Das 100-Dollar-Tablet
Aktualisiert am 09.01.2012 26 Kommentare
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Kühne Erwartungen: Nicholas Negroponte bei der Präsentation des Projekts One Laptop per Child im Jahr 2005. (Bild: Keystone )
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Lieber spät als nie: Das im Frühsommer 2010 angekündigte Projekt XO 3.0 – ein Tablet für einen Preis von höchstens 100 Dollar – wird an der am 10. Januar beginnenden Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vorgestellt.
Dies gab Nicholas Negroponte, Chef der Organisation One Laptop per Child (OLPC), gegenüber dem Magazin «Computerworld» bekannt. Produzent des Tablets mit einem 20 Zentimeter grossen Bildschirm wird Marvell sein. Das amerikanische Unternehmen hat diese Informationen am Sonntag offiziell bestätigt. Die Batterie kann entweder mit Sonnenenergie oder per Handkurbel aufgeladen werden.
Nicht unumstritten
Das Ziel von OLPC ist es, erschwingliche Hardware zu Bildungszwecken in Entwicklungsländern anzubieten. Mit einem ähnlichen Projekt, dem 100-Dollar-Laptop, hat die Stiftung nach grossen Startschwierigkeiten (die Hardware kostete 200 statt 100 Dollar) mittlerweile nach Angaben von Marvell-Manager Edward McNiemey 2,4 Millionen Kinder in 42 Ländern erreicht.
Die Anstrengungen von One Laptop per Child sind allerdings nicht unumstritten: Kritiker werfen der Organisation vor, ohne Bildungsstrategie zu handeln – der Informatiker und Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) geht davon aus, dass ihre «Zielgruppe» ohne Hilfe von Pädagogen auskommt. Negroponte, der bereits im Herbst 2011 angekündigt hatte, Tablets in schwer zugänglichen Gegenden aus Helikoptern zu werfen, will darum die Kampagne künftig wissenschaftlich begleiten: Bildungsexperten sollen den Erfolg der Hardware-Offensive für Drei- bis Achtjährige untersuchen und für OLPC auswerten.
Grosses Wachstum in Schwellenländern
Derweil hat die Consumer Electronics Association (CEA) im Vorfeld der CES am Sonntag in Las Vegas eine kühne Prognose gewagt. Der weltweite Umsatz mit Unterhaltungselektronik übertreffe in diesem Jahr eine Billion US-Dollar, heisst es in einer Meldung der Nachrichtenagentur SDA.
In Schwellenländern sei das Wachstum besonders stark. Die CEA prognostiziert gemäss dieser Quelle den weltweiten Umsatz auf 1,038 Milliarden Dollar (2011: 993 Milliarden Dollar). Während der Umsatz in den USA stagnieren und in Westeuropa sogar sinken werde, steige der Umsatz in den Entwicklungsländern Asiens um 18 Prozent und in Lateinamerika um 11 Prozent. (rek)
Erstellt: 09.01.2012, 11:21 Uhr
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26 Kommentare
Warum lässt man den Menschen dort nicht einfach ihr bisheriges, einfaches naturverbundenes Leben und zwingt ihnen die Auseinandersetzung mit der modernen, westlichen Welt auf. Das macht die Menschen dort nicht glücklicher, sondern veranlasst diese wahrscheinlich nur vom Land in die Armut der überbevölkerten Grossstädte abzuwandern. Antworten
Wenn die Gegend so abgelegen ist, dass man die Billig-Tablets aus Hubschraubern abwerfen muss, so stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Ausbildung und - vielleicht noch wichtiger - der Kommunikation mit der Aussenwelt. Ein Computer ohne Anbindung ans Internet ist heutzutage eigentlich fast wertlos. Antworten
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