BZ-Forum

Bauern zahlen viel Geld, um nicht impfen zu müssen

Das Berner Veterinäramt meldet, dass gut 1100 Bauern im Kanton Bern von der Möglichkeit Gebrauch gemacht hätten, ihre Tiere nicht gegen die Blauzungenkrankheit zu impfen; das sind rund 8,5%.

Bild: Keystone

Zum Impfung gegen die Blauzungenkrankheit
Impfzwang
Wenn der Veterinärdienst offener kommuniziert hätte, wären es sicher noch weit mehr Bauern gewesen, die ihre Eigenverantwortung wahrgenommen hätten. Das Gesuch musste jedoch zuerst beim Tierarzt abgeholt oder aus dem Internet heruntergeladen werden. Nun wird für das Befreiungsgesuch die stolze Bearbeitungsgebühr von 80 Franken verlangt – für die Unterschrift unter einen Massenbrief! Es scheint, dass der Kanton Bern in Sachen Gebühren einen Spitzenplatz anstrebt. Wofür wird wohl das viele Geld von aufgerechnet fast 100'000 Franken verwendet? Warum konnte der Berner Kantonstierarzt das Befreiungsgesuch nicht jedem Bauer in einem persönlich adressierten Brief beilegen wie sein St.Galler Kollege?
Auch auf die Gebühr hätte unser Kantonstierarzt verzichten können, wie seine Kollegen in Zürich, Appenzell und St.Gallen. Die erwähnten Kantone zeigen klar, dass ohne grosse Kosten und Aufwand mehr Bauern die Eigenverantwortung wahrnehmen – in St.Gallen waren es 35%. Da muss noch jemand sagen, die Basis wolle diese Impfung!
Andreas Schneider, Ursenbach

Ausgabe vom 11. März. «Wahlkampf. Klingenwetzen in Belp»
Vorselektion?
Mit 13 Grossräten und einem stetig wachsenden Wähleranteil ist die EVP ein konstruktiver und wichtiger Player in der Berner Kantonspolitik. Unverständlich, wieso die EVP am Mittwochabend nicht auf dem grossen BZ-Regierungsrats-Wahlpodium in Belp zugelassen wurde. Ich erwarte von der BZ, dass sie nicht vorselektioniert, sondern ausgewogen informiert. Die beiden EVP-Regierungsratskandidaten Marc Jost und Patrick Gsteiger hätten Wichtiges zu sagen und sind bereits jetzt eine Bereicherung für die Berner Politik. Ich wähle die beiden neuen sowie den besten der bisherigen Regierungsräte, informiert und inspiriert durch die BZ.
Matthias Müller, Kopräsident EVP Köniz, Grossratskandidat EVP

Ausgabe vom 2. März. Wahlen. Bernhard Pulver. «Er hat die Schule beruhigt»
Bitteres Ende einer guten, familienfreundlichen Schule
Bernhard Pulver, kinderlos und Jurist von Beruf, wird in ganzseitigen Inseraten als familienfreundlicher Bildungsdirektor gepriesen. Das ist irreführend, denn in seine Amtszeit fielen folgenschwere Entscheide: Vor der HarmoS-Abstimmung versprach Erziehungsdirektor Pulver, der heutige, bewährte Kindergarten würde bei einem Ja zu HarmoS weiter bestehen. Nur gerade vier Monate später empfiehlt er den Gemeinden die Einführung der Basisstufe – eine tief greifende Schulreform, in welcher 4- bis 8-jährige Kinder in derselben Klasse unterrichtet werden. Auch die Integration von Sonderschüler/-innen in Regelklassen wurde von Regierungsrat Pulver forciert, stellt nun aber die Lehrpersonen vor kaum zu bewältigende Probleme. Eltern beklagen sich, dass die Mittagspausen extra verkürzt würden, sodass auch Kindergärteler und Unterstufenschulkinder nicht mehr am Familientisch essen können.
Mit diesem «Trick» erreichen die linken und grünen Bildungsstrategen, dass die familienexternen Mittagstische von genügend Kindern besucht bzw. überhaupt durchgeführt werden können. Dass die Erziehungsdirektion die Tagesschulen dermassen fördert und bereits bei 10 gemeldeten Kindern eine Betreuungsperson angestellt wird, hingegen eine Lehrkraft bis 26 Kinder unterrichten muss, zeugt nicht gerade vom Willen Pulvers, gute Schulen zu führen. Seine linke Ideologie stellt die Bildungslandschaft auf den Kopf und schadet einer guten, familienfreundlichen Schule.
Sabina Geissbühler-Strupler, Primarlehrerin, Herrenschwanden

