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«Die anderen sind Schuld»

Von BZ-Forum. Aktualisiert am 31.03.2010

Generalvikar Trauffer versuche in seinem Interview, seine «irregeleiteten Schäfchen» zu verteidigen, indem er mit dem Finger auf andere zeige, meint Leser Walter Krebs aus Bern.

(Bild: Keystone)

Ausgabe vom 31. März. Interview mit Generalvikar Trauffer
«Die andern sind schuld»
Wie es nicht anders zu erwarten war, versucht Roland-Bernhard Trauffer (Ausgabe vom Mittwoch, 31. März), seine «irregeleiteten Schäfchen» noch in Schutz zu nehmen, indem er sagt: «Das stimmt, wir haben, aber die anderen haben alle auch.» Nach der traurigen Melodie: «Nicht die Täter, sondern die Gesellschaft ist schuld!»
Ein chinesischer Christ hat seine Gebete immer wie folgt beendet: «Und fang bei mir an!» Noch ein Wort zum Zölibat, welches Herr Trauffer tatsächlich noch zeitgemäss findet. Ehelosigkeit bedeutet logischerweise Kinderlosigkeit. Würde das die Menschheit durchziehen, wäre sie in etwa 100 Jahren ausgestorben. Mindestens einen grossen Vorteil hätte das: Katholische Priester könnten keine Kinder und Jugendliche mehr missbrauchen.
Walter Krebs, Bern

Erbärmliche Ausrede
Die Kirche ist unschuldig, der Sex und die Medien sind an allem schuld! So lautet die erbärmliche Ausrede von Generalvikar Trauffer. In Wirklichkeit treibt das absurde Zölibat seit Jahrhunderten und auf allen Kontinenten immer wieder katholische Geistliche in die Kriminalität. Deshalb handelt es sich bei den Missbräuchen durch «Kirchenväter» nicht um Einzelfälle, sondern um eine klerikale Institution. Angesichts der fehlenden Einsicht und Verantwortung der Kirchenfürsten empfiehlt sich nicht bloss die Abschaffung des Zölibats, sondern die Auflösung der katholischen Kirche.
Hans Mäder Zollikofen

Ausgabe vom 30. März. «Freier Fall vom Pferd»
Gequältes Pferd
Voll Entsetzen habe ich das von Schmerzen geplagte Rodeo- Pferd in der Zeitung gesehen. Wie ist es im Jahr 2010 möglich, Pferde zur Belustigung des Publikums derart zu quälen? Die blutigen Schrammen stammen von den langen Sporen des Reiters oder von dessen Vorgänger oder auch von der Peitsche. Vermutlich musste dieses Pferd viele solcher Ritte über sich ergehen lassen! Der Fotograf sollte sich an eine Tierschutzorganisation in Uruguay wenden, damit solche Wettkämpfe verboten werden.
Margrit Schweizer, Bowil

Ausgabe vom 31. März. «Im neuen Grossen Rat sitzen 32 Landwirte»
Steuerhölle Kanton Bern
Dass die Senioren im Parlament übervertreten sind, weckt Erwartungen: Gemäss Vergleichstabelle vom 24.März in dieser Zeitung ist die Steuerbelastung der Rentner im Kanton Bern ja enorm. Wird nun endlich eine Entlastung auf den schweizerischen Durchschnitt eingeführt?
Hanspeter Oppliger, Hilterfingen

