Pflicht zur Anzeige
Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche
Pflicht zur Anzeige
Die Opfer sollen so vor weiteren Übergriffen geschützt werden. Man muss konsequent handeln und solche Leute nicht einfach weiterbeschäftigen, als wäre nichts geschehen. Wer solche Taten vorsätzlich deckt und vertuscht, macht sich mitschuldig.
Der Arbeitgeber ist im Rahmen des Schutzes der Persönlichkeit des Arbeitnehmers im Arbeitsrecht verpflichtet, gemäss Art. 328 Abs. 1 OR (Obligationenrecht): «Der Arbeitgeber hat () für die Wahrung der Sittlichkeit zu sorgen Er muss insbesondere dafür sorgen, dass Arbeitnehmer/-innen nicht sexuell belästigt werden und dass den Opfern von sexuellen Belästigungen keine weiteren Nachteile entstehen.»
Dies könnte man analog bei Institutionen (Kirchen, Sportvereinen) anwenden. Institutionen müssten schriftlich (Positionspapier) verpflichtet werden, zu verhindern, dass ihre Schützlinge in ihrer Institution misshandelt oder sexuell missbraucht werden.
Wenn man ein solches Positionspapier hat, kann man ganz klar gegen aussen aufzeigen, dass man solches Verhalten nicht toleriert und welche Sanktionen drohen.
Sarah Gabi Schönenberger, Grossratskandidatin SP, Schwarzenburg
Das Geschrei der Meute
Eine grosse Menschenmenge hatte sich um die Ehebrecherin versammelt und wollte sie steinigen. Jesus aber schwieg. Nach seiner Meinung gefragt, antwortete er: «Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.» Da gingen alle fort, einer nach dem andern.
Heute erleben wir das Gleiche: Fast täglich schreit die Meute, sei es im Fernsehen oder in der Presse. Wer schreit am lautesten? Der, welcher selber Dreck am Stecken hat: Wer freie Liebe predigt, Street-Paraden erlaubt, selber durchführt oder daran teilnimmt, Freudenhäuser erlaubt oder damit Geld verdient, Abtreibungen erlaubt oder durchführt (oder dafür gestimmt hat: 72% der Schweizer, die für diese Mordaktion ihr Ja in die Urne gelegt haben).
Wenn wir ehrlich sind, so müssten wir praktisch alle verurteilen, nicht nur die wenigen Priester, die schwach geworden sind und eventuell bitter bereuen. Bereut unser Staat alle die sexuellen Verfehlungen, die wir Bürger erlauben und fördern? Durch Presse, Fernsehen, Gerichte, Regierung und die grosse Mehrzahl aller «ehrbaren» Bürger?
Theres Farine, Niederscherli
«Lange Leitung»
Es ist sehr starker Tobak, mit dem Hans Küng im Gegensatz zum «anderen» nicht hintan hält, sondern sein Wissen der Öffentlichkeit kundtut, nämlich seit wann die Missbräuche, begangen an Jugendlichen, bekannt waren, und wo Küng zufolge seit langem hätte gehandelt werden müssen, um diesem Übel Einhalt zu gebieten.
Laut Küng (Ausgabe von heute) waren Ratzinger – damals noch nicht Benedikt XVI. – alle internen Verfehlungen pädophiler Art, begangen von Geistlichen, bekannt, jedoch hatte er, damals noch Ratzinger, nicht einen davon an eine Justizbehörde gemeldet.
Und jetzt erst, weil mächtig unter Druck geraten, schreibt er ein Brieflein nur nach Irland. Welch eine lange Leitung muss Benedikt haben, nicht einmal jetzt mit der ganzen Wahrheit, an alle gerichtet, herauszurücken?
