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Reto Knobel
Ressortleiter Digital


«Kein Topmanager hat davon gewusst»

Aktualisiert am 21.06.2012 44 Kommentare

Offenbar hat Microsoft seine Partner vor der Tablet-Vorstellung nicht oder nur spärlich informiert. Acer und Co. sind düpiert. Mittlerweile ist auch bekannt, wer die iPad-Rivalen baut – und wie teuer die Surface-Modelle sein werden.

1/16 Wird nicht mehr produziert: Optimus Pad von LG.
Bild: Reuters

   

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Am Montag überraschte Microsoft (MSFT 26.779 1.66%) die Fachwelt mit der Präsentation einer eigenen Tablet-Serie (Bernerzeitung.ch/Newsnet berichtete). Recherchen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wurden auch die Microsoft-Partner auf dem falschen Fuss erwischt. «Kein Topmanager hat davon gewusst», zitiert Reuters einen Acer-Manager.

Andere Partner, die Geräte mit dem Betriebssystem Windows verkaufen, sind laut Reuters erst am Freitag, also drei Tage vor der Surface-Präsentation in Los Angeles, per Telefon informiert worden. Windows-Chef Steven Sinofsky habe aber keine Details zu den Surface-Tablets genannt.

Der Ärger der Acer-Legende

Die Äusserungen von Stan Shih, seines Zeichens Gründer des asiatischen Computerherstellers Acer, lassen keinen Zweifel offen, dass der Unmut in der Branche gross ist. Shih kritisiert Microsoft-Chef Ballmer mit den Worten, dass der Windows-Hersteller eigentlich überhaupt keinen Grund habe, nach Software auch noch Hardware herzustellen. Denn mit Letzterem könne Microsoft viel weniger Gewinn machen als mit Software. Hinzu kämen Probleme wie Vertrieb und Wartungsservice nach dem Kauf. Microsoft werde sich schon bald wieder aus dem Tablet-Markt verabschieden, so Shih gegenüber der «Digitimes». Denn Redmond wolle nur Windows 8 zum Durchbruch verhelfen. Sobald diese Strategie aufgegangen sei, werde Microsoft keine Tablets mehr verkaufen.

Andere schweigen

Andere Microsoft-Partner wie Dell oder Lenovo ziehen es indes vor zu schweigen. Aus gutem Grund, wie Roger Kay meint: «Sie haben kaum eine andere Wahl, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen», so der Experte vom IT-Marktforscher Endpoint Technologies gegenüber der «Financial Times Deutschland».

LG stellt Tablet-Produktion ein

Inzwischen hat ein wichtiger Partner von Microsoft, der Elektronikkonzern LG, bekannt gegeben, die Tablet-Produktion einzustellen. Das südkoreanische Unternehmen hat dementiert, dass die Surface-Lancierung etwas mit diesem Entscheid zu tun habe: «LG sieht Surface für kein einziges Gebiet, auf dem wir uns engagieren, als Konkurrenz», so LG-Mediensprecher Ken Hong. Branchenkenner gehen aber davon aus, dass das Timing der Bekanntgabe kurz nach Microsofts Surface-Show kein Zufall sein kann.

Berichte: Zwischen 600 und 800 Dollar

Der Hersteller der Surface-Serie – ein Tablet läuft mit Windows 8, ein anderes mit Windows RT – steht mittlerweile fest: Asiatischen Medienberichten zufolge handelt es sich beim Hardware-Fertiger um Pegatron, den grössten Konkurrenten von Apple-Zulieferer Foxconn. Pegatron ist eine Sparte des taiwanesischen Computerherstellers Asus.

Ausserdem will «Digitimes» herausgefunden haben, wie teuer die Microsoft-Tablets sein werden: Das leistungsschwächere Surface-Tablet mit Windows RT und Tegra 3 werde für 600 Dollar angeboten, das Business-Tablet mit Windows 8 und Ivy-Bridge-Prozessor werde 800 Dollar kosten. Microsoft hat bislang noch keine Preispläne veröffentlicht.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.06.2012, 12:27 Uhr

44

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44 Kommentare

Michael Wenk

21.06.2012, 14:22 Uhr
Melden 41 Empfehlung 0

Mal ganz ehrlich... wie notwendig sind diese Tablets??? Antworten


Richard Marti

21.06.2012, 14:54 Uhr
Melden 19 Empfehlung 0

Das Ivy-Bridge für USD 800 könnte was werden, wenn die Leistung mit einem Ultrabook vergleichbar ist - 600 Eier für ein Ding auf dem nicht keine Standard-Software ausser einem speziell angepassten Office läuft ist überteuert - sogar verglichen mit dem iPad, und das will schon was heissen! Antworten



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