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Kunden ärgern sich über «unerhörte iPad-Preise»

Von Moritz Koch. Aktualisiert am 07.04.2010 18 Kommentare

Auch Zeitungen soll man via iPad lesen können. Was es jetzt im Angebot gibt, ist den US-Nutzern aber zu teuer. Das liegt auch an Apple.

1/10 Jetzt ist er da: Der iPad ist auf der Redaktion von Bernerzeitung.ch/Newsnet eingetroffen. Hier noch quasi unberührt – in der Originalverpackung.
Bild: Reto Knobel

Der iPad liegt schwer in der Hand

   

Einen Hype zu entfachen, ist ein Marketingcoup; ihn zu übertreffen, eine Spezialität von Apple. (AAPL 562.29 -0.54%) Optimisten schätzen, dass Apple bis Ende des Jahres weltweit mehr als 7 Millionen der neuen Computer verkauft. Diese Entwicklung erfreut besonders die Medienbranche, die dank des neuen Gerätes auf bessere Geschäfte hofft.

Schon zum Verkaufsstart des iPad boten amerikanische Magazine wie «Time» und Tageszeitungen wie das «Wall Street Journal» eigens programmierte digitale Ausgaben an. Doch die ersten Käufer sind von dem neuen Angebot alles andere als begeistert. Ihre Urteile schwanken zwischen Fassungslosigkeit und Sorge. «Der Preis ist unerhört», schimpft ein Kunde. Ein anderer schreibt: «Ich möchte ja wirklich, dass die Unternehmen beim Übergang von alten zu neuen Medien erfolgreich sind. Aber so wird das nichts.»

4.99 Dollar pro iPad-Ausgabe

«Time» verlangt 4.99 Dollar pro iPadAusgabe. Wer die Papier-Version abonniert, zahlt für dieselben Inhalte weniger als 40 Cent. Beim «Wall Street Journal» ist es ähnlich, wenn auch weniger drastisch. Ein Grund für die Preisaufschläge ist das Geschäftsmodell von iTunes, dem virtuellen Gemischtwarenladen, in dem Apple nach Musik, Serien und Filmen nun auch Bücher, Zeitungen und Magazine vertreibt.

Gefährliche Abhängigkeit

30 Prozent aller Erlöse streicht Apple ein, quasi als Obolus für den Zugang zu den 125 Millionen iTunes-Kunden. Der vermeintliche Heilsbringer ist alles andere als selbstlos. Statt von Apple gerettet zu werden, müssen Verlage sogar fürchten, in eine gefährliche Abhängigkeit zu geraten. Schon bald könnte Apple neben der Bücherecke iBooks auch einen Kiosk für Zeitungen und Zeitschriften einrichten und damit den Vertrieb digitaler Nachrichten monopolisieren. Auf dem Musikmarkt hat es iTunes vorgemacht. Apple wickelt inzwischen 70 Prozent aller digitalen Plattenverkäufe ab.

Die meisten Verlagshäuser setzen dennoch auf das neue Medium. Auch in Europa, wo das iPad Ende des Monats auf den Markt kommen soll. Das französische Traditionsblatt «Le Monde» hat nichts Geringeres als «die Zeitung der Zukunft» angekündigt. Das Verlagshaus Tamedia, das auch den «Tages-Anzeiger» herausgibt, plant ebenfalls ein Angebot – zusammen mit Ringier, NZZ und Swisscom. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.04.2010, 08:31 Uhr

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18 Kommentare

Thomas Müller

07.04.2010, 08:39 Uhr
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Yea cool, wäre bereit etwas zu Zahlen um die NZZ und den Tagi auf dem iPad zu lesen. Nehmt auch die NYT Editors Choice als Beispiel, ist nicht schlecht gemacht Antworten


Oliver Kuhn

07.04.2010, 08:51 Uhr
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Apple melkt seine Kundschaft regelrecht und kann sich dann noch als edler Ritter darstellen, der Microsoft sich in den Weg stellen kann. Dabei ist das ganze Konzept wohl das gierigste der ganzen ICT-Branche. Aber wenigstens ist es eine inovative Firma. Die Welt sollte schnellstmöglich alternativen zu IPhone und IPad finden, sonst entstehen neue Monopole. Antworten



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