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Anatol Heib
Redaktor Community/Crossmedia/Digital


Test: Das sind die Stärken und Schwächen von Windows 8

Aktualisiert am 18.01.2012 42 Kommentare

An der Computermesse CES in Las Vegas gewährte der Softwarekonzern Bernerzeitung.ch/Newsnet auf einem Samsung-Tablet Einblicke in das neue Betriebssystem.

1/13 Microsoft präsentierte an der CES dem Fachpublikum das neue Betriebssystem.
Bild: Microsoft

   

«Windows 8 hat Wiedererkennungswert»: Jens Tinapp. (Bild: Microsoft)

«Denken in Langzeitprojekten»

Kurz-Interview mit Jens Tinapp, Leiter der Business Group Windows Consumer bei Microsoft Deutschland.

Mit Android und iOS muss sich Windows 8 auf dem Tablet-Markt gegen starke Konkurrenz behaupten.
Letztlich entscheidet der Kunde. Wir geben unser Bestes, das attraktivste OS für Tablets zu bieten. Windows 8 hat für viele bisherige Nutzer einen Wiedererkennungswert und integriert all unsere Dienste.

Microsoft kommt spät in den Markt.
Ja, aber wir sind zuversichtlich. Bei der Lancierung der Spielkonsole Xbox im Jahr 2001 waren wir ja auch nicht die Ersten. Damals hielten uns alle für verrückt. Doch in den USA ist die Xbox 360 heute die meistverkaufte Konsole und weltweit die Nummer 2. Wir denken in Langzeitprojekten. Man muss einfach Dinge ausprobieren.

Hat das Design von Windows 8 auch Einfluss auf die künftige Entwicklung von Word und anderer Office-Software?
Das war noch kein Thema, aber meiner Meinung nach braucht es gerade für Touchscreens eine Anpassung.

Ist Windows 8 auch eine Option für Smart TV?
Wir bringen bereits mit unserer Spielkonsole Xbox 360 via Neftlix oder Hulu TV-Inhalte ins Wohnzimmer.

Wie schnell wird sich Windows 8 in Firmen etablieren?
Unternehmen überspringen meist eine Generation, einige haben noch XP und werden wohl erst zu Windows 7 wechseln. Aber inzwischen spielt auch die sogenannte Consumerization eine Rolle: Leute bringen immer häufiger ihre Tablets und Smartphones ins Büro und wollen mit ihm weiterarbeiten. Das wird auch einen Einfluss darauf haben, wie schnell man das Betriebssystem umstellen wird.

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Windows 8 bricht mit vielen Traditionen und will neben dem PC vor allem auch auf den Touchscreen-Computern eine gute Figur machen. So bedient man die Software auf dem Tablet mit diversen Gesten, beim Design hat sich Microsoft (MSFT 26.779 1.66%) von Windows Phone inspirieren lassen. Das Bestreben, wie bei Apple auf verschiedenen Geräten ein ähnliches Nutzererlebnis zu bieten, ist klar erkennbar. Bisher war Microsofts Betriebssystem auf Tablets eine Ausnahme. Der Konzern ist überzeugt, dass bald kein Display mehr ohne Multitouch-Unterstützung verkauft wird.

Tablet mit Familienfoto sperren

Bereits beim Entsperren hat sich Microsoft ein neues Feature ausgedacht: Neben der klassischen Anmeldung via Passwort oder PIN kann man das Tablet mit einem beliebigen Foto sichern. Dazu definiert man auf dem Bild drei Punkte und zieht danach Linien, Kreise oder tippt auf eine bestimmte Stelle. Diese Gesten benutzt man später auf dem Foto, um das Gerät zu entsperren.

Danach erhält man automatisch erste Informationen – zum Beispiel Statusmeldungen zu Mails, Terminen oder den Netzwerkstatus. Hauptneuerung ist die Benutzeroberfläche Metro. Sie ersetzt das bisher klassische Startmenü von Windows 7 und ist Ausgangspunkt für Anwendungen und Informationen, die in Kacheln (Tiles) dargestellt werden. Die Vierecke sind dynamisch. Das heisst, dass die Foto-App zum Beispiel die zuletzt gespeicherten Bilder anzeigt, ein RSS-Feed die Headline der neusten Meldung darstellt oder die Wetter-App die Aussichten meldet. Durch die Tiles bewegt man sich mit Wischbewegungen – anders als bei den Kacheln auf Windows Phones tut man dies horizontal und nicht vertikal.