Zu den Grossratswahlen
Schlappe für Politiker
Am 14.März 2010 fanden in Frankreich Regionalwahlen statt. Die Beteiligung erreichte mit 46,4 Prozent ein historisches Tief. Die Zeitung «Le Monde» fand diese Entwicklung so Besorgnis erregend, dass sie der Sache eine ganze Seite widmete. In Interviews erklärten Nichtwähler, sie seien von den Politikern so enttäuscht, dass sie nicht mehr einsehen, weshalb sie überhaupt noch zur Urne gehen sollten. Diese Menschen erwarten mit anderen Worten nichts mehr von ihren «Vertretern». Ein Armutszeugnis und eine Schlappe für die gesamte Classe politique.
Am 28.März 2010 fanden im Kanton Bern Grossratswahlen statt. Die Beteiligung lag bei 32,4 Prozent(!). Statt sich mit diesem katastrophalen Zustand auseinanderzusetzen, begnügten sich die Journalisten bisher damit, die Gewinne oder Verluste der verschiedenen Parteien zu kommentieren. Hält man es bereits für normal, dass quasi sieben von zehn Bürgern nicht mehr wählen gehen? Die niedrige Beteiligung wirft viele Fragen auf. Wen vertreten unter diesen Umständen die sogenannten «Volksvertreter» überhaupt noch? Sind die Wähler nur noch für Volksinitiativen und Referenden zu mobilisieren? Stehen wir vor einer Glaubwürdigkeitskrise der Parteien oder, schlimmer, der Demokratie? Wer hat Interesse daran, dass sich das Volk zunehmend von der Politik abwendet?
Jan Mahnert, Bern

1 Frau = 1/4 Mann?
Zu meinem grossen Bedauern ist keine einzige SP-Frau in den Wahlkreisen Mittelland Süd, Thun und Oberland gewählt worden. Im ganzen Wahlkreis Mittelland Süd sind von insgesamt 20 Mandaten gerade nur zwei Mandate in Frauenhand (1 EVP; 1 Grüne). Insgesamt hat die SP 7 Sitze verloren, und zudem wurden einige gute bisherige SP-Frauen abgewählt. Im ganzen Grossen Rat sind nun nur noch 42 Frauen von insgesamt 160 Grossräten, also ein Frauenanteil von zirka 25%. Das ist erschreckend.
Das Ziel der Frauenzentrale, mehr Frauen in den Grossen Rat zu portieren, ist kläglich gescheitert, stattdessen sitzen nun bedeutend weniger Frauen im Grossen Rat als bei der Legislatur 2006–2010.Der Frauenanteil bei der SP ist nun bei etwa 34%, auch keine Glanzleistung leider.
Mich als junge und aktive Frau, die gerne mit anpacken, Ideen einbringen und in einem Parlament mitarbeiten würde, enttäuscht dieses Ergebnis.
Ich hoffe, dass Frauen und Männer in Zukunft wieder auch vermehrt Frauen berücksichtigen und wählen werden, denn auch wir Frauen sollten im Parlament mit unseren Anliegen vertreten sein. Also ihr Frauen da draussen, nicht aufgeben, einander unterstützen und in Zukunft Frauen wählen! Denn 1 ganze Frau darf nicht einfach nur 1/4 Mann wert sein!
Sarah Gabi Schönenberger, SP, Schwarzenburg

Ausgabe vom 31. März. Absteller «Schickaniererei auf der Autobahn»
Lächerlich und unnötig
Danke dem Verfasser! Seine Ansichten decken sich zu 200 Prozent mit den meinen. Wo ich kann, versuche ich zwar die Baustelle um Bern zu meiden. Gestern Abend um 23 Uhr fuhr ich aber trotzdem von Hinterkappelen kommend auf die Autobahn. Dies in der (falschen) Annahme, dass ich um diese Zeit keine Probleme zu gewärtigen hätte.
Nachdem ich mich wegen der völlig unnötigen Geschwindigkeitsbeschränkung genug geärgert hatte, sagte ich zu meiner mitfahrenden Ehefrau, wenigstens gebe es um diese Zeit nicht noch Stau. Doch weit gefehlt. Ab Mitte Viadukt musste auch ich zwar nicht direkt im Stau, aber immerhin im Rückstau mit 30 bis 40 km/h weiterfahren. Um 23 Uhr nachts! Lächerlich, unnötig und wirklich schikanös. Es wäre toll, wenn hier Abhilfe geschafft würde.
Hansjürg Nussbaumer, Jegenstorf (Berner Zeitung)

Erstellt: 31.03.2010, 17:46 Uhr

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