Digital
BP kauft den Begriff «Ölkatastrophe»
Von Reto Knobel. Aktualisiert am 10.06.2010 30 Kommentare
BP first: Resultat der Suche von «Oil Spill» auf Google.com.
Links
Dossiers
Artikel zum Thema
- BP-Aktie stürzt weiter ab
- Nun kümmern sich die Staatsanwälte um BP
- Obama hätte BP-Chef schon gefeuert
- BP finanziell am Anschlag
- BP soll seit Jahren Sicherheit bewusst vernachlässigt haben
- BP fordert 20 Milliarden Dollar Entschädigung
- Ungestillter Durst nach Tiefseeöl
- BP erklärt Konzernkrise für beendet
SwissquoteExklusiver Trading-Partner
Der nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko in die Kritik geratene Konzern BP (BPAM 5.822 -1.22%) hat bei den Suchmaschinen Google, (GOOG 606.77 -0.38%) Bing und Yahoo (YHOO 15.83 0.06%) den Suchbegriff Oil Spill (Ölkatastrophe) und andere Wörter gekauft. Dieser Sachverhalt wurde vom Sprecher des Konzerns, Toby Odone, gegenüber «ABC News» bestätigt.
Der Hintergrund: Ergebnisse zu für den Ölmulti heiklen Artikeln oder Websites kommen nun in der Trefferliste erst weiter hinten. Ein Eintrag, der (zumindest auf den englischsprachigen Suchmaschinen) zuoberst erscheint, ist «Gulf of Mexico response» – die Site gehört BP und zeigt unter anderem ein Bild von Arbeitern, die einen relativ sauberen Strand an der Südküste der USA putzen. BP wird es mit dieser prominenten Platzierung massiv erleichtert, ihre Sicht der Dinge («es ist alles gar nicht so schlimm») an den Mann und die Frau zu bringen.
50 Millionen für die Imagepflege
BP hat bislang noch nicht bekannt gegeben, wie viel diese PR-Anstrengung kostet (Experten gehen von 10'000 Dollar pro Tag aus), aber erst kürzlich kritisierte der amerikanische Präsident Barack Obama den Konzern, weil dieser «50 Millionen Dollar für Imagewerbung am Fernsehen» ausgebe. Die neuste PR-Aktion dürfte die Gemüter kaum beruhigen. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters rechtfertigte sich ein Sprecher: «Wir wissen, dass Leute sich via unsere Website informieren wollen. Wir helfen ihnen nur, leichter direkt entsprechende Begriffe zu finden.»
Legal, ethisch problematisch
Google ermöglicht Firmen gegen Bezahlung die Platzierung von Suchtreffer-Links. Diese sind auf Google.com mit «Sponsored Links» gezeichnet. Sie heben sich von den normalen Suchtreffern ausserdem durch eine andere Hintergrundfarbe ab. Viele Nutzer achten allerdings nicht auf diese Unterscheidung. Vor allem, wenn diese Einträge nicht seitlich, sondern zuoberst auf der Google-Trefferliste erscheinen.
Darum wird die Kritik immer grösser, dass BP über Google die unabhängigie Berichterstattung zum Öldesaster behindert. Zumal Medien gemäss einem Bericht des «Sterns» wiederholt von BP-Mitarbeitern an einer Berichterstattung über das austretende Öl gehindert wurden. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.06.2010, 12:48 Uhr
WRITE A COMMENT
30 Kommentare
@ Tom Kuhn: Natürlich wäre es besser, nicht ständig Google zu bemühen. Ich persönlich versuche so oft es geht sogenannte Grüne Suchmaschinen zu benutzen, oftmals muss ich dann aber doch wieder auf Google zurückgreifen, da die Treffer bei den anderen Suchmaschinen oft nichts mit dem gewünschten Suchbegriff zu tun haben, bzw. die Ergebnisse von Google einfach am besten sind- leider... Antworten
M. Monaro,(D. Kobler, Th. Mueller): Glaube auch, dass man "die Konsumenten", "Benutzer" etc. unterschaetzt. Generell. Immer wieder. 1. Wer sind die Konsumenten etc.? Ich und du und sie. 2. Wir sind nicht bloed. Nicht immer. Nicht grundsaetzlich. Wir koennen uns bloed stellen und die Augen verschiessn. Und hier (BP) weiss jeder, was Sache ist. Antworten
