Zieltage (1)
Ein Krisenjahr, das auch seine positiven Seiten hat. Durchleben Sie gerade schwierige Zeiten? Die Gedanken über das Warum und die automatische Schuldzuweisung an die Wirtschaftskrise fühlen sich mittlerweile abgenutzt an. Genau so abgenutzt wie die in die Jahre gekommenen Dogmen der Arbeitswelt. Die Direktiven nach immer mehr Erfolg und mehr Geld werden bedeutungslos, wenn der grosse Manitu einen mit einer Schneckenplage im Schicksalsgarten beutelt. Ein japanisches Sprichwort sagt: Wenn du einen Tag glücklich sein willst, besaufe dich; wenn du ein Jahr glücklich sein willst, heirate; wenn du ein Leben lang glücklich sein willst, werde Gärtner...
Vielleicht haben die Menschen die ersten beiden Möglichkeiten bereits ausprobiert und wagen sich nun an die dritte Variante: In den USA, speziell in Detroit, der zunehmend von der Industrie im Stich gelassenen Stadt, gibt es mittlerweile eine beträchtliche Anzahl von Bewohnern, die zu urbanen Selbstversorgern werden. Sie halten sich Hühner im Hinterhof und ziehen ihr eigenes Gemüse, notfalls auf dem begrünten Flachdach. Daraus resultiert oft eine erfrischende Unabhängigkeit vom Konsumwahn und dem ewig hoffnungslosen Bürodasein.
Das astrologische Jahr der Sonne, in dem wir uns befinden, bringt Umbrüche. Alte Strukturen werden aufgelöst, es beginnt die Suche nach neuen Wurzeln, die Halt geben: mitunter also harzige Tage oder gar Wochen. Ich nenne sie auch Zieltage, Tage, an denen man sich einer neuen Idee, eines schlummernden Traums bewusst annimmt und auf eine längst überfällige, aber dennoch sehr viel Mut verlangende Veränderung hinarbeitet.
Erstellt: 19.08.2010, 15:36 Uhr