Hans Gamliel, Rorschach
Ausgabe vom 19. März.«Privatspitäler. Hilferuf ins Rathaus»
Einheitliche Spielregeln
Die zwei Exponenten monieren die ungleichen Tarife zwischen den öffentlichen und den Privatspitälern. Tatsache ist jedoch, dass heute eben auch die Pflichten unterschiedlich sind. So sind die regionalen Spitalzentren und das Inselspital verpflichtet, jeden Patienten rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr aufzunehmen. Dafür unterhalten sie eine entsprechende Infrastruktur. Zudem bilden sie in grossem Mass das für das Gesundheitswesen nötige Fachpersonal aus. Hierzu besteht ein Leistungsvertrag zwischen den öffentlichen Spitälern und dem Kanton, in dem auch die Entschädigung geregelt ist. Der damit verbundene Zusatzaufwand wird mit einem Zuschlag auf der Baserate abgegolten. Einen weiteren Nachteil haben die heutigen Vertragsspitäler, weil diese Baserate auch für die zusatzversicherten Patienten gilt. Dies ist der Grund, weshalb auf den ersten Blick ein Preisunterschied
zu bestehen scheint, der sich aber problemlos aus den unterschiedlichen Pflichten erklärt.
«diespitäler.be», das Netzwerk aller Spitäler und Kliniken, die mit dem Kanton einen Leistungsvertrag vereinbart haben, fordern seit jeher «gleiche Rechte und gleiche Pflichten». Mit der Einführung der Finanzierung mittels DRG ist nun ein wesentlicher Schritt in diese Richtung gemacht. Ab 2012 werden wohl für alle Listenspitäler – unabhängig, ob öffentlich oder privat – einheitliche Spielregeln gelten.
Beat Straubhaar, Thun, Präsident diespitäler.be
Ausgabe vom 9. MÄrz. Andreas Rickenbacher (SP) «Nettigkeit mit Grenzen»
Die Gäste bleiben aus
Es stört Herrn Rickenbacher nicht, dass er wegen des Rauchverbots in einigen Berner Lokalen nicht mehr gern gesehen ist. Allerdings lassen ihn die «Situationen von guten Unternehmen, die wegen der Wirtschaftskrise keine Aufträge mehr bekommen», schlecht schlafen.
Da Herr Rickenbacher offensichtlich den Zusammenhang nicht erkennen will, obwohl er auf der Hand liegt: Viele dieser Betriebe, die ihn nicht zur Ruhe kommen lassen, sind Gastrobetriebe, Restaurants, deren rauchende Gäste ausbleiben und die keine nichtrauchenden finden. Der Nichtraucher ist kein typischer Restaurantgänger, und er wird seine Gewohnheiten jetzt auch nicht ändern!
Wenn rauchfreie Lokale ein Bedürfnis wären, hätten doch die Wirte schon viel früher selbst reagiert. Kein Unternehmer lässt eine Gelegenheit aus, mit welcher Geld zu verdienen ist. Ich arbeite auch in einem Restaurant, einem Kleinbetrieb in Bern. Letztes Frühjahr hat Andreas Rickenbacher im BZ-Talk gesagt, dass die Wirte schon seit zwei Jahren wüssten, dass das Rauchverbot komme. Er hat vergessen, dass lange keine Details zum Gesetz bekannt waren. Wie soll man sich so auf ein Gesetz einrichten können?
In unserem Betrieb ist ein Fumoir aus finanziellen Gründen nicht möglich. Also bleiben unsere Gäste aus. Es ist mir klar, dass Rauchen ungesund ist. Die ungewisse Zukunft jedoch, die dieses Gesetz dem Gastgewerbe, meinen Arbeitgebern und mir selbst gebracht hat, ist ganz gewiss auch höchst belastend für die Gesundheit.
Nadine Portner, Bern
Zum Auftakt der Fischerei-Saison am 15. März
Tod eines Kormorans
Samstagmorgen, 9 Uhr. Aus einer Schrotflinte fällt ein Schuss, Wasservögel flattern verängstigt davon, ein Kormoran kämpft verletzt im Wasser ums Überleben. Er dreht sich um die eigene Achse, versinkt, reckt den Kopf im Todeskampf in die Höhe. Breitbeinig steht der Wildhüter auf dem Wanderweg, gibt seinem Hund Befehle. Beim dritten Versuch holt der Hund endlich den getroffenen Vogel aus der Aare. Nach getaner Arbeit steigt der Wildhüter in seinen Wagen und fährt auf dem Wanderweg mit allgemeinem Fahrverbot davon. Und dies alles vis-à-vis einer Wohnsiedlung und zu einem Zeitpunkt, wo Wanderer, Jogger und Gassi führende Hundebesitzer unterwegs sind.
