Bluewin-Konten blockiert
Von Mario Stäuble. Aktualisiert am 07.02.2012 23 Kommentare
Hacker-Angriffe möglich
Auch das drahtlose Internet macht der Swisscom Probleme. Es geht um Router – jene Kästchen mit Antenne, die bei den Kunden das WLAN im Gebäude verteilen. Ein Teil dieser Router verfügt über die sogenannte WPS-Funktion, die es den Anwendern leicht machen soll, ihre Geräte mit dem Internet zu verbinden. Ende Dezember stellte sich heraus, dass Hacker ebendiese Funktion ausnutzen können, um sich in geschützte Netzwerke einzuklinken. Laut Swisscom-Sprecher Carsten Roetz sind mehrere Hunderttausend Kunden betroffen. Auf ihrer Website empfiehlt die Swisscom all jenen Kunden, welche Vorsichtsmassnahmen treffen wollen, ihr WLAN abzuschalten und per Kabel zu surfen. Die Swisscom hat laut Roetz von den Router-Herstellern Motorola und Pirelli ein Sicherheits-Update erhalten: «Bis Ende dieser Woche wird das Update auf allen Geräten automatisch installiert.» (ms)
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Seit mehreren Monaten haben Tausende Bluewin-Kunden Probleme mit dem Zugriff auf ihre E-Mails. In unregelmässigen Abständen ist das Einloggen und das Herunterladen der Nachrichten blockiert. Mal dauert die Störung wenige Minuten, mal sind die Konten während Stunden nicht verfügbar.
Nun hat die Swisscom (SCMN 352 0.09%) ein ungewöhnliches E-Mail an die betroffenen Nutzer versandt, das dem TA vorliegt. Es beginnt mit einer Entschuldigung: «Sie waren in der Vergangenheit von Störungen bei unserem E-Mail-Service betroffen. Wir bedauern dies sehr und entschuldigen uns bei Ihnen für die entstandenen Unannehmlichkeiten.»
«Unsere Rechner werden überschwemmt»
Danach folgt das Eingeständnis, dass das Problem bislang nicht gelöst sei: «Leider können wir zum heutigen Zeitpunkt nicht ausschliessen, dass in den nächsten Wochen erneut Stabilitätsprobleme bei unserem E-Mail-Service auftreten.» Was ist da los? Zu viel Spam, sagt Swisscom-Sprecher Carsten Roetz. «Unsere Rechner werden seit letztem Jahr immer stärker mit unerwünschter Werbung überschwemmt.»
Vor allem sogenannte Bot-Netze sind es, welche die E-Mail-Kanäle verstopfen: Spammer schliessen eine Vielzahl von fremden Computern mittels virenähnlichen Programmen zu Netzwerken zusammen. Diese ferngesteuerten Rechner bombardieren dann in koordinierten Aktionen die Mail-Anbieter mit so vielen Spam-Nachrichten, dass die Rechner die Anfragen nicht mehr beantworten können – und zusammenbrechen.
Umbau dauert 6 Monate
Als grösster Mail-Anbieter der Schweiz ist die Swisscom ein prominentes Ziel. Zur Frage, aus welchen Ländern der Spam komme, will Roetz keine Stellung nehmen. Man habe aber Gegenmassnahmen ergriffen: «Wir sind seit Oktober 2011 daran, alle E-Mail-Konten auf neue, leistungsfähigere Rechner zu migrieren.» Wer seine E-Mails auf einem neuen Server hat, spürt nichts mehr von der Überlastung. Noch sind aber rund 300'000 von insgesamt 3,5 Millionen Konten auf alten Servern platziert, und es wird voraussichtlich bis März dauern, bis alle Daten auf die neuen Maschinen verschoben sind.
Sandro Bertschinger, Mitbesitzer der Webhosting-Firma Hostpoint, zweifelt daran, dass die Swisscom dieser Umstellung eine hohe Priorität einräumt: «Wenn wir nur schon drei Monate brauchen würden, um unsere Server zu migrieren, würden wir schlechte Arbeit machen.» Die E-Mail-Konten seien für die Swisscom-Kunden gratis und deshalb aus Ertragssicht wenig interessant.
Kunden nicht entschädigt
Carsten Roetz widerspricht: Ein Grossteil der Kunden bezahle für die E-Mail-Adressen im Rahmen des Internetzugangs. Die Swisscom bemühe sich, die Umstellung so schnell wie möglich abzuschliessen, aber das Projekt sei sehr aufwendig. Es gehe um Hunderte Server, die gewechselt werden müssten, und gleichzeitig müsse der normale Betrieb weiterlaufen.
Für den Ausfall des E-Mail-Services erhalten die betroffenen Kunden keine Entschädigung. Immerhin: Mails sind keine verloren gegangen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 06.02.2012, 21:23 Uhr
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23 Kommentare
Ich arbeitete selber 4 Jahre bei Swisscom im Support und während all den Jahren hatten wir ständig Probleme mit dem E-Mail-Dienst, ich glaube deshalb nicht daran, dass Swisscom es diesmal endlich schafft. Ausserdem kann ich mich an kein Projekt erinnern, das auch nur annähernd pünktlich und erfolgreich abgeschlossen wurde in den 4 Jahren. Tipp: Sucht euch einen besseren E-Mail-Dienst wie zb. gmail Antworten
Im Vergleich zu anderen E-Mail-Anbietern ist die Swisscom recht lässig mit Spam-Mail umgegangen. Als IT-Sicherheitsfachmann habe ich mehrfach Emails an den Swisscom-Support geschrieben mit klaren Hinweisen auf technische Ursachen. Die Antworten waren absolut unqualifiziert, teilweise sogar dumm. Kein Wunder, dass Bluewin ein beliebter Angriffspunkt für SPAM-Versender ist. Wir alle zahlen das mit! Antworten
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