Ungleiche Chancen
Zum Wahlpodium der Berner Zeitung in Belp
Das stimmt nachdenklich
Dass die BZ ein Wahlpodium veranstaltet, ist positiv. Schliesslich sollen sich die Stimmbürger in all der Flut von Werbeprospekten und im Wald der Plakate ein Bild machen können, wer für die nächsten vier Jahre in die Berner Regierung gewählt werden soll. Dass aber die EVP mit der Begründung, dass ihre Kandidaten ohnehin chancenlos seien, gar nicht erst nach Belp eingeladen wird, stimmt mich nachdenklich. Patrick Gsteiger ist der einzige selbstständige Unternehmer unter den Kandidaten, und Marc Jost ist im Grossen Rat mit seiner klaren Meinung schon mehrfach aufgefallen. Wenn man offizielle Kandidaten schon gar nicht zu Wort kommen lässt, schwinden ihre Chancen in der Tat. Ich bin aber überzeugt, dass im grossen Kanton Bern ein Regierungsrat Farbe geben würde, der nicht nur die Interessen der Grossen vertreten würde.
Robert Alder, Präsident EVP Jegenstorf
Falsche Suggestion
Der Artikel von Anna Tschannen beginnt mit den Worten «am BZ-Wahlpodium in Belp gaben sich die neun (!) Kandidierenden für den Regierungsrat erstaunlich zahm». Es dürfte der Berner Zeitung tatsächlich entgangen sein, dass mehr als neun Kandidatinnen und Kandidaten für den Regierungsrat des Kantons Bern kandidieren. Weshalb kommt da wohl keine Wahlkampfstimmung auf? Für die BZ-Leser sei an dieser Stelle nochmals erwähnt, dass mit dem Wahlmaterialversand alle zu wählenden Regierungsratskandidaten aufgelistet sind. Von der Berner Zeitung wird fast täglich suggeriert, dass nur neun Kandidierende ins Rennen steigen, und bei Umfragen werden stets die Meinungen dieser Kandidaten abgefragt. Das DRS-Regionaljournal hat hier seine Aufgabe besser gemacht und bemerkt, dass es noch weitere Kandidierende gibt. So hat man zum Beispiel Christoph Neuhaus gegen den EVP-Mann Marc Jost antreten lassen.
Bruno Widmer, EVP Wahlkoordination Wahlkreis Emmental
Aussenseiter chancenlos
Es erstaunt mich immer wieder, wie in der Berner Zeitung die beiden Regierungsratskandidaten Marc Jost und Patrick Gsteiger ignoriert werden. Wäre es nicht gerade die edle Aufgabe der Medien, angeblichen Aussenseitern ein Sprachrohr zu geben? Ich hoffe, dass sich dies in den nächsten Tagen noch korrigieren lässt.
Willi Wildi, Interlaken
Ungleiche Chancen
An der BZ-Wahlveranstaltung in Belp waren tatsächlich nur die aktuellen Regierungsratsparteien eingeladen. Warum werden da zum Beispiel die beiden EVP-Kandidaten Marc Jost und Patrick Gsteiger nicht eingeladen? Ist es richtig, dass die Presse selber entscheidet, wer eine Chance hat und wer nicht? Oder werden nur die Parteien eingeladen, welche das Geld haben, seitengrosse Inserate aufzuschalten? Hätte nicht der Wähler ein Anrecht, alle Kandidaten kennen zu lernen. Seien wir ehrlich, der Berner Regierung würde eine gewisse Veränderung nicht schlecht anstehen.
Hanspeter Steiner, Co-Präsident EVP Boll
Ausgabe vom 11.März
«Frauen fahren deutlich sicherer»
Studie hat einen Haken
Der Autor des Artikels hat möglicherweise Recht. Rein vom Gefühl her, kann man sagen, dass Frauen weniger aggressiv Auto fahren. Wenn man aber etwas durch Statistiken beweisen will, sollten diese einigermassen realistisch und gut recherchiert sein. Abgesehen vom bekannten Zitat «Vertraue nie einer Statistik, die du nicht selber gefälscht hast», gibt es bessere und schlechtere Studien. Jene des ACE hat zwei riesige Haken. Erstens: Von 1000 Menschen fahren deutlich mehr Männer Auto als Frauen, und wenn sie zusammen unterwegs sind, fährt zudem mehrheitlich der Mann. Zweitens: Berufschauffeure sind zum grössten Teil Männer. Diese sind auch für den weitaus grössten Teil der gefahrenen Kilometer verantwortlich. Man kann nicht einfach nur alle Unfälle nehmen und feststellen, dass mehrheitlich ein Mann am Steuer war. Es wäre also nötig, einen Weg zu finden, gefahrene Zeit und gefahrene Kilometer in eine solche Studie einzubauen. So würde sie den Tatsachen sicher viel näher kommen.
