Warum der iPad kein Schnäppchen ist

Von Reto Knobel. Aktualisiert am 29.01.2010

Apple bewirbt sein neustes Produkt auch über den «unglaublichen Preis». Doch bei näherer Betrachtung ist der iPad nicht wirklich billig. Im Gegenteil.

1/4 499 Dollar für ein Apple-Produkt? Scheint auf den ersten Blick recht günstig.
Bild: Keystone

Warum der iPad kein Schnäppchen ist

   

Die neuste Kreation aus dem Hause Apple (AAPL 562.29 -0.54%) wurde gestern vorgestellt. Für viele Beobachter war indes nicht das Produkt (der iPad), sondern der Preis (ab 499 Dollar) die Sensation schlechthin.

Auf den zweiten Blick ist das Tablet aber alles andere als günstig. Denn für 500 Franken gibt es nur die Mini-Variante mit einem Mini-Speicher von 16 GB, der erst noch ohne 3G auskommen muss. Wer neben WLAN auch UMTS als notwendig erachtet, muss gemäss US-Preisliste mindestens 629 Dollar hinblättern. Und auch dieses Modell hätte dann nur einen Speicher von 16 GB. Einen annehmbaren (wenn auch nicht wirklich wahnsinnig grossen) Speicher hat das iPad-Modell für 829 Dollar.

Hinzu kommen die Verbindungskosten – das Tablet wird natürlich vor allem zum Surfen und Mailen verwendet. Bislang hat sich noch kein Schweizer Mobilfunkanbieter zu einer definitiven Aufnahme des Produkts in sein Sortiment geäussert.

AT&T mit fairem Angebot

Die oben genannten Preise beziehen sich, wie gesagt, nur auf den US-Markt. Es ist anzunehmen, dass der neue Computer in der Schweiz eher teurer sein wird. Bislang steht fest: Die 3G-Modelle sind SIM-Lock-frei und nutzen neue Micro-SIM-Karten. Der amerikanische Mobilfunkanbieter AT&T offeriert einen iPad-Datenvertrag mit 250 MByte für 15 Dollar im Monat und eine Flatrate (unbegrenzter Datentransfer) für 30 Dollar pro Monat.

Beim Kauf der wohl begehrtesten Variante (3G, WLAN, 64 GB Speicher) muss der Nutzer mit Fixkosten von knapp 830 Dollar rechnen, plus jährlichen Verbindungskosten von 180 bis 360 Dollar, im ersten Jahr kostet der beste iPad folglich knapp 1200 Dollar.

Comparis-Experte erwartet höhere Verbindungskosten

Ralf Beyeler, Telekom-Experte beim Internetvergleichsdienst Comparis, vermutet, dass die Verbindungspreise in der Schweiz wahrscheinlich um einiges teurer sein werden als in den USA. «Ich erwarte monatliche Verbindungskosten von mindestens 50 Franken für das Tablet», so Beyeler. Die Kosten für eine Flatrate dürften laut Beyeler etwa gleich hoch sein wie mit einem Netbook oder Laptop. «Wenn wie in den USA auch in der Schweiz 250 MB für rund 15 Franken im Monat zu haben wären, fände ich das okay.»

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.01.2010, 10:28 Uhr

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