@ lundqvist: Vielen Dank für Ihre belehrenden Worte zu Arbeitszeiten und modernen Arbeitsstrukturen. Vermutlich sind diese Weisheiten aber auch hierzulande schon lange bekannt. Sonst würde die Schweiz in der letztjährigen weltweiten Innovationsrangliste wohl kaum den zweiten Platz hinter den USA belegen (vor allen skandinavischen Ländern). Antworten
Kluge Firmen stellen ihren Mitarbeitern eben mehr zur Verfügung als die 1x monatliche Freizeitausfallsentschädigung. Ein Bekannter arbeitet bei der NASA, 300m Arbeitsweg, Futter gibts um jede Ecke, was will man von diesem Mann, ausser, dass er Tag und Nacht forscht! Er geht dabei auf in seiner Aufgabe, und wir alle profitieren wiederum indirekt davon, eine Traumsymbiose, also. Antworten
Die meisten MA sind bei google junge cracks, auch aus dem Ostblock mit keinem privaten sozialem Umfeld in der CH. Da bietet Google eine "Heimat" und schon geht der Case auf, bzw. lohnt sich: Niedriger Lohn (akzeptiert, denn wer will schon nicht Google im CV aufführen) plus kein eigenes Zuhause, dann arbeitet man mehr und wird nicht privat abgelenkt. Antworten
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Google-Mitarbeiter soviel Extrazeit haben, alle Wohlfühlangebote regelmässig zu nutzen. Wer solche Firmen von innen kennt, weiss wie das Arbeitspensum und der Leistungsdruck auf den Einzelnen aussieht. Alles andere ist hauptsächlich Werbung und Imagepflege in eigener Sache. Warum auch nicht? Keiner ist gezwungen bei Google zu arbeiten. Antworten
Google hat begriffen, dass ein Anstellungsverhältnis ein Geben und Nehmen ist. Von einem durchschnittlich bezahlten und gehaltenen Mitarbeiter kann kein überdurchschnittliches Engagement erwartet werden. Mitarbeiter die ihre Freizeit (z.B in Form eines Fitnestrainings) in der Firma verbringen, verknüpfen ausserdem Angenehmes mit Geschäftlichem, die Präsenz und Einbindung des Mitarbeiters ist gross Antworten
Man soll also wieder schlechtere Arbeitsbedingungen einführen um dann als "normales" Unternehmen ohne Verdacht da zu stehen? Saure Gurkenzeit? Oder verschlafen bestimmte Leute tatsächlich den Trend und argwöhnen Böses hinter den Erkenntnissen moderner Arbeitsplatz-Psychologie? Immerhin sind die TA Medien ein grosser Kunde von google. Besser daraus lernen statt medial Eifersucht zelebrieren! Antworten
Wenn des den Mitarbeitern von Google gefällt, was hier alles angeboten wird, um die Stimmung zu heben - dann ist das ok. Die Kunden von Google werden letztlich diese Dienste auf ihrer Rechnung umgelegt wieder finden. Es stellt sich also die Frage. Wie bekomme ich motivierte Mitarbeiter, ohne dass ich mit der grossen Kelle anrühren muss? Wie wärs mit zuhören, Empowerment und ab und zu ein Lob? Antworten
Für mich Nordländer ist das nichts Neues,in vielen Büros, Atelier in Schweden gibt's solche Ruhe-,Spiel- und Esszonen.Da hat wohl die Schweiz noch Nachholbedarft,doch sie wird auch in der Jetztzeit-Arbeitswelt noch ankommen.Die Zeiten,beidem man von 8-17Uhr.gearbeitet hat sind in vielen Branchen definitv vorbei,da gibt's modernere u.arbeitsbedingte Arbeitszeitenstrukturen.Willkommen im JETZT! Antworten