Ausgabe vom 10. März. «Etappensieg für Swisscom»
Unsinnig
Die Weko (Wettbewerbskommission des Bundes), eine staatliche Instanz, die den Wettbewerb in all jenen Bereichen überwachen und herstellen soll, wo er nicht bereits per Gesetz verhindert wird, hat also unsere Swisscom mit 333 (!) Millionen Franken gebüsst wegen angeblich missbräuchlich hoher «Terminierungsgebühren» in der mobilen Telekommunikation.
Zu Recht hat sich die Swisscom beim Bundesverwaltungsgericht dagegen beschwert und Recht erhalten, die Busse wurde vom Gericht aufgehoben. Diese Schlappe kränkt nun die Weko tief, und sie überlegt sich, ihrerseits nun wieder beim Bundesgericht zu klagen. Ich frage mich: Wie sinnvoll ist es, dass sich staatliche Unternehmungen und Instanzen vor Gerichten streiten? Der Staat prozessiert sozusagen gegen sich selbst! Gibt es jemanden, der solchen Unsinn stoppen kann?
Roger Känel, Steffisburg

Ausgabe vom 8. März. «Titelkampf. Ärger über Referees»
YB wurden auch schon Punkte geschenkt
Wenn Herr Petkovic sich darüber ärgert, dass seine Spieler beim Xamax-Match von Schiri Laperrière verbal angegangen wurden, verstehe ich ihn. Nur sollte er nicht vergessen, dass die Refs dem BSC YB diese Saison bereits rund 10 Punkte geschenkt haben, 4 davon allein in der Rückrunde. Daher bitte nicht vergessen, die Schirigilde an die Meisterfeier des BSC einzuladen. Der FCB kann den Bernern seit dem Ausfall von Alex Frei nicht mehr gefährlich werden, weil dadurch auch Marco Streller rund 80 Prozent an Gefährlichkeit eingebüsst hat.
Patrick Fluri, Oensingen

Zu den bevorstehenden Wahlen im Kanton Bern
BGB und SVP
In einer Wahlzeitung nimmt Alt-Bundesrat Adolf Ogi Bezug auf die bewährten Werte der BGB im Kanton Bern. Leider hat die Kultur der SVP heute sehr wenig mit dieser Gesinnung zu tun; es sei denn, ich hätte die politische Einstellung meines Vaters falsch interpretiert. Er war ein «kleiner» kantonaler Beamter und trotzdem ein Vorbild für viele junge Landwirte im Kanton Bern. Ich schätze sein Engagement als Politiker, aber er sollte bitte die Finger von der BGB lassen. Er hat wesentlich zu deren Abschaffung beigetragen.
Andreas Riedwyl, Präsident BDP Stadt Biel und Umgebung

Eishockey und andere Transfers
Jetzt ist es also so weit. Die SCL Tigers spielen in den Eishockey-Playouts gegen die Rapperswil Lakers. Auf der Mannschaftsfoto 2009/10 der Tigers ist noch immer Christian Weber als Trainer abgebildet. Der ist jetzt aber nicht mehr bei den Tigers, sondern hat diese zugunsten der Lakers verlassen. Ein Vertrag für die ganze Saison bedeutet also noch lange nicht, dass ein Trainer auch bis Ende Saison seinem Klub treu bleibt.
Das gleiche ist während der letzten Legislatur im bernischen Grossen Rat passiert. Nicht weniger als 16 Grossräte liessen sich von der SVP-Basis als SVP- Grossrätinnen und Grossräten in Amt und Ehre wählen, um dann zwei Jahre später der Partei den Rücken zu kehren. Im Staatskundeunterricht hatte ich eigentlich einmal gelernt, dass Proporzwahlen immer ganz stark auch Parteiwahlen seien. Christian Weber und die 16 BDP-Grossräte mögen das vielleicht anders sehen. Ich als Tigers-Fan und SVP-Wähler komme mir dabei ziemlich verschaukelt vor.
Jetzt bleibt mit nur noch eines: den Tigers im Playout die Daumen zu drücken und am 28. März SVP zu wählen. Denn Wahltag ist Zahltag.
Markus Gerber, Bellelay

Ausgabe vom 8. März. «Tierschutz. Kantone in der Pflicht»
«Voll zufrieden»
Wir sind voll zufrieden mit dem Entscheid. Es ist schön, dass das Schweizervolk noch die Einsicht hat, dass Tiere nicht wie Menschen sind und deshalb keinen Anwalt benötigen. Man kann Tierquälerei durch den Tieranwalt nicht verhindern. Die Anwälte müssen mit unserem Geld finanziert werden, was zu mehr Steuern führt. Ausserdem können Tiere ja keine Aussagen machen. Die Schweiz würde sich nur lächerlich machen. Unser Tierschutzgesetz ist streng genug im Vergleich zu andern Ländern.
David von Känel, Joas Perren, Lukas Böss, Studenten im Gebiet Agrotechnologie am Inforama Hondrich

