Erinnerung an Noah (1)
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Der Winter neigt sich dem Ende zu, und ich denke schon an den Sommer – auch jenen von 2007. Ich erinnere mich an damals: Als ich zur Arbeit fuhr, war der Himmel bereits ungewöhnlich dunkel. Es folgten starke Windböen und Regen – ein Gewitter.
Ich befand mich auf der Autobahn, als im Radio ein Unwetter mit starkem Wind, intensivem Regen und Hagel angekündigt wurde. Upps, dachte ich, die Hagelversicherung lässt grüssen.
Ich glaubte dem Wetter davonzufahren. Doch der Ausfahrt Wankdorf näher kommend, schien mir dies eher unwahrscheinlich. Rasend schnell wurde es noch dunkler, als ob der Weltuntergang bevorstünde. Ohne Licht lief nichts mehr. Der Gewitter- und Hagelsturm holte mich ein. Bei der Autobahnausfahrt angelangt, war ich mitten drin. Körner, so gross wie Haselnüsse oder gar Golfbälle, schlugen nieder. Sie traktierten Blech und Scheiben, als poltere ein Geist von überall gegen den Wagen.
Inzwischen war es so dunkel und die Wolken entleerten sich so intensiv, dass man sich in die biblische Sintflut von Noah zurückversetzt fühlte. Es war gespenstisch. Würde mir nun geschehen wie Noah 2000 vor Christus – und die Sintflut mich auf den nahen Bantiger spülen? Um dann nach 4000 Jahren im ausgehärteten Schlamm mumifiziert, noch in meinem KIA sitzend, im Rahmen von Ausgrabungen der Menschen aufgefunden zu werden?
Der Bantiger ist zwar nicht der 2500 Meter hohe Berg Ararat, wo die Arche Noah damals gestrandet sein soll. Trotzdem könnte es sein, dass ich dann sozusagen als der Bantiger-Ötzi in die Geschichte eingehen würde. Tolle Aussichten.
Verschiedene Hageldellen auf Motorhaube und Dach blieben mir, als der Spuk so schnell, wie er gekommen, auch schon wieder vorbei war.
Erstellt: 15.03.2011, 16:56 Uhr