Das ist aber kein Problem von Google, viele gross Firmen in der IT Industrie sind so, auch viele klein Firmen (natürlich nicht so pompös aber man versucht doch oft ein lockeres Arbeitsklima zu haben). Die Banken zahlen riesige Löhne um die guten Mitarbeiter zu binden - die IT Industrie macht es durch ein gutes Arbeitsklima. Ich denke jedoch das dies weniger verwerflich ist. Antworten
Für Unternehmen der New Economy nicht unüblich solche Arbeitsumfelder zu schaffen. Der Gedanke finde ich indes gar nicht so schlecht. Nimmt man z.B Banken als Gegensatz: Dort verdienen die einen mit Lohn & Bonus, andere erachten nicht nur Geld als besonderen Ansporn sondern auch das sie der Arbeitgeber um den Haushalt kümmert Kinder, Einkauf usw als ebenso wichtig. Ich habe google kürzlich besucht Antworten
Ich vermute, dass Google das Feeling, wie es im Studentenwohnheim herrschte, rüberbringen und so entspannte, motivierte Mitarbeiter haben will die nicht gross auf die Zeit schauen. Ob das mit über 25-Jährigen funktioniert bezweifle ich. Ich bin älter und hätte als Motivator lieber mehr Lohn, ein Einzelbüro und um 17 Uhr Feierabend als Gratis Kantinenfood und einen Jöggelikasten. Antworten
Das mit der Sekte ist gar nicht so abwägig wie das im 1. Moment ausschaut! Vor einiger Zeit versuchte ich mit Google ins Geschäft zu kommen, keine Chance! Bei Google sind die "Eintrittsmauern" für neue Geschäftspartner sehr hoch, ich denke, man ist hier "grundsätzlich unter sich" und gegen Aussen völlig abgeschirmt. Als spezialisierter Berater finde ich dies sehr gefährlich, eben eine "Sekte"! Antworten
Die Fotos geben einen falsches Eindruck. 95% der Fläche bei Google sind normale Grossraumbüros, nur 5% sind auf die eine oder andere Art speziell (diese allerdings sind fast alle fotografiert worden). In der IT-Branche ist das übrigens üblich, auch bei Facebook oder sogar Microsoft sieht es so aus, ja sogar in anderen Schweizer IT-Buden. Gleich von "Sekte" zu sprechen ist peinlich... Antworten
Ich und meine Freunde nennen Google schon länger scherzhaft "Gott". Google hat es sich zum Ziel gemacht das ganze Wissen der Menschheit allen zugänglich zu machen. Also Allwissend zu sein. Und seit dem Hollywoodstreifen "13 Geister" wissen wir das wenn Wissen Macht bedutet dann ist Allwissenheit Allmächtigkeit, beides zusammen wäre dann die gängige Definition von "Gott". Antworten
Als angehender Informatiker ETH, erfreut über die ausführliche Berichterstattung, möchte ich hier auf einen interessanten Umstand hinweisen: Grosse Würfe wie Facebook, Google-Suche oder Napster entstanden nicht in streng reglementierten Arbeitsumgebungen, sondern während der Freizeit. Darum setzen verschiedene Unternehmen (nicht nur Google) auf diese Arbeitsumgebung, was sich auch bezahlt macht. Antworten
Papperlapapp. Vermutlich sind halt wieder ein paar "altbackene" Arbeitgeber - wie es von denen wimmelt - schlichtwegs überfordert mit dem neuen Durchzug wie er von Unternehmen wie Google kommt. Einfacher Kritik zu üben als sich selber zu bewegen. Einmal mehr: Innovation überholt alles am Ende. Das ist so sicher wie das "Amen" in der Kirche - oder war das schon sektiererisch? Antworten
Warum nicht? Mal was Neues!!! Da gibts genügend andere Firmen, die "binden" ihre Mitarbeiter an sich, in dem sie ihnen nicht genug zum Leben aber zuviel zum Sterben geben und es schamlos ausnützen, dass einer mit 55 eh nichts mehr zu husten hat auf dem Arbeitsmarkt. Antworten