Zum Steuerstreit mit Deutschland
Deutscher Zweck heiligt die Mittel
in der spannenden Deutschen Meisterschaft um den Datenklau-Pokal haben in der letzten Zeit viele deutsche Politiker, bis hinauf zur Bundeskanzlerin, ihren Mittelstürmer durch einen Haudegen namens Mephistopheles für eine Millionengage ersetzen lassen.
Inzwischen mussten sie mit Schrecken feststellen, dass dieser üble Fink haufenweise Eigentore schiesst. Zu ihrem Entsetzen merkten sie auch, dass es ihnen genau so ergeht wie dem Zauberlehrling in Goethes Faust: «Die Geister, die ich rief, ich werd' sie nicht mehr los».
Die deutschen Politiker wollen deshalb den Einsatz jeder Art von Mephis so rasch wie möglich gesetzlich verbieten lassen.
Ein solches Verbot müsste sich eigentlich erübrigen, versteht sich doch ohne weiteres, dass Eigentore verboten sind. Fragen kann man nur, ob die Politiker damit, Millionen hin oder her, bloss die eingehandelte Blösse verdecken und die gesetzliche Schranke, dass der Zweck einer Aktion nicht beliebige Mittel rechtfertigt, beseitigen wollen. Die Erfahrung des Zauberlehrlings spricht dafür, dass ihnen weder das eine noch das andere gelingen wird. Sie werden mit dem Makel strafbarer Hehlerei behaftet bleiben.
Hermann Imboden, Prilly

Ausgabe vom 10. März. Kantonsrechnung. Kommentar «Linke Kässelipolitik»
Ideologie statt Fakten
Der Verfasser greift in seinem Kommentar die rotgrüne Finanzpolitik an. Doch die Vorwürfe halten einer Überprüfung der Fakten nicht stand. Die höchste Verschuldung wies der Kanton mit über 11 Milliarden Franken im Jahr 1997 aus. Am Ruder war damals keine rotgrüne, sondern eine SVP/FDP-Regierung; der Finanzdirektion standen mit Ueli Augsburger und Hans Lauri SVP-Politiker vor. Unter der rotgrünen Regierungsmehrheit zwischen 2006 und 2009 wurde die Verschuldung hingegen von 7,1 Milliarden Franken auf 5,5 Milliarden reduziert. Das ist ein Schuldenabbau von 1,6 Milliarden Franken bzw. von mehr als 20%.
Fazit: Der finanzpolitische Leistungsausweis der rotgrünen Regierung ist sehr gut. Etwas mehr Fakten und etwas weniger Ideologie würden der Zeitung gut anstehen.
Bernhard Totis, Bern

Ausgabe vom 8. März. Abstimmung zur Rentenkürzung. «Tiefes Misstrauen»
Schulden und Renten
Das Volk hat entschieden,es wolle keine tieferen Renten! In Ordnung, wir wollen uns daran halten. Ich möchte versuchen, das Problem in einen etwas grösseren Zusammenhang zu stellen.
Meine Grossväter erlebten den Ersten Weltkrieg und die nachfolgende dramatische Weltwirtschaftkrise.Mein Vater verbrachte 2 bis 3 seiner besten Lebensjahre als einfacher Soldat im Aktivdienst. Meine Generation erlebte in erster Linie eine Konjunktur auf abwechselnd hohem Niveau und den Ausbau des Sozialstaates. Sie hat es dabei fertiggebracht, einen noch nie dagewesenen Schuldenberg zu Lasten der jüngeren Generationen anzuhäufen. Dies gilt meines Wissens für alle westlichen Demokratien.
Unser Land steht dank direkter Demokratie, föderalistischem Wettbewerb der Kantone - und wohl auch, weil wir vom Krieg verschont wurden -, bezüglich Schulden besser da als unsere europäischen Nachbarn und die USA.
Ich persönlich (Jahrgang 1945) bin gerne bereit, zu Gunsten unserer Kinder und Enkel ein Jahr länger zu arbeiten und entsprechend Steuern zu bezahlen. Ich denke, wenn alle noch relativ fitten zukünftigen Rentner aus Dankbarkeit gegenüber unseren Vätern und aus Solidarität mit der jüngeren Generation dies auch tun würden, könnte man die Schulden unserer Sozialwerke auch in den Griff kriegen.
Bernhard Hofer, Tschugg, SVP Jolimont

(BZ-Forum)

Erstellt: 11.03.2010, 18:53 Uhr

Umfrage

Braucht es wegen Facebook, Google und Co. einen besseren Datenschutz?