BZ-Forum
Landesregierung zeigt wenig Rückgrat
(Bild: Keystone)
Thema vom 16. März. «Dalai Lama. Kein Treffen»
Wenig Rückgrat
Dass Bücklinge machen das Rückgrad schwächt, ist wohl jedem bekannt. Hat man keines, so kann auch keines geschwächt werden! Der gesamte Bundesrat könnte doch zu US-Präsident Barack Obama in die Lehre gehen und bei ihm lernen, wie man «grosse» Leute empfängt.
Sicher könnte Barack Obama den Mitgliedern des Bundesrates auch ein wenig die Obrigkeitsgläubigkeit nehmen – und wir wären die Landesregierung los – wenigstens für eine Zeit lang. Ich höre sie schon, die Entschuldigungen: Die Vereinigten Staaten sind viel mächtiger, die Schweiz ist ja nur ein kleines Land. Dies gilt besonders, wenn man sich, von Fall zu Fall, gerne selber kleiner macht.
Doch die Schweiz ist fast in jeder Hinsicht sehr gross! Mit Henry Dunant, dem Gründer des Roten Kreuzes, stehen wir alle für Humanität und Menschenrechte ein. Einige haben dies offenbar bereits vergessen! Es scheint bei uns je länger, je mehr Tradition zu werden, dass man vor Regierungen in die Knie geht, die die Menschenrechte, auch im eigenen Land, auf das Schwerste missachten. Die chinesische Führung lässt grüssen!
Walter Krebs,Bern
Ausgabe vom 16. März. «UBS. Bonus-Party geht wieder los»
Zeit zu handeln
Wie sagte doch Ex-Bundesrat und jetziger Verwaltungsratspräsident der UBS Kaspar Villiger: Von Bankgeschäften habe der einfache Bürger ohnehin keine Ahnung, er solle deshalb die Finger davon lassen und sich nicht einmischen. Und ein leitender Banker brauche eben seine 20 Millionen Franken Boni im Jahr!
Das zumindest ist zwischen den Zeilen herauszulesen. Ein stichhaltiges Argument jedenfalls für all die Banker, die weiterhin hemmungslos Boni in mehrfacher Millionenhöhe kassieren und für den einfachen Bürger nur ein müdes Lächeln übrig haben. Wenns wieder schiefgeht – und davon gehen auch Wirtschaftsexperten aus –, kann ja Väterchen Staat, das heisst wir Steuerzahler, wieder einspringen.
Lassen wir uns doch nicht länger Sand in die Augen streuen von geldgierigen Managern und ihren Helfershelfern in der Politik.
Wir brauchen die Banken, das stimmt! Aber brauchen
wir auch die hemmungslosen, unbelehrbaren Abzocker? Und wenn mir jetzt jemand sagt, das sei der Neid eines armen Schluckers, dann sage ich Nein, nicht Neid, sondern die Überzeugung, dass unser Staat mitsamt seiner Politik langsam in Schieflage gerät. Um es mit den Worten des Reformators Huldrych Zwingli zu sagen: Lasst uns um Gottes willen etwas Mutiges tun!
Andreas Steinmann, Thun
Zum Thema Tierschutz
Wo bleibt der Schutz?
Über artgerechte Tierhaltung wird viel gesprochen und geschrieben, leider gehen die Ansichten dazu weit auseinander:
• In den Zoohandlungen werden nach wie vor sehr kleine Vogelkäfige angeboten. Vögel möchten aber fliegen und sind keine «Stengelihüpfer». Exoten werden in fernen Ländern gefangen und importiert, obschon das Angebot aus eigenen Zuchten gross ist.
• Masttier- und Kleintierzüchter halten ihre Jungtiere oft in sehr kleinen und dunklen Ställen, eigentlich nur mit einem Ziel, den finanziellen Ertrag zu optimieren.
• Lastwagenweise werden verwahrloste Hunde und Katzen aus dem Ausland in die Schweiz überführt. Eine tierfreundliche und unterstützenswerte Absicht. Leider sind aber unsere Tierheime schon überfüllt.