Ach, herrje... Dieselbe Schiene hat vor Jahren schon Microsoft gefahren. Wir wollen nur die begabtesten und genialsten Mitarbeiter! Unter IQ 150 läuft bei uns nix! Alles für die Firma! Dafür verwöhnen wir euch nach Strich und Faden! Und trotzdem hat es Microsoft nie geschafft, ein wirklich gutes Betriebssystem zustande zu bringen, und ohne das uralte MS Office wären sie längst pleite. Antworten
Grundsätzlich sehr zu begrüssen, wenn auch gleich von der Umsetzung her etwas übertrieben für meinen Geschmack. Mit "amerikanisch" hat das nichts zu tun. Aber es ist sicher richtig, dass beide Seiten davon provitieren. Der Arbeiter gedeiht als Mensch und das Unternehmen wirkt als Saftpresse. Ist ja nicht anders als in der typischen Arbeitsumgebung. Nur das alles eben kreativer ist. passt scho! Antworten
Ich gebe zu, dass ich etwas neidisch (nicht missgünstig) und etwas unwissend (nicht dumm) bin, wenn ich mir die Arbeitsplätze anschaue. Über die Absichten von Google kann ich nur rätseln: Psychologie? Marketing? Auf jeden Fall regt dieses Büro die Gehirnzellen an, auch die von aussenstehenden 'Bünzlis'. Und angeregte Hirnzellen sind Rohstoff und Werkzeuge von Google. Das macht wohl so Sinn. Antworten
Man mag Google manches vorwerfen können, aber meines Wissens zwingen sie niemanden, für sie zu arbeiten. Wem solche Bedingungen nicht behagen, findet reichlich Alternativen. Und unter jenen, die eine solche nutzen müssen, gibt es wohl nicht wenige, die sich wünschen würden, ihr Arbeitgeber würde sich bei Google eine Scheibe abschneiden. Antworten
Es scheint mir etwas gar eine Überflutung von Sinneseindrücken und Sozialkontakten zu herrschen, ob man da wirklich noch Fokussieren kann auf das Wesentliche? Halt, Aus, Stop, würde ich sagen wenn ich dort arbeiten würde, und meinen Arbeitslplatz ausschliesslich in einem Einzelbüro einrichten. Antworten
So sieht ein modernes Arbeitsmodell aus. Die Leute arbeiten dann, wenn sie am produktivsten sind und nicht weil Reglemente vorschreiben wann man im Büro sein muss. Google unerstützt dieses Modell mit einer einzigartigen Infrastruktur und fördert damit die Motivation und das Wohlbefinden der Mitarbeiter und der Erfolg scheint Google Recht zu geben... Antworten
Meine Freizeit teile ich lieber mit Leuten aus meinem privaten Umfeld. Google hingegen verschiebt die Freizeit seiner Mitarbeiter ins Büro und macht so noch abhängiger vom Arbeitgeber. Ein Witz ist, dass Google diese Räume zwar anbietet, sie jedoch kaum genutzt werden (ausser Kantine und Caféteria). Trotzdem sind die Mitarbeiter 12 und mehr Stunden am Arbeitsplatz - an kleinen Tischen. Antworten
In den Kommentaren lese ich häufig, dass Freizeit und Arbeitszeit zu sehr vermischt werden. Dazu gibt es eine gute Erklärung: Googler haben gegen diese Vermischung rein gar nichts, da für sie die Arbeit die Freizeit und umgekehrt ist. Wieso trennen, wenn beides bei Google Spass macht?! Antworten
Die Leute scheinen eine Menge Spass an GuitarHero zu haben, dass Problem ist allerdings, dass das Spiel gar nicht läuft!!! Nichts gegen Google, aber diese Fotos sehen mir etwas gar gestellt aus. Ich würd meinen Angestellten auf jeden Fall keine Videospiele mit einem dermassen hohen Suchtfaktor zur Verfügung stellen-ausser ich wollte dass sie den Bezug zum richtigen Leben vollends verlieren,hm... Antworten