Christina und Roger Bregnard, Bremgarten
Ausgabe vom 19. März. Leserbrief «Destruktiv»
Wahlkampf
Die subjektive Wahrnehmung eines SVP-Gegners und Leserbriefschreibers in dieser Zeitung, der den SVP-Präsidenten Toni Brunner als Kindergärtner apostrophiert, kann man gut nachvollziehen, wenn man sich die unüberlegten Äusserungen des SP-Präsidenten Levrat oder die unausgegorenen Empfehlungen des CVP-Präsidenten Darbellay vor Augen führt.
Der Abzocker-Initiant Minder hat übrigens schon Recht, wenn er im Fernsehen den vermeintlichen Siegerparteien bei der denkwürdigen Bundesratsabwahl 2007 eine offene, schwärende Blocher-Wunde attestiert.
Willy Fasler, Thun
Zu den bevorstehenden Wahlen
Hat da jemand Angst?
Die Grünliberalen als «Hansdampf in allen Gassen» zu bezeichnen (siehe Leserbrief von Christian Roth, Co-Präsident SP Köniz), trifft den Nagel auf den Kopf. Denn statt in der ewigen Links-Rechts-Polemik stecken zu bleiben, wie dies leider die SP immer wieder zelebriert, geben die Grünliberalen in der Tat an allen Fronten Vollgas.
Es geht bei kantonalen wie nationalen Problemen nämlich tatsächlich darum, endlich Lösungen zu generieren, statt einfach alles abzulehnen, was nicht in den eigenen Reihen produziert wurde. Die Grünliberalen arbeiten in der Umweltpolitik übrigens sehr wohl mit SP und Grünen zusammen. Zu sagen, dies sei ein «Deckmantel», ist ebenfalls reine Polemik. Oder hat da jemand berechtigte Angst vor Wählerverlusten?
Ulrich Schmidt, Grossratskandidat Grünliberale, Mittelland-Nord, Bremgarten
Ausgabe vom 20. März. Personalchefin des Bundes: «Es gibt keine grauen Mäuse»
Privilegiendenken
Es gibt keinen Grund, warum Angestellte von Bund und Kantonen nicht gleiche Kündigungsbedingungen haben sollen wie in der Privatwirtschaft üblich. Alles andere ist nicht zeitgemäss und ein unerwünschtes Privilegiendenken.
Marcel Durst, Avenches
Ausgabe vom 19. März. Bernisches Energiegesetz. «Bürgerliche blasen zum Angriff»
Falsche Wahlversprechen der BDP
Dass sich im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen plötzlich auch die bürgerlichen Parteien für den Umweltschutz und das Energiesparen begeistern, ist auch mir sofort ins Auge gestochen. So verspricht in ihrem Wahlprospekt etwa die BDP «den Schutz der Umwelt und eine vernünftige Energiepolitik». So weit, so gut. Mit Befremden habe ich nun aber festgestellt, dass das am vergangenen Mittwoch vom Grossen Rat verabschiedete neue Energiesetz von den bürgerlichen Parteien, darunter auch von einer Mehrheit der BDP, bis zum Schluss bekämpft wurde - und das, obschon einige der umstrittensten Punkte (z.B. die Sanierungspflicht für die Häuser der schlechtesten Effizienzkategorie) vorgängig aus dem Gesetz entfernt worden waren. Dies zeigt mir leider einmal mehr, dass es den bürgerlichen Parteien im Grossen Rat, insbesondere der BDP, nur wenig um den Schutz unserer natürlichen Umgebung und das Energiesparen geht und ihr Verhalten mehr dazu dient, die Wählerinnen und Wähler mit falschen Versprechen an die Urne zu bringen.
Als verantwortungsbewusster Bürger, dem eine fortschrittliche Energiepolitik sehr am Herzen liegt, kann ich eine solche Politik nicht gutheissen und werde am
28. März nun erst recht SP und Grüne unterstützen, weil dies jene beiden Parteien sind, die sich tatsächlich für eine zukunftsgerichtete Energiepolitik in unserem Kanton einsetzen. Und von Parteien wie der BDP erwarte ich, dass sie ihren Worten in Zukunft auch ernst gemeinte Taten folgen lässt!
Reto Leibundgut, SP-Grossratskandidat, Belp
(Berner Zeitung)
Erstellt: 22.03.2010, 19:08 Uhr
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