• Tierversuche werden heute restriktiver und zielgerichteter angewendet. In der Forschung sind sie aber Tagesordnung – oft für Zwecke, die keinem Menschen echt dienen.
Wir sollten endlich lernen, die Natur und ihre Lebewesen zu schätzen und zu respektieren; irgendwann schlägt die Natur zurück.
Silvia Emch, Worb
Zu den bevorstehenden Wahlen
Mehr Spass beim Wählen
Man kann seit einer Weile wegen der anstehenden Wahlen an allen möglichen und unmöglichen Orten Plakate finden, mit Namen und Bildern von mehr oder weniger bekannten Personen. Alle Medien berichten nur bruchstückhaft von den (Un-) Taten der subjektiv ausgewählten «Favoriten». Die Fotos verleiten zu optischen Sympathiepunkten, die aber für den Zweck der Wahl absolut irrelevant sind. Das Einzige, was interessiert, ist doch, was die Kandidaten zukünftig beabsichtigen!
Wer sicher sein will, dass diejenigen gewählt werden, die möglichst genau die «richtige» Meinung des Wählers vertreten, der kommt nicht umhin, sich auf www.smartvote.ch schlauzumachen und mittels dem Fragebogen die geeignetsten Kandidaten zu eruieren. Da staunt dann noch mancher, wie «falsch» er abgestimmt hätte, da zum Teil Kandidaten oben auf der Liste erscheinen, die man nicht kennt oder nicht vermutet hätte.
Lassen Sie sich von www.smartvote.ch helfen – das Wählen macht so viel mehr Sinn und viel mehr Spass!
Andreas Glur, Wynigen
Ausgabe vom 11. März. Schweizer Schläger in München»
Drogen im Spiel
Dass diese Jugendlichen Alkohol konsumiert haben, wird grad noch am Rande vermerkt. Dass sie auch gekifft (und vielleicht gleichzeitig noch ein par andere Sachen eingeworfen) haben, bleibt unerwähnt. Einmal mehr haben Drogen ein paar Leben zerstört. Aber Drogen sind ja eine «gute Sache»; man sollte sie unbedingt legalisieren...
Hans Peter Klötzli, Burgdorf
Zur Bankenkrise
Goldene Eier
Goldene Kälber auf schwachen Beinen wurden von Bankern an die Esel verkauft, und die Banker verdienten dabei goldene Eier. Als keine goldenen Kälber mehr im Stall waren, fragten die Banker die Esel erschrocken an, ob sie ihnen wieder auf die Beine helfen könnten. Die Esel kamen sich wie Melkkühe vor, halfen aber den Bankern wieder auf die Beine, damit diese weiter nach goldenen Eiern Ausschau halten können.
Otto Wenger, Münsingen
Ausgabe vom 2. März. Zum Interview mit FDP-Grossrat Adrian Haas
Anständige Löhne
Für den Vergleich der Attraktivität des Kantons Bern mit den übrigen Kantonen stützen sich die Wirtschaftsverbände gemäss Interview mit Adrian Haas auf eine Rangliste der Eidgenössischen Steuerverwaltung, welche die Steuerbelastung für ein Ehepaar mit zwei Kindern mit einem jährlichen Bruttoeinkommen von 150000 Franken angeben. 150000 Franken Jahreseinkommen beziehungsweise 12500 Franken Monatsgehalt scheint für die Kreise um Wirtschaftsboss Adrian Haas das Berner Mittelmass zu sein. Ich freue mich zusammen mit der grossen Mehrheit der lohnabhängigen Bernerinnen und Berner, dass sich die Wirtschaftsverbände endlich für anständige Mindestlöhne einsetzen wollen. Denn der im Wahlprospekt der Wirtschaftsverbände beigezogene Vergleich macht ja nur Sinn, wenn dieser für die Mehrheit der Bevölkerung gelten kann.
Danke, Adrian Haas, endlich geht es vorwärts im Kanton Bern, mit gerechten Löhnen, 12500 Franken brutto im Monat!