Googles Konzept beeindruckt schon stark. Man ist versucht zu Glauben, dort werde nicht gearbeitet, was wohl ein Irrglauben ist. Wir müssen in der Firma sogar 1 Franken für den Kaffee bezahlen. Die Arbeitsplätze sind unfreundlich und das Arbeitsklima schlecht. Ich würde gerne bei Google arbeiten. Nicht, weil ich eine ruhige Kugel schieben möchte sondern weil es eine interessante Arbeitsform ist. Antworten
Ich muss auch dauernd erreichbar sein, habe keine Zeit für Familie und Freunde, aber ich arbeite nicht in einem solch tollen Umfeld. Daher schaue ich mir neidisch diese Bilder an. Wie Peter Müller bereits gesagt hat, ist Ergonomie für sehr viele Firmen leider ein Fremdwort. Antworten
Um mich wohlzufühlen brauche ich im Büro ein nettes Arbeitsklima, einen grossen Schreibtisch, einen bequemen Bürosessel einigermassen Ruhe und eine grosse Raumhöhe weil einem grössere Räume mit niedrigen Decken "bedrücken" auf den Rest kann ich verzichten. Eine gute Kinderbetreuung für den Nachwuchs ist auch sehr wichtig. Antworten
Schon erstaunlich was man hier alles für Kommentare liest. Sehr viel Neid aber vor allem noch viel mehr Unwissen. Wie schon erwähnt, sind die Räume meist leer und werden sehr selten genutzt. Die paar Zooglers die ich kenne sind so motiviert und effizient wie wenige Menschen die ich kenne. Und von wegen immer erreichbar, das sind einige wenige, die meisten haben genau so Feierabend wie alle anderen Antworten
Ich würde bei Google nicht arbeiten wollen, weil das Unternehmen meiner Ansicht nach gegen die Ethik verstösst. Z.B. Werden vom Googlemobil einfach Leute fotografiert, ohne sie zu fragen, und danach online gestellt. Auch werden einfach Bücher gescannt; nach dem Motto: einfach mal machen, bis jemand klagt. So geht es nicht und ich würde da nicht mitverantwortlich sein wollen. Antworten
Gerade aus arbeitspsychologischer Sicht gründet Arbeiten bei Google auf sehr modernen Erkenntnissen: der Arbeitnehmer als Individuum ganzheitlich anzunehmen, grundlegende Kompetenzen miteinbeziehen, Ad-Hoc Arbeitsweise, Miteinbezug bei Entscheidung und Projekten und angenehme Gestaltung des Arbeitsplatzes. Viele andere Firmen ziehen einzelne Aspekte aus Googles Philosophie ernsthaft in Erwägung! Antworten
Faszinierend. Aber eigentlich wird hier nur umgesetzt, was ansonsten kreativen (Top-)Managern vorbehalten ist: Kreativ arbeiten wann und wo es gerade am Besten ist. Was sonst macht denn den erfolgreichen Topmanager aus, wenn nicht solches "24-Stunden-Arbeiten"? Google überträgt das auf alle seine Mitarbeiter - der Erfolg kann gar nicht ausbleiben. Antworten
Neu ist das nicht. In den 80er Jahren hatte die damalige Nr.2 im IT Geschäft, DEC (Digital Equipment Corp.), ein ähnliches Projekt in Finnland umgesetzt. Dies im Zug der Umstellung auf Grossraumbüros. Die Schweizer Niederlassung plante ähnliches, liess es aus Kostengründen dann aber bleiben. Macht schon Sinn, an andern Orten als im Grossraum-Einerlei arbeiten zu können. Antworten
