Halt auf Verlangen (4)
Ket-Hong Linh, Bern (Bild: zvg)
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Während wir unsere Glieder irgendwo zwischen einer Schattenwelt und derjenigen ausstrecken, die wir als unseren Alltag benennen, setzt sich in Szene des Schakals Schicksal und verteilt an manchen Tagen zuckersüss sein bitteres Pulver: Die nächsten Naturgewalten, die uns erneut auf die Probe stellen, können wir vielleicht voraussagen – jedoch nicht verhindern. Und kaum eine Geste kann uns über den Verlust von uns nahe stehenden Menschen hinwegtrösten.
Manchmal frage ich mich, wie es wohl wäre, wenn sich die Zeit stoppen liesse und vieles ungeschehen gemacht werden könnte. Mir gefällt die Vorstellung, dass es ein harmonisches Miteinander gibt. Doch leider weiss ich aus Erfahrung nur zu gut, dass dieses selbstgemachte Bild sich früher oder später als Illusion entpuppt. Was bleibt, ist ein schöner Hauch einer Harmonie.
Nun, es ist sicher nicht einfach, in der Hektik der schnelllebigen Zeit einige Momente freizuschaufeln, doch ich glaube, dies lohnt sich. Zum Beispiel können wir das Für und Wider einer Entscheidung ohne Druck Dritter besser abwägen. Oder wir können uns bewusst machen, was wir eigentlich wollen oder nicht. Wie es im Zug einen «Halt auf Verlangen»-Knopf gibt, so ist es vielleicht bald Zeit, diesen Knopf im Leben zu drücken. Denn dieses wirft nicht nur Sonnenschein, sondern auch seinen Schatten auf uns. Wir können jedoch jederzeit aufhören, die lebenslangen Achterbahnfahrten zu beschleunigen, indem wir einander versöhnlich anlächeln.
Erstellt: 08.03.2011, 17:38 Uhr





