«All systems okay» – Cameron twittert aus 10'898 Metern Tiefe
Star-Regisseur James Cameron zeigte die ersten Bilder nach seinem Solo-Tauchgang im Marianengraben. (Video: Reuters )
Ein Star-Regisseur im Marianengraben. (Video: Reuters )
Der Marianengraben
Der Marianengraben im Westpazifik gilt als die tiefste Senke in der Erdoberfläche. Er zieht sich an der Nahtstelle zweier Erdplatten rund 2000 Kilometer östlich der Philippinen entlang.
Die grösste hier bisher ausgelotete Meerestiefe beträgt in der sogenannten Witjastiefe 11'034 Meter. Darin würde der Mount Everest als höchster Berg der Erde komplett verschwinden – und sich trotzdem immer noch zwei Kilometer unter der Wasseroberfläche befinden.
Als Erste tauchten im Januar 1960 der Schweizer Jacques Piccard und der US-Amerikaner Don Walsh in einem U-Boot auf rund 10'900 Meter in den Marianengraben hinab. (sda)
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Als dritter Mensch überhaupt ist «Titanic»-Regisseur James Cameron zum tiefsten Punkt der Weltmeere getaucht. Der Kanadier erreichte nach Angaben der National Geographic Society am Montagmorgen (Ortszeit) in einem Ein-Mann-U-Boot das Challengertief im westpazifischen Marianengraben.
Mit 10'898 Metern war er praktisch in der gleichen Tiefe wie 52 Jahre zuvor der Schweizer Tiefseeforscher Jacques Piccard und der Amerikaner Don Walsh. Seitdem waren wohl Forschungsroboter, nicht aber Menschen in solche Tiefen vorgedrungen.
«All systems okay», meldete Cameron per Kurznachrichtendienst Twitter nach oben, als er den Grund der Tiefseerinne erreichte. Der Regisseur sammelte Daten und filmte vor allem die Umwelt, die nach Angaben der Forscher von National Geographic dem Menschen fremder ist als die Mondoberfläche.
Drei Stunden am Meeresgrund
Nach etwa drei Stunden auf dem Meeresgrund machte sich Cameron mit seinem U-Boot wieder zur Wasseroberfläche auf, welche er nach einem Aufstieg von 70 Minuten erreichte. Geplant hatte Cameron einen Aufenthalt von bis zu sechs Stunden. Berichte über das Wohlergehen des 57-jährigen Regisseurs lagen zunächst nicht vor.
Cameron war von 170'000 Tonnen Wasserdruck umgeben. «Die Tiefseegräben sind die letzte unerforschte Grenze unseres Planeten», hatte er zuvor erklärt. «Sie bieten Wissenschaftlern ein Forschungsfeld für 100 Jahre.»
Der Kanadier wusste auch, dass sein Abenteuer nicht ungefährlich ist: «Ja, natürlich mache ich mir Sorgen», sagt er, schliesslich wisse niemand, was da unten passiere. «Aber Angst ist eine gute Sache, wenn man ein Forscher ist».
LED-Leuchten gegen Dunkelheit
Für den Tiefseetrip wurde in achtjähriger Vorbereitungszeit das U-Boot Deepsea Challenger entwickelt, das wie ein «senkrechter Torpedo» mit hohem Tempo in die Meerestiefen vorstossen kann. Camerons Team richtete für das Vorhaben eine Station auf dem Pazifik-Atoll Ulithi ein.
Cameron wollte für seine Aufnahmen mehrere hochauflösende 3-D-Kameras verwenden, wobei starke LED-Leuchten die Sicht auf die ansonsten völlig im Dunkeln liegende Unterwasserwelt ermöglichen sollten.
Am Freitag hatte Camerons U-Boot laut National Geographic bereits erfolgreich einen unbemannten Tauchgang zum Marianengraben absolviert.
Tiefseefan Cameron
Der 57-jährige Cameron gilt als Tiefseefan und war schon Dutzende Male einige tausend Meter tief getaucht. Er hatte auch das Wrack der Bismarck im Nordatlantik besucht und eine Dokumentation über das im Zweiten Weltkrieg von der britischen Royal Navy versenkte deutsche Schlachtschiff gedreht.
1960 hatten der Schweizer Tiefseeforscher Jacques Piccard und der US-Amerikaner Don Welsh als erste – und bislang letzte – Menschen den tiefsten Punkt der Erdkruste erreicht. Sie konnten jedoch nur 20 Minuten lang dort bleiben. Zudem war ihre Sicht durch Schlick, der beim Aufsetzen am Meeresgrund auf die Scheiben des U-Bootes gespritzt war, behindert. (mrs/sda)
Erstellt: 26.03.2012, 07:03 Uhr
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