Reto Knobel
Ressortleiter Digital
«Apple = Sony»
Aktualisiert am 30.04.2012 61 Kommentare
Dossiers
Artikel zum Thema
- Der Niedergang eines legendären Konzerns
- Berichte: Sony streicht 10'000 Stellen
- Nur Samsung kann es mit Apple aufnehmen
- «Apple hat keine Fehlerkultur»
- «Die Apple-Aktie ist spottbillig»
- «Eine grosse Bedrohung»: Apple-Aktie taucht
Bildstrecke
Quellen
Teilen und kommentieren
SwissquoteExklusiver Trading-Partner
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Bildstrecke
Nicht zum ersten Mal hat Apple (AAPL 442.93 2.23%) es den Kritikern wieder mal gezeigt: 35 Millionen iPhones und 11,8 Millionen iPads verkaufte der Konzern im ersten Quartal 2012, er verbuchte in den ersten drei Monaten dieses Jahres einen Reingewinn von 11,6 Milliarden Dollar und erwirtschaftete einen Umsatz von fast 40 Milliarden Dollar. Der im kalifornischen Cupertino beheimatete Apfelkonzern verfügt über 100 Milliarden Dollar Bargeld und ist mit einem Börsenwert von 600 Milliarden Dollar die wertvollste Firma der Welt.
Die ganze Finanzwelt jubelt. Die ganze Finanzwelt? Nein. Ein von unerschütterlicher Zurückhaltung befallener Finanzanalyst hört nicht auf, den Optimisten Widerstand zu leisten. Sein Name: Walter Piecyk. Nachdem der Wall-Street-Analyst am 9. April eine kritische Analyse des iPhone-Konzerns publiziert hatte, sank der Marktwert des Unternehmens innerhalb von fünf Tagen um 53 (!) Milliarden Dollar (eine Zusammenfassung seiner Analyse finden Sie hier).
Ein Chef ohne Charisma
Prominente Unterstützung erhält Piecyk von George Colony. Der Chef des Marktforschungsunternehmens Forrester twitterte vor wenigen Tagen seine eigene Analyse, in welcher er das Ende des Apple-Höhenflugs prophezeit. Nach dem Tod von Steve Jobs im vergangenen Jahr habe der Konzern mit der Wahl von Tim Cook als neuen Konzernchef die falsche Wahl getroffen, schreibt Colony. Cook sei kein schlechter Chef, aber kein Charismatiker wie der «iGod».
In Anlehnung an eine These des Soziologen Max Weber über Unternehmen, die sich in drei Gruppen unterteilen lassen (bürokratische, traditionelle und charismatische Organisationen) charakterisiert George Colony Apple als charismatischen Konzern, der ohne den ehemaligen Denker und Lenker Steve Jobs nur kurzfristig dominieren kann. Cook, so Colony, sei zwar ein «bewährter und kompetenter Manager», anders als sein Vorgänger praktiziere Cook aber einen bürokratischen Führungsstil. Unter Cook werde das Unternehmen stagnieren, folgert Colony, Max Weber zitierend: «Charisma kann nur geweckt und getestet werden, nicht gelernt oder gelehrt». In diesem Sinne wäre Apple mit einem CEO-Wechsel besser bedient: «Ich würde eher (Chefdesigner) John Ive oder (iOS-Chef) Scott Forstall auf dem Chefposten sehen.»
«Apple wird wanken und langsamer werden»
Apples Erfolgsgeschichte (in Colonys Worten: Momentum) dauere noch ein bis zwei Jahre an. Dann, falls keine charismatische Führungspersönlichkeit das Ruder übernehme, wandle sich Apple «von einem grossartigen zu einem guten Unternehmen, mit einem entsprechend rückläufigen Gewinnwachstum und weniger Produktinnovationen (...). Apple wird wanken und langsamer werden.»
Dass Apples Erfolgsgeschichte der letzten Jahre kein Selbstläufer darstellt, sagt auch Neil Mawston. Anders als Colony argumentiert der Analyst des US-Unternehmens Strategy wirtschaftlich. «Einige Unternehmen beherrschen den Markt für eine Weile und gehen dann unter. In den 1980ern war Motorola an der Reihe, dann Ericsson und um das Jahr 2000 herum Nokia. (NOK 2.93 1.67%) Jetzt dominieren Apple und Samsung», so Mawston gegenüber dem «Wall Street Journal».
Der Verweis auf die Geschichte
Colony erwähnt in seinem Blog Nokia mit keinem Wort – er verweist stattdessen auf die Geschichte der ehemaligen Pionierunternehmen Sony (SNE 16.479 4.62%) («Apple = Sony»), Polaroid und Disney, welche nach dem Tod ihrer charismatischen Lenker Morita Akio (1921 bis 1999), Edwin Herbert Land (1909 bis 1991) und Walt Disney (1901 bis 1966) nie mehr an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen konnten.
Teilen Sie Colonys Ansicht? Oder hat er Unrecht? Ihre Meinung interessiert uns. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.04.2012, 12:45 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
61 Kommentare
Asoluter Blödsinn. Apple steht erst kurz vor seinem grossen Erfolg. Die Verkaufszahlen in China sind zurzeit erst ein Bruchteil von dem was Apple in 2 bis 3 Jahren umsetzen wird. Analysten die Apple angreifen sind meistens frustriert, da sie nicht auf den Applezug an der Börse aufgestiegen sind. Antworten
Apple Produkte basieren sehr starkt auf dem PRODUKT Gedanken. Man verkauft ein normalerweise sehr gut abgestimmtes SET von Funktionen.
Beim iPhone kommt leider der "ich kann mir eins leisten" Faktor dazu.
Hm.. mein Bekanntenkreis mit Apple Produkten hat sich in den letzten 10 Jahren vervielfacht.
Mir ist keiner bekannt, der wieder abspringen will.
Apple perfekt? Nein, aber vorne dabei. Noch lange
Antworten
Digital
Flugpreise vergleichen
Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.
Heizöltank: Tankrevision oder Sanierung
Möchten Sie mehr über die Revision und Sanierung von Heizöltanks erfahren? Dann sollten Sie hier klicken und weiterlesen.
Abopreise vergleichen
Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.
Gratis für Abonnenten und Abonnentinnen
1:0 für Ihre Unabhängigkeit! Wo immer Sie sind: Blättern Sie virtuell durch Ihre BZ Berner Zeitung. Lesen Sie unser ePaper.



Bitte warten

