@ Adrian Wehrli: Offensichtlich haben sie sich noch nicht darüber informiert durch welche Fahrlässigkeit es zu dieser Katastrophe gekommen ist . Googeln sie doch mal nach " Black Rain Florida", sollte das wirklich der Fall sein, dann wird auch ihnen dieses infantile Verharmlosen vergehen. Übrigens nein, ich besitze keine motori- sierten Fahrzeuge. Antworten
das alles ist sehr schlimm, ekelhaft und frustrierend... aber welcher Amerikaner (Schweizer, Chinese etc.) verzichtet deswegen auf irgendetwas, was mit Öl funktioniert (Auto, Plastik, warmes Wasser usw) ... oder hat Herr Obama ein Solar Flugzeug? ... das ist die Folge unseres Zivilisationswohlstands ... BP befriedigt bloss ein weltweites Bedürfnis ... alles Reklamieren ist Scheinheilig Antworten
Es ist die Macht der Presse und der NGOs Druck auf gelistete, mulinationale Konzerne auszuüben. Das ist auch gut so. BP vorzuwerfen es ginge denen nur um das Image ist scheinheilig. Der Presse geht es nur um die Katastrophenstory und die Auflagen, den NGOs um Angstmacherei und Spenden. BP setzt aus gutem Grund alles daran das "Golfproblem" zu lösen, alles andere wäre einfach nur dumm. Antworten
@ Thomas Müller: Sie machen einen Denkfehler: Der Autofahrer ist nicht Schuld an der Ölkatastrophe, genausowenig wie der Stromverbraucher an Tschernobyl. Es liegt an den Betreiber der Anlagen (und am Gesetzgeber) sich an Murphys Gesetz zu erinnern und entsprechende Massnahmen zu treffen. Und falls sie mich persönlich angreifen wollten, ich hab kein Auto, dafür Mobility und ein paar Velos. Antworten
BP kauft die Begriffe Ölkatastrophe und so weiter. Ich kauf wo immer es geht keine Artikel von BP oder BP zugehörenden Firmen mehr. Klar bin ich kein Grosskunde, aber ich tu was ich kann. - Firmen wie BP, verdienen an den Bodenschätzen der Welt immens viel Geld. Eigentümer dieser Bodenschätze ist die Menschheit, Eigentümer der Meere, die mangels Vorsicht verseucht werden ist die Menschheit. Antworten
@Thomas Müller (14:52h): Das Ölleck ist UNSER Ölleck. ALLE Menschen sind Konsumenten dieses Öls und tragen eine Verantwortung. Sie denken nur beim Autofahren an Öl? Weit gefehlt! Öl ist in über 90% unserer alltäglichen Dingen drin, sei es Plastik, Kleidung, Schuhe, Spielsachen drin. Weil das Öl nun knapp ist, muss es an extremen Orten gefördert werden. Wer kann schon darauf verzichten?! NIEMAND Antworten
Vor Jahren verseuchte die nukleare Wiederaufbereitungsanlage Windscale die britische Westküste. Aus Imagegründen erfolgte ein Namenswechsel zu Sellafield. Auch BP (British Pollution!) versucht nun mit Marketingmassnahmen prioritär das ölverschmierte Image zu retten. Anderes (Umweltfragen etc) ist sekundär und der CEO darf ungestört flunkernd um Mitleid betteln (er will sein früheres Leben wieder). Antworten
@ Kobler - machen Sie es besser ! Wenn sie nächstes Mal ins Auto steigen denken Sie bitte an all das böse Oel im Golf. Alle Autofahrer die sich hier künstlich aufregen sollten vielleicht nicht nur beim Autofahren einen Gang höher schalten sondern auch beim Nachdenken ! Antworten
...und wieder einmal frage ich mich, wofür das Management Millionen an Boni kassiert. Trägt bisher nur eine Person eine Verantwortung? Wurde der BP CEO angezeigt? Verhaftet? Ist er schlussendlich nicht auch für das Risiko Management verantwortlich? Ohne Möglichkeiten, das Management direkt zur Verantwortung zu ziehen, werden es diese Leute nie lernen. Antworten
Das BP nun so an den Pranger gestellt wird ist heuchlerisch. Wir alle brauchen Oel, und die Zukunft der Oelförderung liegt Offshore. Der Staat Louisian würde mehr verlieren wenn das Offshore geschäft eingestellt würde, als die schlimmste Veschmutzung der gesammten Küste. Schockierend ist nur dass Lizenzen zum Bohren vergeben wurden (Washington) ohne die Lizenznehmer strenger zu kontrollieren. Antworten
