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Open-Source-Anbieter vor Gericht gescheitert
Aktualisiert am 06.07.2010 14 Kommentare
Anbieter von Open-Source-Software sind im Kampf gegen Microsoft (MSFT 30.35 0.50%) erfolglos geblieben. Das Bundesverwaltungsgericht ist auf die Rekurse gar nicht erst eingetreten.
Im Streit geht es um einen 3-Jahres-Auftrag über 42 Millionen Franken, der 2009 vom Bundesamt für Bauten und Logistik ohne öffentliche Ausschreibung an Microsoft vergeben worden war. Der Auftrag beinhaltet Lizenzverlängerungen sowie Wartung und Support für die Informatik von rund 40'000 Bundesangestellten.
Weiterzug ans Bundesgericht offen
18 Anbieter von Open-Source-Software fochten den Vergabeentscheid beim Bundesverwaltungsgericht an. Sie bemängelten, dass keine öffentliche Ausschreibung erfolgte. Das Gericht hat an seiner Sitzung vom Dienstag nun mit vier zu einer Stimme entschieden, auf die Beschwerde nicht einzutreten.
Ob die Open-Source-Anbieter ans Bundesgericht gelangen werden, steht laut ihrem Anwalt noch nicht fest. Ihren Entscheid haben die Richter in Bern damit begründet, dass die Open-Source-Anbieter für den Auftrag gar nicht als potentielle Anbieter in Frage kommen und damit von der Vergabe auch nicht betroffen sind.
Auf Strategiewechsel abgezielt
Gegenstand der Vergabe sei die effiziente und vernünftige Weiternutzung der bestehenden Informatik des Bundes. Diese basiere seit 1990 auf einer Microsoft-Umgebung. Das Angebot der Beschwerdeführer sei mit dieser nicht austauschbar, sondern stelle eine eigentliche Alternative dazu dar.
Insofern würden die Open-Source-Anbieter auf einen Strategiewechsel bei der Bundesinformatik abzielen. Der unterlegene Richter hatte für ein Eintreten auf die Beschwerde mit dem Argument plädiert, dass sowohl Open-Source-Anbieter als auch Microsoft im relevanten Softwaremarkt tätig seien.
Verwendung von MS-Produkten zementiert
Mit dem Vergabeentscheid werde die bestehende Microsoft-Lösung nicht nur unterhalten, sondern die Verwendung von Microsoft- Produkten zementiert. Die Vergabe schränke den Softwaremarkt radikal auf einen einzigen Anbieter ein. Der Rechtsschutz dürfe bei der Softwarebeschaffung nicht ausgeschlossen werden.
Das Verfahren war mehrfach sistiert worden, weil die Streitparteien eine Verhandlungslösung gesucht hatten, was letztlich aber scheiterte. 2007 hatte der Bund in einer öffentlichen Ausschreibung 10'500 PCs und 17'500 Notebooks mit dem vorinstalliertem Betriebssystem von Microsoft beschafft.
Öffentliche Beratung vom 6.7.2010 im Verfahren B-3402/2009 (sam/sda/)
Erstellt: 06.07.2010, 11:41 Uhr
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14 Kommentare
In der Praxis bewährte Open-Source Anwendungen sind nach wie vor dünn gesäht und es gibt keine Erfolgsbilanz in der Praxis - abgesehen vielleicht von Betriebssystemen im Serverbereich (für Nebensysteme). Geht es aber um die Unternehmenskernanwendungen, hört der Spass bei jedem CIO auf. Wer will sich schon auf wackeligen Support, fehlendes Implemetierungswissen und Inkompatibilitäten einlassen? Antworten
Wieso setzt sich Open Source im Office-Bereich nicht durch? Weil die Abhängigkeit von Microsoft durch die Abhängigkeit von vielen mehr oder weniger motivierten Software-Entwicklern und Kleinstfirmen und durch die interne IT erhöht wird und die Gesamtkosten deutlich höher sind. Wenn Linux auf einem Desktop gut läuft, heisst das noch lange nicht, dass es für eine komplexe IT des Bundes geeignet ist. Antworten
