Grosses Interesse an winzigem Findling
Von Johannes Hofstetter. Aktualisiert am 10.02.2012
Damit haben wir nicht gerechnet: Als wir beschlossen, das «heimatlose» Herz, das jemand auf dem Boden des Burgdorfer Busbahnhofes gefunden und auf die Redaktion gebracht hatte, zu verlosen, dachten wir, dass sich höchstens eine Handvoll Leute dafür interessieren würden. Doch dann meldeten sich innert kürzester Zeit über 50 Leserinnen und Leser, die dem Herzchen ein neues Zuhause geben wollten. Manche begründeten sogar, wieso sie den winzigen Findling «adoptieren» mochten. Viele hoffen, dass das Herz ihnen ganz allgemein Glück bringt. Manche möchten damit ihre Sammlung von Herzen aller Art komplettieren. Nicht wenige Teilnehmerinnen und Teilnehmer unseres «Wettbewerbs» haben mit dem herzigen Teil konkrete Pläne: Astrid Schneider liesse sich von ihm darüber hinwegtrösten, dass ihr nach dem Wegzug in den Aargau «die Herzlichkeit der Berner» fehlt. Beat Lüthi hat die «brillante Idee», es seiner Freundin zum Valentinstag zu schenken. Leila Green will es ihrer Schwester ans Spitalbett bringen. Marianne Noack plant, es beim Märchenerzählen einzusetzen. Maria Krebs könnte ihrem «Herzensbuben» damit zeigen, dass sie «immer für ihn da» sei. Mit einem fast schon philosophischen Ansatz bewarb sich Miriam Gösi um das Kleinod: «Zu sehen, dass ein Herz trotz Schrammen und Narben doch noch ein ganzes Herz sein kann, gibt Zuversicht.» Trostspender, Liebesbeweis, Heilmittel oder Aufheller von grauen Stimmungslagen – wenn der Mensch, der sein Herz in Burgdorf verloren hat, wüsste, welche Kräfte möglicherweise in dem Schmuckstück schlummern: Er oder sie würde noch heute auf Knien durch den Busbahnhof rutschen, um es wiederzufinden.jho Gewonnen hat per Losentscheid Gabriele Brechbühl aus Münsigen. Wir gratulieren herzlich. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.02.2012, 08:56 Uhr
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