Das endgültige Aus für Google in China?
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Dem US-Internetkonzern Google (GOOG 703 0.44%) drohen erneute Probleme in China. Im Moment prüft das Unternehmen neue Bestimmungen der chinesischen Behörden für Landkartendienste im Internet, wie eine Google-Sprecherin in Peking am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP sagte. «China hat kürzlich weitreichende Regelungen im Zusammenhang mit Online-Kartendiensten eingeführt. Wir untersuchen nun diese Bestimmungen, um ihre Folgen für unsere Kartendienste in China nachzuvollziehen.»
Der Suchmaschinenbetreiber Google liegt seit Monaten bereits wegen Zensurbestimmungen und Hackerangriffen auf seine Angebote mit den chinesischen Behörden im Streit.
Ohne offizielle Genehmigung geht nichts
Einem Bericht der Zeitung «China Daily» zufolge legen die in diesem Monat eingeführten Regelungen fest, dass alle Anbieter von Karten- und Stadtplandiensten im Internet eine offizielle Genehmigung einholen müssen.
Wenn diese Erlaubnis nicht bis zum Jahresende erteilt wird, droht den Angeboten demnach ein Verbot durch die chinesischen Behörden. Ausländische Anbieter müssen der Zeitung zufolge zudem Kooperationen mit chinesischen Anbietern eingehen, um ihre Dienste in China weiter anbieten zu dürfen. Die zuständige Behörde für Landvermessung und Kartografie habe bereits einige Anträge ausländischer Firmen erhalten, die derzeit noch geprüft würden.
Die Server sind nicht in China
Beobachtern zufolge könnte Google Schwierigkeiten haben, die nun geforderte Erlaubnis für seine Online-Landkarten- und Stadtplandienste zu erhalten. Denn Google hat die entsprechenden Informationen auf Servern ausserhalb Chinas liegen.
Die Regierung in Peking, die das Internet streng überwacht und zensiert, macht es den Anbietern mit den neuen Regelungen aber zur Pflicht, die Daten auf Rechnern in China zu speichern. Google bietet einen Stadtplan- sowie einen Kartendienst, mit dem sich Nutzer Landkarten und Satellitenfotos von Städten oder Landschaften anschauen können. Der Dienst Google Street View, der detaillierte Strassenansichten bietet, ist für China nicht verfügbar.
Die fast 400 Millionen Internetnutzer in dem kommunistischen Land dürfen auf viele ausländische Seiten wie das Internet-Netzwerk Facebook und das Video-Portal Youtube nicht zugreifen. Anfragen auf Internet-Suchmaschinen wie Google werden von den chinesischen Zensoren gefiltert. (rek/afp)
Erstellt: 24.06.2010, 13:20 Uhr
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