Mark Gasche, Kirchberg
Zum Thema «Schläger von München»
Cannabis ist gefährlich
Es dürfte den wenigsten bekannt sein, dass die Schüler vor ihrer verachtenswerten Tat Cannabis konsumiert, also gekifft haben. Der Alkoholspiegel hielt sich im Rahmen, doch Cannabis wurde eindeutig nachgewiesen. Diese abscheuliche Tat hat zur Folge, dass die Opfer vermutlich mit bleibenden gesundheitlichen Schäden rechnen müssen, bis hin zur Invalidität. Cannabis ist also überhaupt keine harmlose Droge. Es ist deshalb nicht nachvollziehbar, dass man in der Schweiz einer Messe wie der CannaTrade eine Plattform bietet. In Frankreich ist unter anderem bereits ein T-Shirt mit Cannabissymbol verboten, und in Deutschland die CannaTrade allgemein. Dass Basel für die CannaTrade als Austragungsort gelegen kommt, liegt daran, dass Frankreich und Deutschland grenznah liegen und ebenso der Flughafen. Unverständlich, dass Basel diese «Kiffermesse» toleriert. Politikerinnen und Politiker stehen in der Verantwortung und gehören gerügt, ob ihres Duldens dieser Messe.
Ernst und Ruth Jeker, Therwil
Zu den Wahlen
Oft fehlt die Unterschrift
Als Mitglied der ständigen Wahl- und Abstimmungskommission der Stadt Thun bin ich beim Öffnen des brieflich eingegangenen Wahl- respektive Stimmmaterials für den sogenannten «Trouble Tisch» zuständig. Das heisst: Alle aus dem Rahmen fallenden Stimmzettel landen zur Abklärung der Gültigkeit bei mir. Es ist schade, wie viele Stimmen als ungültig erklärt werden müssen, nur weil die Unterschrift auf dem Stimmausweis fehlt. Pro Urnengang gehen so im Schnitt 2,5 bis 3 Prozent der eingereichten brieflichen Stimmen verloren. Bei einem knappen Wahlausgang können diese ungültigen Stimmausweise durchaus das Zünglein an der Waage sein respektive der einen oder anderen Partei einen Sitz kosten. Mein Rat an Sie: Unterschreiben Sie als erstes Ihren Stimmausweis, und füllen Sie erst nachher Ihren Wahl- oder Stimmzettel aus.
Fritz J.Fausch, Thun
Ausgabe vom 11. März
Die Sanierungspflicht ist umstritten
Keine Sanierung
Ein wesentlicher Faktor bei der Sanierung eines Hauses geht meistens vergessen: Kaum ist die energetische Sanierung abgeschlossen, steht der Steuervogt vor der Tür und schätzt das Haus neu ein. Das Ergebnis ist ein massiv erhöhter amtlicher Wert, und damit verbunden natürlich eine schmerzliche Erhöhung des Eigenmietwertes. Somit wird viel Geld für eine neue Gebäudehülle ausgegeben, was im betreffenden Jahr von der Steuer abgezogen werden kann. Im nächsten Jahr und in allen Folgejahren dürfen dann kräftig höhere Steuern bezahlt werden. Somit wird sich die Investition nie lohnen, im Gegenteil. Ich werde auf jeden Fall an meinem Haus nichts sanieren, solange es den Eigenmietwert gibt. Dafür ziehe ich im Winter zwei Pullover an und heize sehr sparsam; sogar rot-grüne Kreise staunen über meinen geringen Energieverbrauch.
Heidi Studer, Grafenried
Erstellt: 12.03.2010, 17:01 Uhr





