Das Internet als sicherer Datentresor

Wer seine wichtigen Daten automatisch in einem Datentresor im Internet speichern lässt, muss sich nicht mehr um deren Sicherung kümmern. Doch bei Tempo und Komfort haben die Internetfestplatten noch ihre Schwächen.

Die Sicherung der Computerdaten wird von vielen vernachlässigt.

Die Sicherung der Computerdaten wird von vielen vernachlässigt.
Bild: colourbox

Computerfestplatten werden immer grösser und billiger. Ihr Inhalt aber im Laufe der Zeit immer wertvoller. In digitalen Adressmanagern verwalten viele ihr gesamtes Beziehungsnetz, und die Schuhschachtel mit Briefromanzen ist einem Ordner mit E-Mails gewichen.

Datensicherung wird aber von vielen PC-Besitzern sträflich vernachlässigt: Man sollte es zwar regelmässig machen, schiebt es aber möglichst lange vor sich hin. Sicherungen auf CD oder DVD sowie externen Laufwerken sind nicht absolut sicher. Die Daten können infolge Alterung der Datenträger unlesbar werden.

Sicherung ins Internet

Einfacher und fast so sicher wie ein Schliessfach ist ein digitaler Datenbunker im Internet. Bei dieser Lösung werden die wertvollen Daten sogar regelmässig vollautomatisch in den Internettresor übertragen.

Voraussetzung fĂĽr die Datensicherung via Internet sind allerdings eine Breitbandverbindung und Geduld.

Pro Gigabyte und Monat zahlt man zwischen fĂĽnf und zehn Franken. Ein Gigabyte entspricht mehreren hundert Fotos oder Tausenden Word-Dokumenten und Mails. Bei Anbietern wie Gigabyte.de, mozy.com oder idrive.com sind ein bis zwei Gigabyte sogar kostenlos. Man kann diese Sicherungsdienste also risikolos erproben.

Für den Internet-Back-up registriert man sich auf der Seite eines Anbieters und installiert dann dessen Sicherungsprogramm auf dem Rechner. Nun muss man nur noch definieren, welche Ordner und Dateien automatisch gesichert werden sollen. In einem ersten Durchgang werden diese dann komplett ins Internet übertragen. Der Vorgang dauert bei gängigen Internetanschlüssen pro Gigabyte Daten rund 12 Stunden.

Automatische Sicherung

So viel Geduld ist allerdings nur bei der ersten Sicherung ins Internet nötig. Führt man später Änderungen an seinen Daten durch, wird nur noch die Veränderung übertragen, was dann meist innert weniger Minuten erledigt ist.

Virtuelle Festplatten

Zerstörte Daten können so vom Internet wieder auf die eigene Festplatte kopiert werden. Einige Anbieter liefern die gesicherten Daten notfalls sogar auf DVD an. Während reine Back-up-Dienste nur der Datensicherung dienen, gehen virtuelle Internetfestplatten noch einen Schritt weiter. Hier wird Speicherplatz im Internet wie ein normaler Dateiordner auf dem PC behandelt.

Auch hier ist die Installation eines passenden Programmes nötig. Installiert man das Programm sowohl auf einem PC zu Hause als auch im Büro, kann man von beiden Rechnern jederzeit auf identische Internetdaten zugreifen, was sehr bedienerfreundlich ist.

Anbieter Wuala

Bekannter Vertreter von virtuellen Festplatten fĂĽr Windows, Mac oder Linux ist das Schweizer Unternehmen Wuala. Hier wird jedem Benutzer ein Gigabyte Speicherplatz geschenkt. Alternativen zu Wuala sind box.net und getdropbox.com. Weitere wichtiger Anbieter von Internetfestplatten ist Microsoft mit den Angeboten Skydrive, Aivesync und Livemesh.

Bei allen erwähnten Angeboten sollten die Daten verschlüsselt werden. Dazu gibts spezielle Programme wie Truecrypt und 7Zip. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.01.2009, 10:03 Uhr

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