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Die besten Zusatzprogramme für iTunes
Von Roger Zedi. Aktualisiert am 15.02.2010
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Als Apple (AAPL 493.17 3.46%) 2001 die erste Version von iTunes vorstellte, galt es, etwas nachzuholen. Der Mac-Hersteller hatte es verschlafen, eine Software anzubieten, mit der sich Musikstücke ab CDs in MP3-Dateien umwandeln liessen (der Vorgang wird «rippen» genannt), was auf Windows-PCs längst ein riesiger Trend war. Mit der Urversion von iTunes liessen sich anschliessend auch eigene Mix-CDs brennen, die damals moderne Version von selbst zusammengestellten Kassetten. Apples Werbeslogan «Rip, Mix, Burn» sorgte ausserdem für Unstimmigkeiten mit der Musikindustrie, da «rip» auch als Abzocke verstanden werden kann - der illegale Download von MP3-Dateien war bereits in voller Blüte.
Erweitert – oder aufgeblasen?
Neun Jahre später betreibt Apple mit iTunes den grössten Musik-Shop der USA, und mehr als 250 Millionen iPods wurden bisher verkauft. Aus der Verlegenheitslösung iTunes ist die meistgenutzte digitale Mediothek unter Mac und Windows geworden - wohl kaum aber die meistgeliebte. Denn über die Jahre wurde die Software um zahlreiche Funktionen erweitert respektive aufgeblasen: iPod-Synchronisation, Hörbuch-Unterstützung (Audible-Format), Musicstore, Streaming über das heimische W-LAN auf die Stereoanlage oder andere Computer, Podcasts, das Jogging-Programm Nike+, Fernsehserien und Filme samt Apple TV, iPod-Games und nicht zu vergessen die Aktivierung, Softwareaktualisierung, Backup- und App-Verwaltung für das iPhone. So weit, so gut. Leider hat man aber unterdessen immer öfter das Gefühl, selbst neue PCs und Macs seien mit der rasant gewachsenen Software am Anschlag, sie wirkt schwerfällig und überladen.
Doch wer sich für einen iPod touch (das meistverkaufte Modell) oder ein iPhone entschieden hat, ist mehr oder weniger dazu verdammt, iTunes zu nutzen, ob es ihm gefällt oder nicht (wer «nur» einen klassischen iPod verwendet, kann sich beispielsweise das hervorragende Songbird als Alternative anschauen).
Flucht nach vorn
Erst vor kurzem haben wir uns einmal mehr nach anderen Lösungen umgeschaut, doch den vollen, durchaus benötigten Funktionsumfang bietet keine andere Software, ein Umstieg schafft mehr neue Probleme, als er iTunes-Ärger spart. Stattdessen sind uns eine Reihe von Zusatzprogrammen aufgefallen, die einem das Leben mit iTunes zumindest etwas versüssen, den Käfig zwar nicht sprengen, doch immerhin vergolden. Sie räumen die Musiksammlung auf, ergänzen und vervollständigen die Metadaten der Musiktitel oder bieten alternative Wege an, seine Musik am Computer abzuspielen:
Playback und Bedienung
DockArt (Mac): Ersetzt das iTunes-Icon im Dock mit dem Album-Cover des aktuell gespielten Songs. Hübsch. http://homepage.mac.com/gweston/dockart/
YouControl (Mac): Playbacksteuerung (Vor, Zurück, Play/Pause) plus direkter Zugriff auf die gesamte Musikbibliothek von der Menüleiste aus. Sehr praktisch. www.yousoftware.com/tunes
Unter Windows lässt sich iTunes von der Taskleiste aus steuern, ebenfalls platzsparend und praktisch.
AccuBeatMix (Mac): Sorgt dafür, dass die Überblendung von einem Song zum nächsten auf die Beats Per Minute (BMP) abgestimmt wird. Dazu müssen allerdings erst einmal alle Songs die BPM-Angaben in den Metadaten enthalten. Dafür wiederum sorgt die Software BPMer, deren Analyse aller Songs dauert zwar erst mal eine Weile, lohnt sich jedoch. Beide Tools zusammen kosten 19 Dollar. www.wildbits.com
Doubletten ausmerzen
Doppelt enthaltene Songs findet man einfach mit iTunes direkt. Man stöbert sie via die Funktion Datei> Duplikate anzeigen auf. Beim Löschen ist jedoch Vorsicht geboten, es werden auch Songs angezeigt, die beispielsweise einmal auf einem Live-album sind und zusätzlich noch auf dem Studio-album. Songs auf dem Best-of-Album plus auf dem ursprünglichen Album hingegen braucht es nicht in zwei absolut identischen Versionen.
Metadaten aufpolieren
Pollux (Mac und Win): Dieses Programm ergänzt die sogenannten Metadaten für Songs in der iTunes-Bibliothek. Es findet Informationen zu Künstler, Titel, Album, Jahr, Genre, das Album-Cover und sogar den gesungenen Text im Internet und fügt diese direkt ein. Sehr einfach zu bedienen, relativ treffsicher. Pollux kostet 10 Dollar. www.polluxapp.com
TuneUp (Mac und Win): Für fortgeschrittene Enthusiasten einer aufgeräumten, durchkämmten und blank polierten Musiksammlung. Die Software (im Bild oben) findet u. a. alle Alben und Titel ohne Cover (in meinem Fall waren das immerhin 38 Alben). Diese werden mitsamt einer Auswahl an passenden Covers angezeigt, aus denen man eines auswählt. Damit nicht genug: TuneUp putzt mittels der Clean-Funktion eine Auswahl von Songs regelrecht durch. Dabei werden nebst dem Cover auch alle anderen Metadaten mit Daten im Internet verglichen und auf Wunsch korrigiert. Dieser Vergleich passiert anhand eines «Fingerabdrucks», den das Programm von jedem Song erstellt. Bestechend daran ist, dass diese Methode nicht nur für Pop- und Rocksongs aus dem Mainstream funktioniert, sondern auch mit Klassik oder exotischen Comedy-CDs gut klarkommt. Zum aktuell abgespielten Song werden zudem (wie in Songbird) Infos zu den Musikern, Bilder und Videos angezeigt, wer mag, kann sogar automatisch twittern, was er gerade hört. Der Reinigungsdienst von TuneUp kostet 29.90 Dollar. www.tuneupmedia.com
Songtexte
Songtexte lassen sich beispielsweise Songbird importieren. Wenn man in Songbird Metadaten ändert, findet man diese neuen Angaben anschliessend auch in iTunes. Und da Songbird zu jedem Lied, das gerade abgespielt wird, automatisch die Texte aus dem Netz holt und man diese mit nur einem Mausklick speichern kann, sind diese fortan auch in iTunes vorhanden. Und so findet man Texte für mehrere Songs: Gewünschte Songs auswählen> Rechtsklick> Metadaten bearbeiten, dann den Reiter Liedtext wählen und auf den Knopf Batch klicken. Songbird ist kostenlos. www.getsongbird.com
Noch einfacher geht es mit GetLyrical (Mac, http://shullian.com/get_lyrical.php) oder dem iTunes Lyrics Importer (Win, http://senthilkumar.googlepages.com/ituneslyricsimporter), beide sind selbsterklärend und gratis.
Was in der ganzen Palette von iTunes-Erweiterungen und -Zusatzprogrammen fehlt, sind Anwendungen und Tricks, mit denen die Performanz der Mediathek spürbar gesteigert würde. Im Zweifelsfall hilft am ehesten, etwas mehr RAM einzubauen.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 15.02.2010, 09:00 Uhr





