200'000 Nutzer von Cyberattacke betroffen

Die Polizeibehörde Europol spricht nach der Cyberattacke «Wanna Cry» von einem Hackerangriff «bislang beispiellosen Ausmasses».

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Der Cyber-Erpressungsangriff «Wanna Cry» hat insgesamt mehr als 100'000 Organisationen in 150 Ländern getroffen, teilte die europäische Polizeibehörde Europol am Sonntag mit. Sie sprach von einem Hackerangriff «bislang beispiellosen Ausmasses».

Insgesamt seien 200'000 Opfer der Cyberattacke gezählt worden. Mit Arbeitsbeginn am Montag könnte die Zahl weitersteigen. Es handele sich «insbesondere um Unternehmen», sagte Europol-Chef Rob Wainwright dem britischen Sender ITV am Sonntag. «Wir führen jährlich Gegenmassnahmen gegen rund 200 Cyberattacken aus, aber so etwas haben wir noch nicht gesehen», sagte Wainwright.

Rund 22'000 britische Pfund, umgerechnet etwa 28'000 Schweizer Franken sollen die Hacker bislang erpresst haben, berichtet die BBC.

Daten in Geiselhaft

Europol-Chef Rob Wainwright befürchte, dass die Zahlen weiter stiegen, wenn am Montag die «Leute zur Arbeit kommen und ihren Computer hochfahren». Hacker legten seit Freitag mit einer Schadsoftware namens «Wanna Cry» weltweit zehntausende Computer lahm und blockierten zahllose Unternehmen und Behörden. Bislang war davon gesprochen worden, dass der grösste jemals bekanntgewordene Angriff mit sogenannter Ransomware Unternehmen und Institutionen in mehr als 70 Ländern heimgesucht hatte.

Bei einer Ransomware-Attacke befällt schädliche Software einen Computer und hält die darauf gespeicherten Daten gewissermassen in Geiselhaft. Der Nutzer wird über eine Nachricht auf dem Bildschirm aufgefordert, Lösegeld (ransom) zu zahlen, damit er wieder auf den Rechner zugreifen kann. Wollen Einzelpersonen oder Unternehmen nicht zahlen, bleibt ihnen nur die Möglichkeit, ihre Daten aus Backups wieder herzustellen oder sie verloren zu geben.

Schäden noch nicht behoben

Nach der weltweiten Welle von Cyberangriffen hat die Deutsche Bahn noch immer mit den Auswirkungen zu kämpfen. Ein Bahnsprecher sagte am Sonntagmorgen, dass die betroffenen Anzeigetafeln «noch einige Zeit» gestört bleiben würden. Das liege daran, dass die Software der Anzeigetafeln nicht zentral gesteuert werde. Techniker müssten sie in jedem einzelnen Bahnhof reparieren.

«Wir arbeiten mit Hochdruck an der Beseitigung der technischen Störung», sagte der Sprecher. Betroffen von dem Cyberangriff waren teilweise auch die Videoüberwachung an Bahnhöfen sowie vereinzelt Fahrkartenautomaten. Davon sei aber «nicht mehr viel spürbar», hiess es seitens der Bahn. Im Zugverkehr hatte es keine Einschränkungen gegeben. (jdr/AFP)

Erstellt: 14.05.2017, 12:31 Uhr

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