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Elsi Reimann aus Bärau. (zvg)
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In der Französischen Revolution wurde Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gefordert. Heute beansprucht die Wirtschaft die Freiheit für sich. Der freie Markt soll scheinbar alles zum Wohle aller selber regulieren; Gewinne werden privatisiert und Kosten der Allgemeinheit aufgebürdet. Die Tüchtigen haben ihren Wohlstand verdient, und die «Faulen und Dummen» können schauen, wo sie bleiben. Die Politik lebt Brüderlichkeit, indem sie sich mit der Wirtschaftselite verbindet. Sie giesst neoliberale Postulate in Gesetze und droht uns mit Arbeitslosigkeit, wenn der Wachstumszwang der Wirtschaft angezweifelt wird.
In der Bildung glauben wir Gleichheit schaffen zu müssen, damit alle am Segen des Konsums und der Arbeit teilhaben können. Wir reden uns ein, wenn wir eine Seifenkiste, einen Opel und einen Formel-1-Wagen mit Superbenzin füllen, könnte die Seifenkiste das Rennen gewinnen.
Es ist Zeit, die Forderungen der Französischen Revolution neu aufzugreifen. In der Wirtschaft wären Brüderlichkeit und Respekt der Erde und den Menschen gegenüber gefragt. Eine Politik, abgekoppelt von der Wirtschaft, würde Gesetze entwickeln, die es allen Menschen ermöglichten, in Frieden und Wohlstand zu leben.
In Bildung, Kultur und im Gesundheitswesen könnte Freiheit gesunde Menschen hervorbringen, denn dank ihren spezifischen Möglichkeiten bereiten eine Seifenkiste, ein Opel oder ein Formel-1-Wagen in verschiedenen Epochen unseres Lebens gleichermassen Freude.
Erstellt: 02.11.2010, 15:31 Uhr