Ich denke, um hier glücklich zu arbeiten braucht es eisernen Leistungswillen, den Vorzug der Google Familie vor der eigenen Familie, Freunden/Kollegen sowie Ideenlosigkeit zur Gestaltung der Freizeit - und ein gewisses asoziales Verhalten?. Keine Zeit für Menschen ausserhalb der Firma, z.B. Vereine, Organisationen? Oder sehe ich das falsch? Gibt es Googler in privaten Vereinen aktiv mitmachend? Antworten
Hier wird auf Eigenverantwortung gesetzt und solange die Ziele erreicht werden - warum nicht. Faule Eier werden sehr schnell durch die eigene Belegschaft erkannt und der Betroffene bekommt dies zu spüren. Den das Team garantiert den Erfolg. Die Gefahr des Mobing's ist allerdings sehr gross. Da braucht es Fingerspitzengefühl der Entscheidungsträger. Antworten
Unglaublich. Google erzählt uns, sie hätten "keine Zeit" um die Streetview-Aufnahmen so aufzubereiten, dass keine Personen und Nummernschilder erkennbar sind. Schon klar, wenn die Mehrheit der Angestellten ganze Nachmittage in der Lounge oder dem Dschungel döst. Viel kreatives kommt dabei auch sonst nicht heraus. Siehe "Buzz". Naja, lange wird das nicht gutgehen. Musste schon Yahoo! lernen. Antworten
Ich denke, so ein Umfeld ist sicher stressabbauend, aber sicher nicht für Schweizer Bünzlis geeignet. Ideal wäre es, wenn jeder in einer Umgebung arbeiten könnte, wo er sich wohl fühlt und seine beste Leistung bringt und zu Zeiten, die ihm am besten liegen. Da scheint wohl Google die am meisten vorbildliche Firma zu sein. Antworten
Faszinierend das einige Leser sogar dieses wunderschöne Arbeitsumfeld schlechtreden möchten. Ich finds klasse. Kenne selber 2 google angestellte. Lohn gut, arbeitsklima auch, Praktikum in LA mit Villa und Swimmingpool. Hat man's mal bis dort hin geschafft, möchte man sich das nicht verscherzen. Leistung ist also garantiert. Zumal google sich seine Angestellten auch sehr sorgfältig aussucht. Antworten
Die dauernde Erreichbarkeit müsste nicht sein, aber immer noch das kleiner Übel als in irgendeinem Bünzli-Betrieb jeden Tag morgens um halb acht am Schreibtisch sitzen zu müssen, weil die Meinung vorherrscht, dass nur jene etwas leisten, die mitten in der Nacht aufstehen um früh am Arbeitsplatz zu sein. Antworten
Es ist schön zu sehen, dass unter all den grossen Abzocker Firmen, es doch eine Firma gibt, die einen kleinen Teil ihrer Mega-Gewinne direkt (und in welcher Form auch immer!) denjenigen zu Teil werden lässt, die dazu beigetragen haben, nämlich jedem einzelnen Mitarbeiter. Aber es ist traurig zu wissen, dass die Mega-Konzerne die Grossgewinne nur ein paar auserwählten Abzockern ausbezahlen. Antworten
Ich denke, dass dies vom Umfeld her sich nicht gross "leistungssteigernd" auswirken wird aber anscheinend verdient man mit einigen "Klicks" im Internet sehr viel Geld und leistet sich diese Art von "Arbeitsplätzen". Wenn man die Leute auf den Fotos "arbeiten" sieht sind diese nicht gerade in ergonomisch guten Posen..., ein gutes Pult mit Stehmöglichkeit und grosse Bildschirme sind das A & O! Antworten
Im Prinzip kann man ein solches benutzerfreundliches Arbeitsumfeld nur befürworten. Ob allerdings die totale Verschmelzung von Arbeitsplatz und Privatleben so positiv ist, wie sie auf den ersten Blick aussieht ist eine andere Frage. Für junge ungebundene Berufseinsteiger ist das sicher kein Problem und kann sehr hilfreich sein, den Uebergang von der Ausbildung zur Arbeitswelt einfacher zu meistern Antworten
