BZ-Forum
Ärger wegen der Werbung
Michael Hug, Chefredaktor der Berner Zeitung BZ: "Die Werbung ist für die BZ überlebenswichtig ist. Über die Hälfte unserer Einnahmen, mit denen die über 100-köpfige Redaktion und der Verlag finanziert werden, stammt aus den Anzeigen, die entweder in der Zeitung oder als Prospektbeilagen geschaltet werden." (Bild: Andreas Blatter)
Wir haben an unserem Briefkasten einen Stop-Werbung-Kleber. Jetzt wird einfach immer öfters in die Berner Zeitung Werbung eingelegt. Das ärgert mich – vor allem die Werbezeitung von Saturn, Schönbühl. Ich finde es daneben, dass die BZ eine Werbung mit einer solch primitiven Sprache weiterverbreitet – und ich mit meinem Abo auch noch dafür bezahlen muss. Ist die BZ wirklich auf solche Werbung angewiesen?
Eva Müller-Stüssi, Huttwil
Die Antwort von Michael Hug, Chefredaktor Berner Zeitung BZ:
Sehr geehrte Frau Müller, ich kann nachvollziehen, dass Sie sich an solchen Prospektbeilagen stören. Zugleich bedaure ich es, weil die Werbung für die BZ überlebenswichtig ist. Über die Hälfte unserer Einnahmen, mit denen die über 100-köpfige Redaktion und der Verlag der Berner Zeitung finanziert werden, stammt aus den Anzeigen, die entweder in der Zeitung oder als Prospektbeilagen geschaltet werden. Wollten wir ohne drastische Einsparungen bei unserer Berichterstattung auf die Werbung verzichten, müsste der Preis für ein Jahresabonnement auf über 800 Franken angehoben werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem solchen Schritt ein grosser Teil der Abonnentinnen und Abonnenten kündigen würde, wäre sehr gross. Die Folge wären weitere Preiserhöhungen und Einschränkungen des Informationsangebotes. Aus diesen Gründen ist die BZ tatsächlich auf solche Werbung angewiesen und - sofern sie nicht ein Mehrfaches für ein Abo bezahlen können oder wollen - auch unsere Leserinnen und Leser. Mittlerweile haben in städtischen Gebieten fast die Hälfte der Briefkästen einen Stopp-Werbung-Kleber - womit deren Besitzer etwas für die Abo-Zeitungen tun: Denn wer Werbung treibt, kann dieses Publikum nur über Abo-Zeitungen erreichen und finanziert damit deren Redaktionen mit. Unbestrittenermassen gelangen über die Berner Zeitung Prospekte in Ihren Briefkasten, auf welche Sie lieber verzichten würden. Ich hoffe aber, dass Sie diese Anzeigen und Prospekte im Wissen um die Zusammenhänge mit anderen Augen betrachten, als die restliche Werbeflut.
Erstellt: 29.07.2010, 13:57 Uhr
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