Der klassische Desktop existiert quasi nur noch als App und wird gestartet, wenn eine Applikation ihn benötigt.

Längere Listen verwaltet man mit dem sogenannten Semantic Zoom, mit entsprechenden Gesten kann man die Tiles verkleinern, bis sie alle nebeneinander auf eine Bildschirmseite passen. In dieser speziellen Zoomansicht kann man ganze Kachel-Gruppen verschieben.

Unter dem Control Panel finden Nutzer die wichtigsten Einstellungen zu Themen wie Benutzer oder Privatsphäre. Das funktioniert ganz gut, da sich die Einstellungen auf Metro-Apps beziehen. Doch bei windowsspezifischen Einstellungen landet man in der alten Systemsteuerung, die dann nicht wirklich komfortabel via Touchscreen zu bedienen ist.

Gelungener Explorer

Das Metro-Design zieht sich auch durch den Internet Explorer 10, der für Windows 8 in einer speziellen Variante erhältlich ist und es zum Beispiel ermöglicht, ohne Plug-ins Videos zu schauen. Das ist alles sehr übersichtlich und läuft flott.

Das Vehikel für neue Apps wird der Windows Store sein. Das Design orientiert sich am Metro-Design. Man kann Apps wie bei Apples Shops als Testversion downloaden.

Windows 8 in Werkszustand zurücksetzen

Sehr praktisch ist die virtuelle Tastatur, die sich auf Wunsch auf die linke und rechte Bildschirmseite aufteilen lässt, sodass man nur mit dem Daumen schreiben kann. Auch die Grösse lässt sich verändern.

Laut neusten Berichten soll Windows 8 auch eine Funktion namens Reset your PC beinhalten. Wie man dies von Smartphones und Tablets kennt, soll man damit das System in den Werkszustand zurücksetzen können. Dabei gehen alle persönlichen Dateien und Apps verloren.

Und wer kein Tablet nutzt?

Windows 8 macht auf dem Tablet insgesamt einen guten Eindruck, wenn auch noch nicht alles rund wirkt. Allerdings stört, dass man bei bestimmten Anwendungen wieder in der alten Desktop-Ansicht landet. Zudem kommt es beim Wechsel auf den PC zu einem Bruch – plötzlich muss man das System klassisch mit Maus und Tastatur bedienen. Um Letztere wird man bei viel Schreibarbeit ohnehin nicht herumkommen. Für die Desktop-Anwendungen, die Microsoft weiter anbieten wird, ist eine Maus ohnehin präziser. Schliesst man diese an, erscheinen der Mauspfeil am unteren Bildschirmrand und das altbekannte Startmenü. Mit dem Mausrad kann man durch den Startbildschirm scrollen. Ein Klick am linken Rand und man gelangt zu den geöffneten Apps.

Verschiedene Analysten äussersten sich bereits im vergangenen Jahr skeptisch: Jene von IDC sind beispielsweise der Meinung, dass das System zu wenig Neuerungen im Vergleich zu Windows 7 bietet, um den typischen PC-Nutzer zum Wechsel zu bewegen. Das neue Metro-Design sei in erster Linie für Tablets konzipiert. Hier rechnen die Analysten aber mit guten Chancen für Windows 8.

Erste Tablets mit Windows 8 werden im Herbst erwartet. Wie «Digitimes» berichtet, dürften die Preise laut verschiedenen Herstellern zwischen 599 und 899 Dollar liegen, was vermutlich zu hoch sein dürfte.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.01.2012, 11:47 Uhr

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42 Kommentare

Hans Meier

18.01.2012, 16:11 Uhr
Melden 24 Empfehlung 0

Win8 wird super! Freu mich schon riesig drauf, da man ein Tablet OS hat, aber die Windows Funktionien nicht verloren gehen: sprich volles Office, Flash und und und. Da kann die Konkurrenz klar einpacken. Antworten


Thomas Flückiger

18.01.2012, 12:54 Uhr
Melden 14 Empfehlung 0

Ich träume schon lang von einem System, dass ich unterwegs als vollständiges Tabled nutzen kann und zuhause einfach in die Station stelle, wo es wie ein normaler PC verwendet werden kann. Dem kommen wir mit Windows 8 schon deutlich näher. Antworten



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