Ich würde diesen Arbeitsplatz als modernen Hundezwinger bezeichnen. Mit volkommenem Wohlfühlprogramm für die Mitarbeiter. Einen Grund wird es wohl haben, dass die Mitarbeiter so bei der Stange gehalten werden müssen. Ob sich nun hier oder in einer Garage die besseren Ideen verwirklichen lassen sei mal dahingestellt. Und noch was, wir können ohne IT leben aber nicht ohne Brot!!! Antworten
es ist allerhöchste zeit dass der schweiz diese modell "verordnet" wird. dann verschwinden wir automatisch aus der europäischen spitze der psychisch kranken. erst als ich mich selbständig machen musste hat sich diese erkenntnis bestätigt. alle milliarden nützen sonst im prinzip wenig.. Antworten
Als arbeitgeberfinanzierter Terror würde ich dies nicht bezeichnen, eher als ~ Zwinger. Solange die Ergebnisse stimmen ist alles Paletti, für 9-to-5-Typen ist dies aber sicher nichts. Spasskultur existiert nur nach grossen Erfolgen. Seit mehr als 30 Jahren arbeite ich in diesen US-typischen Firmenkulturen und wundere mich immer wieder, dass ich mal Stechuhr-kontrolliert erfolgreich arbeiten konnte Antworten
Schöne Büros, coole Mitarbeiter, gratis Essen und Snacks, Sport während der Arbeitszeit. Alles schön und gut, aber zu welchem Preis? Für Arbeitnehmer mit Familien und Kindern ungeiegnet. Immer erreichbar? Was ist mit Freizeit, ah vergessen die verbringt der MA mit Arbeitskollegen beim Tischtennis. Soziale Kontakte nur noch zur Google Familie? Ist es das wirklich Wert? Antworten
Low-Budget Marketing: Anstatt viel Werbung zu schalten, berichtet der Tagi gratis über Google. Keine Frage, Google verkauft selber Werbung durch ihre Suchmaschine. Da weiss man, was man tut. Für Kreativität und Arbeit braucht man viel Platz aber kein Jungle Camp. Wer nur in den Ferien gute Ideen hat, der fühlt sich im Job unwohl und entfaltet sich gar nicht. Der Bezug zum Job muss vorhanden sein. Antworten
Wo Kreativität gefragt ist, kann ein lockeres und entspannendes Ambiente durchaus Sinn machen, es muss für beide passen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, und die Resulatete sollten auch stimmen. Stimmen Chemie, Leistung und Erfolg nicht (oder nicht mehr), macht es jedoch keinen Sinn, den Mitarbeitern ein solches Konzept aufzuzwingen bzw. sich als Mitarbeiter da reinzuzwängen. Antworten
Aus der Lernpsychologie und dem kreativen Denken weiss man, dass die wirklich guten Ideen zu über 75% nicht am Arbeitsplatz entstehen. Messungen zeigen, dass Ferien und die Natur die besten Ideenlieferorte sind. Deshalb macht Google alles richtig. Google nutzt das, was Gewinn bringt. Arbeit und Freizeit zu verbinden, ist ideal. Das Hobby zum Beruf machen, oder umgekehrt, bringt am meisten. BRAVO! Antworten
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Ben Müller
Habe das Glück bei einem Arbeitgeber mit einem ähnlichen Arbeitsumfeld zu arbeiten. Obwohl, auf alles was geboten wird bin ich nicht angewiesen, aber jede und jeder pickt sich raus was er will. Ein hoher Wohlfühlfaktor fördert definitiv die Arbeitsleistung, dessen bin ich überzeugt. Denke dass sich weitere Firmen diesem Trend anschliessen werden (müssen). Antworten