Rudolf Käser, Meienried
Ausgabe vom 13. März.Die Justizministerin redet erstmals über ihren Chefverschleiss
Retourkutsche
Bundesrätin Widmer-Schlumpf wird immer wieder vorgeworfen, für den Personalwechsel in ihrem Departement verantwortlich zu sein. Sie hat sich nun in ihrer Stellungnahme glaubwürdig gegen diese Vorwürfe zur Wehr gesetzt. Es ist natürlich klar, aus welcher Ecke diese Verdächtigungen stammen: Es ist vor allem der Zürcher Flügel der SVP, der die Abwahl ihres ehemaligen Bundesrates bis heute nicht verschmerzt hat, und darum jede Gelegenheit nutzt, dessen Nachfolgerin zu diffamieren! Darum: SVP = Schlechte Verlierer-Partei. Unsere Justizministerin erfüllt ihre Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen, lasst sie doch bitte in Ruhe ihre Arbeit machen!
Hans Hofer, Utzenstorf
Geld verschleudert
Der elfte Chefbeamte im Departement von Eveline Widmer-Schlumpf wird in die Wüste geschickt. Nun trifft es den bewährten Vizedirektor im Bundesamt für Migration, Jürg Schneider. Der Chefbeamte soll erst vor einem Jahr zu BDP-Bundesrätin Widmer-Schlumpf gestossen sein. Der Abgang hat nun auch enge Mitarbeiter überrascht. Die Zahl der häufigen Wechsel ist nun doch zu gross. Die Trennung von elf Chefbeamten kostet enorm viel Geld. Das führt nun endlich dazu, dass das Parlament die Personalpolitik von Widmer-Schlumpf unter die Lupe nehmen will. So könnte der uralte Berner Spruch wieder Gültigkeit haben: «Wär niemerem vertrout, isch säuber nüt wärt».
Ernst Herzig, Langenthal
Zu den Wahlen
Nur die halbe Wahrheit
Halbwahrheiten sind praktisch: Sie sind nicht gelogen, es wird nur etwas (meist Wichtiges) verschwiegen. Sie sind aber schlimmer als Lügen, weil diese auch von weniger kritischen Leuten als solche erkannt werden können, die Halbwahrheiten aber kommen als vermeintliche Wahrheit daher. Dieser Praxis bedienen sich Populisten, im gegenwärtigen Wahlkampf auch massiv die SVP:
Da wird beispielsweise dem Regierungsrat vorgeworfen, er habe seit seiner Einsetzung 2006 über 2000 neue Stellen geschaffen. Das ist nur die halbe Wahrheit; die andere (wichtigere) Hälfte: 700 Stellen davon entstanden aus der vom Volk abgesegneten Zusammenlegung von Kantons- und Gemeindepolizeikorps; 500 Stellen entstanden wegen steigender Studentenzahlen an der Universität und an Fachhochschulen; weitere Stellen entstanden durch Übernahme von externen Informatikern, da man damit längerfristig Kosten einsparen kann.
Gemäss Finanzdirektion konnte der Regierungsrat lediglich 10 Prozent der Stellen selbst entscheiden! In ähnlicher Weise können weitere falsche Behauptungen entkräftet werden: Die Steuerbelastung im Kanton Bern habe zugenommen oder: die Kantonsausgaben hätten in dieser Legislaturperiode um eine Milliarde zugenommen oder: Kein Kanton erhalte so viel Finanzausgleich wie Bern
Mit diesen Halbwahrheiten will die SVP belegen, wie schlecht die rot-grüne Regierung gewirtschaftet habe. Wie glaubwürdig ist eigentlich eine Partei noch, die solcherart die Wähler hinters Licht zu führen versucht?
Walter Stucki, Sekundarlehrer, Hünibach
Ausgabe vom 17. März. Leserbrief zu den Postfinance-Pralinen
Zinserhöhung statt Schoggi
Ein Bravo für den Leserbriefschreiber. Ich habe mich auch schon gewundert. Wahrscheinlich wurden wirklich nur die «gutbetuchten» Kunden berücksichtigt. Uebrigens: Statt Schoggi wären wir auch mit einer kleinen Zinserhöhung zufrieden.
Fritz Zwahlen, Gümligen
(Berner Zeitung)
Erstellt: 17.03.2010, 19:04 Uhr
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