«iPhone-Mörder» Google arbeitet an iPad-Konkurrenz

Zwischen den drei Internetriesen Apple, Google und Microsoft wird die Tonart schärfer: Microsoft lästert über den iPad und Google ist für Apple ein iPhone-Killer.


Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen

1/4 Video von Googles Tablet-Konzept

Eine Woche ist es her, dass Steve Jobs den iPad vorgestellt hat, das erste Apple-Tablet. Wie Bilder und Videos auf Dev.chromium.org, einer offiziellen Google-Seite, beweisen, arbeitet auch der Suchmaschinenriese aus Mountain View an einem solchen Computer.

Allerdings zeigen die Aufnahmen kein reales Produkt, sondern nur eine Designstudie namens Chromium, welche mit dem firmeneigenen Betriebssystem Chrome OS arbeiten soll. Dieses hatte Google im November des vergangenen Jahres vorgestellt.

Grösser und mit variabler Tastatur

Das Google-Gadget scheint grösser zu sein als das Konkurrenzprodukt von Apple. Interessant ist auch die Funktionsweise der (virtuellen) Tastatur, die an verschiedenen Orten auf dem Touchscreen auftaucht. Ob das Gerät tatsächlich realisiert wird und wann zu welchem Preis es auf den Markt kommt, ist noch offen.

Offene Fragen gibt es auch beim iPad. So soll die Minivariante ohne 3G zwar schon im März gekauft werden können, laut einem Bericht des renommierten Onlineportals «Wired» darf Apple aber in den USA noch keine Vorbestellungen entgegennehmen. Apples vieldiskutiertes Gadget habe von der Federal Communications Commission (der Zulassungsbehörde für Kommunikationsgeräte) noch nicht die nötigen Lizenzen bekommen – der iPad ist also zumindest in Übersee noch illegal.

Offene Fragen beim iPad

In Internetforen wird auch eine Woche nach der iPad-Präsentation über das Fehlen von Flash, dem Online-Multimedia-Format von Adobe, diskutiert. Apple und Adobe schieben sich bei dieser Frage gegenseitig den Schwarzen Peter zu: Adobe schreibt in seinem Blog, dass Apple aus undurchsichtigen Gründen iPad- und iPhone-Nutzern erhebliche Einschränkungen auferlege – drei Viertel aller Online-Videos könne man auf dem Apple-Tablet nicht abspielen. Apple-Chef Steve Jobs hingegen führt technische Mängel ins Feld: Adobe sei einer der häufigsten Gründe, warum Mac-Computer abstürzen. Ausserdem warf Jobs dem Softwareunternehmen vor, «faul» geworden zu sein.

Die Tonart verschärft sich

Auch Google bekam vom Apple-Mitgründer in den letzten Tagen sein Fett weg. In der Präsentation des Google-Handys Nexus One im Januar sieht er nichts anderes als den Versuch, «das iPhone umzubringen». Darum sei Googles Motto «Don't be evil» («Sei nicht böse») auch nur «Bullshit». Eine Antwort von Google steht noch aus.

Hingegen hat sich zum ersten Mal Microsoft zum iPad geäussert. Via den «Technologizer» liess Brandon Watson, Chef von Microsofts Produkt Management in der Entwicklungsgruppe, ausrichten, bei Microsoft könnten Entwickler im Gegensatz zu Apple ohne Einschränkungen programmieren. Entwickler könnten ihre Software für verschiedene Tablets programmieren, während der iPad ein geschlossenes System sei. (Bernerzeitung.ch/Newsnetz)

Erstellt: 03.02.2010, 16:33 Uhr

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6 KOMMENTARE

Marco Rohr

08.02.2010, 20:57 Uhr

Noch vor 4 Wochen war ich der Überzeugung, mit dem iPhone 3G ein Phone zu besitzen, das mich auch noch die nächsten 2 Jahre begleiten wird. Da kam der Nexus One ins Haus geflattert und hat das Apple-Handy in wenigen Tagen komplett ersetzt. Nexus One ist schneller, die Plattform offener und das Gerät technologisch fortschrittlicher. Dennoch: Ich freu mich auf das iPhone 4, die nächste Ablösung :-)


Martin Bachmann

04.02.2010, 17:40 Uhr

Es werden tatsächlich erst mit dem richtigen Marktdruck so richtig viele Innovationen gemacht. Apple ist da lange nicht mehr meilenweit voraus, im Falle des iPhones vs. Android allenfalls noch Zentimeter, wenn überhaupt. Das macht Apple auch nervös - sich mit einer offenen Plattform wie Android und einer so breiten Akzpetanz (Open Handset Alliance) zu messen wird für Apple kaum durchhaltbar sein.


Ralf Hartwig

04.02.2010, 07:03 Uhr

Zu jedem technischen Artikel gibt doch immer irgend einer den Kommentar ab, das sei alles keine Innovation, sondern bloss vom Marketing aufgeblasen. Was wollen Leute mit dieser Bemerkung erreichen? Sich als Pseudoexperten darstellen? Im Gegenteil: wir erleben hier gerade, wie sich verschiedene Ideen und Konzepte messen. Genau so entsteht Innovation! Abwarten und sich freuen... :-)


Francis Pimenta

03.02.2010, 19:21 Uhr

Inovationenwurden in den letzten jahren nicht viel gemacht... es wurde nur bestehende techniken solidiert nicht mehr und nicht weniger. wenn wir weiter vom marketing blenden lassen geht viel mehr inovation verloren als erstellt wird. die konzerne sollten entlich umdenken und mehr freiheit bei den produkten bieten dadurch können wir viel schneller inovationen an den mann bringen.


Kenemry Hasssan

03.02.2010, 17:23 Uhr

Den Kunden freuts wirklich....... solange Apple aber noch meilenweit vorraus ist, kauf ich halt noch Apple. Sobald dann mal das andere Zeugs auf Augenhöhe ist, werde ich wahrscheinlich wieder Apple kaufen :-)


Ramon Paxus

03.02.2010, 16:06 Uhr

Interessant auch dies: Nachdem die US Versionen von Motorola Droid und Nexus One ohne Multitouch-Funktionen ausgeliefert wurden (wie oft vermutet, um Patentkonflikte mit Apple zu vermeiden), wurde nach dem 'verbalen Angriff' von Steve Jobs Multitouch auf Nexus One mit automatischem Firmwareupgrade (OTA) aktiviert. Die Fronten verschärfen sich zusehends, den Kunden freuts.



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