Bin ich der Einzige der es problematisch findet das die Richter zwar erkannt haben das Microsoft hier ein Monopol besitzt aber offenbar keinen Handlungsbedarf sehen? IT ist ja nicht gerade ein unwichtiger Faktor heutzutage. Langsam wäre mal die Politik angehalten hier regulierend einzugreifen und dieser Monopolbildung entgegenzuwirken. Antworten
42 mio. mögen nach viel klingen, aufgeschlüsselt macht dies noch genau chf 350.-/jahr und mitarbeiter. schon ein linux enbenutzer kurs wäre teurer, geschweige denn ein openoffice oder ähnlich kurs... eine umstellung auf oss möchte ich als steuerzahler nicht finanzieren. die leute sollen weiterhin produktiv arbeiten können und sich auf ihre eigentliche arbeit konzentrieren können. basta. Antworten
Als Steuerzahler tun mir die 42 Millionen an Microsoft schon weh, die nun zu einem Teil den bereits reichsten Aktionären der Welt zufliessen. Freie Software zu verwenden ist auch nicht gratis, aber das Geld wird eher lokal ausgegeben und bleibt im Land. Als Linux-User sind mir die gewaltigen Vorteile gegenüber proprietären Lösungen bekannt, vor allem bei der Sicherheit und der Unabhängigkeit. Antworten
Z.B.: Deutsches Auswärtiges Amt: 2007 wurden 230 Auslandsvertretungen mit insgesamt 11.000 Arbeitsplätze rund um die Welt auf Linux migriert. Die IT-Strukturen des Auswärtiges Amtes sind sehr komplex, da 80% der Rechner im Ausland stehen. (...) Die Kosten pro EDV-Arbeitsplatz konnten dank Linux auf 1190 Euro gesenkt werden. Aus: wapedia.mobi/de Antworten
Ein Migrationsprojekt käme auf ein vielfaches der 42 Mio. zu stehen. Beispiele im In- und Ausland (München und Kanton Solothurn) zeigen, dass eine Migration mintnichten so problemlos über die Bühne geht, wie von vielen immer wieder behauptet. In der Bundesverwaltung wird im Applikations-Serverumfeld seit langem eine Windows-Linux-Mischstrategie verfolgt (WLS/Tomcat). Antworten
Interessanter Entscheid in mancher Hinsicht. Wenn im VBS ein Auftrag von CHF 740'000.-- vergeben wird (für die EDV) muss er ausgeschrieben werden. Beim Kauf von Software für CHF 42 Mio. ist das nicht nötig. Ich benutze zuhause nur Linux auf meinem PC und fühle mich nicht eingeschränkt. Die Richter kennen wohl nur Windows, daher sind sie wohl eher befangen, als unabhängig. Antworten
Schade das es immer wieder dies unqualifizierten Kommentare gibt. Könnte OpenSource Software den Markt abdecken so wäre es auch eine Alternative. Kann es aber nicht. Wer überdies hinaus mal Aufträge für öffentl. Gemacht hat, erkennt sehr schnell das die Software die genutzt wird, meist Nischenprodukte sind, Steuern, Einwohner, etc und die Hersteller auch nur Integration in Windows und Office hat! Antworten
Der Bund schadet sich selber mit solchen Entscheidungen. Die Abhängigkeit von propietären Produkten welche durchs Band qualitativ als auch in der Bedienbarkeit absolut mangelhaft sind verursachen hohe Folgekosten. Jeder der sich für Microsoft ausspricht hat keine Ahnung von Software. Antworten
Klar, da es sich "nur" um Lizenzverlängerungen, Wartung und Support handelt, muss keine Ausschreibung durchgeführt werden. Das man einen Moloch mit 42 Mio. CHF Steuergeldern füttert wird nicht in Frage gestellt. Wo bleiben die Aufschreie der Rechten nach totaler Unabhängigkeit der CH. In der IT darf man ruhig ein M$-Junkie sein, da verdienen einige doch kräftig mit. Antworten
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Hans Villars
Bei aller Sympathie für Opsen Source Software und Linux finde ich den Entscheid richtig. Es nützt nichts, die neueste Version von Betriebssystemen und Applikationssoftware zu haben, wenn dann kein Geld und keine personellen Resourcen vorhanden sind um die Benutzer darauf auszubilden. Das würde automatisch im Disaster enden. Antworten