@ Mario Monaro: Und haben sie auch den letzten Abschnitt gelesen? Da geht es nicht um Treffer bei Goolge, sondern darum Journalisten den Zugang zum Strand zu verwehren, sie könnten ja einen toten Fisch fotographieren oder schlimmer noch einen krepierenden Vogel filmen. Lieber zeigt man den Journis ein paar tüchtige Angestellte die gerade einen Vogel sauber geputzt haben. Antworten
Auch wenn es illusionär ist, den vorhandenen Reichtum gleichmässig aufteilen zu wollen, scheint es doch sehr wichtig und im Interesse aller, zumindest zu verhindern, dass einzelne Personen oder Unternehmen mit finanziellen Mitteln im Grössenbereich von Staatsbudgets operieren können. Antworten
Es dürfte sich um die ganz normale Werbedienstleistung von Google handeln: Google Adwords. Da zahlt BP für jeden einzelnen Klick, der auf diesen Eintrag in der Google Suchliste erfolgt. Die Empfehlt kann daher nur lauten: Möglichst häufig anklicken! Antworten
Jetzt sehen einige Leute, wie mächtig Google eigentlich ist. Wer im Internet recherchiert, sollte vermehrt andere Suchmaschinen bedienen. Mit Geld und der Hilfe von Google, können Meinungen manipuliert werden. Anstatt für die Umwelt und betroffenen Menschen Geld auszugeben, kümmert sich BP lieber um Markenpflege. Ethik und Moral sind Fremdwörter für BP-Manager. Schade!! Antworten
Es wird Zeit, dass viele Leute die Augen öffnen und nicht mehr alles mitmachen und gutheissen, was die uns von oben diktieren. Steht auf. Und schaut diesen Machthungrigen genau auf die Finger! - Es ist ein Armutszeugnis, wenn BP damit verhindern will, dass gegen sie gerichtete Artikel erst in zweiter Priorität gefunden werden. Antworten
Das ist einer der Beweise, weshalb es BP weniger um die Sache als ums Image geht. Sicherlich, die Presse übertreibt mitunter. Doch man erhält aufgrund der Vorfälle den Eindruck, das von BP eingesetzt Team sei unfähig. Da wurde ein Aufruf nach Vorschlägen gemacht. 1 Mio sollen eingegangen sein. Übrig geblieben ist ein Ölloch, das vermutlich noch Jahre weitersprudelt, allen Beteuerungen zum Trotz. Antworten
Wenn ich den Artikel richtig interpretiere, schaltet BP also Inserate auf den Suchmaschinen. So what? Damit wird die unabhängige Berichterstattung wohl nicht behindert. Dass viele Benutzer zwischen regulären und sponsored Links nicht unterscheiden widerspricht meinen Erfahrungen. Antworten
Wenn BP das gleiche Engagement beim Stopfen des Öllochs zeigen würde wie bei der Kontrolle des Informationsflusses wäre das Loch längst dicht. Und wenn die Leute auf der Plattform nur halb so professionel und weitsichtig gewesen wären wie die PR Abteilung jetzt wäre die Katastrophe nie passiert. Antworten
Das beste Beispiel dafür, warum Farbbeutel gegen Banken und Multikonzerne geworfen werden. Wer über sehr viel Geld verfügt kauft sich seine Freiheit oder Meinung. Das ist sehr antidemokratisch und erzeugt Widerstand. Die einfachen Leute dürfens dann ausbaden, ob Polizist oder Steuerzahler Fischer Glaceverkäufer. Antworten
Digital
Emil Frey AG Autocenter Bern
Geniessen sie die Strasse mit dem neuen Subaru XV. Nur im Emil Frey Autocenter Bern.





Ben Müller
Letztlich sitzen wir alle in demselben Boot, richtig. Aber: ich bin als Konsument (mit durchaus bewusstem Kaufverhalten) einfach nicht bereit für jede Schindluderei eine Mitverantwortung zu übernehmen! Ausserdem führt dieses 'wir sind alle schuld' Getue dazu dass wir uns im kollektiven Schuldgefühl bejammern und passieren tut nichts! Schuld hier ist schlicht und einfach BP. Fertig. Antworten