Geben und Nehmen (8)
Umfrage
66 % unserer User haben bis Freitag, 29. Oktober (17 Uhr) für Elsi Reimanns Kolumne "Geben und nehmen" gestimmt. Das bedeutet: Am Mittwoch, 3. November, erscheint ihre neunte Kolumne. Dann können Sie wieder für oder gegen sie voten.
Ja
Nein
318 Stimmen
Elsi Reimann aus Bärau
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Jedes Jahr verschenkt uns die Erde ihre Nahrung in unglaublicher Fülle. In alten Kulturen wurde ihr mit Ritualen und Festen dafür gedankt. Heute entreissen wir der Erde ihre Schätze in massloser Arroganz wie keine Kultur vor uns. Wir glauben, der Ausgleich von Geben und Nehmen spiele keine Rolle. Daher fordern wir immer mehr Wachstum auf einer Erde mit begrenzten Ressourcen, was früher oder später zum Kollaps führen muss.
Früher haben Religionen und Traditionen den Menschen Grenzen gesetzt. Heute erarbeitet sich jeder eine eigene Lebensphilosophie. Einige denken und leben vorwiegend: Was mir nützt, ist recht, und andere leben nach dem Motto: Was den anderen nützt, ist recht. Wer zu viel nimmt, wird zum Täter, und wer zu viel gibt, wird zum Opfer. Es entsteht ein Ungleichgewicht, und beide sind unglücklich. Wir werden wütend, machen Vorwürfe und schieben uns gegenseitig die Schuld zu. Dabei geht es darum, auf beiden Seiten das Unvermögen zu erkennen, dazu zu stehen, dass wir zu viel genommen oder zu viel gegeben haben.
Den Ausgleich erreichen wir, wenn der eine sagt: Ich stehe dazu, ich habe zu viel genommen, und der andere sagt: Ich stehe dazu, ich habe es zugelassen. Wenn wir dieses Wissen umsetzen, schaffen wir Reichtum in uns und in der Gesellschaft. Wer in gleicher Weise geben und nehmen kann, erschafft in sich und in der Welt Gesundheit und Reichtum.
Erstellt: 28.10.2010, 08:51 Uhr





