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Microsoft hat das Jahrzehnt verschlafen

Von Matthias Schüssler. Aktualisiert am 21.12.2009 40 Kommentare

Der Softwareriese wirkt wie ein Relikt aus dem vorherigen Jahrhundert. Im neuen Jahrzehnt sollten die Nutzer das nicht mehr hinnehmen.

Kann mit den letzten zehn Jahren nicht zufrieden sein: Microsoft-Gründer Bill Gates.

Kann mit den letzten zehn Jahren nicht zufrieden sein: Microsoft-Gründer Bill Gates.
Bild: Keystone

Trotz Innovationen wie Microsoft Surface - einem grossen «Touch-Tisch» - hat Microsoft die rasante Entwicklung der letzten Jahre verpasst.

Trotz Innovationen wie Microsoft Surface - einem grossen «Touch-Tisch» - hat Microsoft die rasante Entwicklung der letzten Jahre verpasst. (Bild: Reuters)

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Das vergangene Jahrzehnt hat die digitale Welt verändert. Das Internet ist um ein Mehrfaches schneller geworden und allgegenwärtig. Die Hardware hat einen atemberaubenden Leistungssprung gemacht. Nicht einmal der letzte Technikmuffel wünscht sich sein Handy aus dem Jahr 2000 zurück - geschweige denn den Website-Look, der damals herrschte.

Allerdings haben viele Leute kein Problem mit dem acht Jahre alten Windows XP. Es hält sich trotz des neuen Windows 7 wacker. Das Gleiche gilt für Office. Office 2003, sechs Jahre alt, ist mit 65 Prozent Marktanteil noch immer die beliebteste Version von Microsofts (MSFT 29.06 -0.03%) Büropaket. Überall herrscht Fortschritt, ausser dort, wo Microsoft das Sagen hat. Man könnte das als Zeichen von Reife auslegen. Windows und Office gab es in den 90er-Jahren. Beide haben damals ihre grossen Entwicklungssprünge erlebt und sind längst gut genug für die tägliche Arbeit. Ständiges Updaten erübrigt sich.

Viele Anfragen wegen Microsoft

Gegen diese Deutung spricht, dass in den letzten zehn Jahren nichts so konstant war wie die Kummerbox-Anfragen zu Microsofts Paradepferden: Windows leidet in allen Versionen darunter, auf die Dauer immer langsamer zu werden. Die Registry bleibt eine Brutstätte für böse Softwarekonflikte. Outlook ist weiterhin ein Moloch, der alles kann, aber seine Benutzer heillos überfordert. Generell verlangen Microsofts Produkte dem Anwender zu viel ab - zu viel Lernaufwand, zu viel Zeit bei Installation, Konfiguration und Fehlersuche.

Gleichzeitig führen andere vor, wie einfach die Dinge sein könnten. Google bringt täglich irgend einen simpel zu nutzenden Webdienst. Plattformen wie Twitter und Facebook revolutionieren die Kommunikation. Apple hat sich in den letzten zehn Jahren neu erfunden und exerziert mit den iPhone-Apps kindereinfache Software vor.

Markt-Dominanz erstickte PC-Innovationen

Daneben wirkt Microsoft wie ein Relikt aus dem vorigen Jahrhundert, als Geeks Software für Nerds programmierten (oder umgekehrt). Microsoft ist an Ort getreten. Schlimmer: Ihre Markt-Dominanz hat jegliche PC-Innovation erstickt. Das wichtigste Arbeitsinstrument der modernen Gesellschaft ist so benutzerunfreundlich wie anno 1995. Im neuen Jahrzehnt sollten die Nutzer das nicht mehr hinnehmen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 21.12.2009, 12:27 Uhr

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40 Kommentare

Remo Barny

21.12.2009, 21:03 Uhr
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Nun, in Zeiten wo ich mir alle 10 Jahre einen neuen Player für meine Filme kaufen, alle 4 Jahre einen neuen TV, alle 2 Jahre einen neuen Computer, alle jahre ein neues Handy, alle 6 Monate einen neuen Ipod, alle 3 Monate eine neue Web Anwendung, und jeden Tag ein Update.....ja da bin ich froh wenn mal etwas eine etwas längere Lebenszeit aufweist! Antworten


Stefan Meier

21.12.2009, 10:11 Uhr
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Eine wirklich sehr fundierte Analyse. Vielen Dank! Antworten



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