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Finanzkrise als Segen für Open Source

Von Reto Knobel. Aktualisiert am 19.11.2008

Günstig ist geil: Fast neun von zehn Unternehmen setzen mittlerweile auf Programme mit offenem Programmiercode. Das birgt auch Risiken.

Der Blogger und Internet-Aktivist Markus Beckedahl erklärt den Begriff Open Source.


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Milliardenmarkt Open Source

Im letzten Jahr erwirtschaftete die Open-Source-Branche umgerechnet 2 Milliarden Franken. Bis zum Jahr 2012 rechnet das Marktforschungsunternehmen IDC mit einem Marktvolumen von 5,8 Milliarden Franken. Das entspricht einem Plus von 23 Prozent pro Jahr.

Open Source (OS, «offene Quelle») ist eine Art Lizenz für die freie Weitergabe von Software. Bei solchen Programmen wird der Quellcode (Programmierercode) offen gelegt. Für die OS-Gemeinde ist die Finanzkrise ein Segen: Fast 90 Prozent aller Unternehmen nutzen mittlerweils solche Software. Zu diesem Ergebnis kommt der Marktforscher Gartner, welche 274 Unternehmen in den USA, Europa und Asien befragt hat. Hauptgrund für die Verwendung von Open Source Software sind laut der Analyse die tieferen Kosten.

Gartner warnt vor Risiken

Gartner warnt allerdings vor einem allzu sorglosen Gebrauch. Viele Unternehmen würden ein hohes Haftungsrisiko für den Verstoss gegen intellektuelles Eigentum eingehen. «Unternehmen müssen eine Policy für die Beschaffung von Open Source Software aufsetzen, entscheiden, welche Anwendungen durch quelloffene Lösungen unterstützt werden und die Risiken des geistigen Eigentums bezüglich der Open Source Programme prüfen», warnt Gartner-Forschungsdirektorin Laurie Wurster.

Doch der OSS-Siegeszug scheint nicht aufzuhalten zu sein. Waren es anfangs vor allem Linux, der Webserver Apache und einige Tools zum Aufbau von Netzwerken, die in die Rechenzentren einsickerten, gibt es mittlerweile in fast allen Bereichen Open-Source-Alternativen – von freien Datenbanken über Desktop-Programme bis hin zu Business-Anwendungen.

«Das Interesse an Open Source nimmt zu», bestätigt das Marktforschungsunternehmen IDC. Vor dem Hintergrund der weltweiten Finanzkrise erwarten die IDC-Experten im IT-Markt lediglich ein dreiprozentiges Wirtschaftswachstum für 2009. Das sind 1,5 Punkte weniger als noch in der letzten IDC-Prognose. «Viele IT-Anwender ändern angesichts der bevorstehenden härteren Zeiten bereits ihre Prioritäten und verschieben Projekte oder blasen sie gleich ganz ab», zitiert die «Computerwelt» IDCs Forschungsdirektor Marcel Warmerdam. Das beflügle aber den Markt für Open-Source-Software, weil Firmen damit ihre Lizenzkosten reduzieren könnten.

Die bekanntesten Beispiele für Open Source Software sind:

- Linux: Das Betriebssystem ist das Paradebeispiel für ein erfolgreiches Open-Source-Projekt. Im Deutschen Bundestag wird Linux im Serverbereich eingesetzt.

- Openoffice.org: Ein freies Office-Programm, das auf Linux- und auf Microsoft-Betriebssystemen läuft. Es enthält alle notwendigen Funktionen wie Textverarbeitung-, Tabellenkalkulation- und Präsentationsprogramm. Die Bedienung ist ähnlich wie bei anderen Office-Programmen.

- Firefox: Mittlerweile surft schon jeder fünfte Nutzer mit dem Mozilla-Browser.

- Apache: Laut dem deutschen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik arbeiten mittlerweile über die Hälfte aller Web-Server mit dieser Software.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.11.2008, 11:39 Uhr

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