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Die heutige Jugend (10)

Aktualisiert am 18.01.2011

52 Prozent unserer Online-User haben dafür gestimmt, dass Samuel Schmid weiterschreiben soll.

<b>Samuel Schmid,</b> Huttwil

Samuel Schmid, Huttwil
Bild: zvg

Artikel zum Thema

Keine Abstimmung

Weil die maximale Anzahl Kolumnen auf 10 beschränkt ist, verabschieden wir uns heute von Samuel Schmid. Wir danken für die tolle Performance.
Nächsten Mittwoch stellen wir Ihnen eine neue Leserkolumnistin vor: Liliane Fischer aus Bern.

Möchten auch Sie eine Leserkolumne schreiben? Dann melden Sie sich doch per per Mail bei uns.
redaktion@bernerzeitung.ch

Noch eine Zeitungsmeldung über unhaltbare Zustände in einer Schulklasse. Einmal mehr stören einzelne pseudocoole Möchtegern-Bubis den Unterricht dermassen, dass ein normaler Schulbetrieb nicht mehr möglich ist. Problematisch finde ich, wenn nach solchen Meldungen alle Jugendlichen in den gleichen Topf geworfen werden. Man hört dann, die heutige Jugend sei verweichlicht, kenne keinen Anstand mehr, könne nicht mehr anpacken. Es gibt aber immer noch junge Menschen, die Freude machen. Darüber berichtet die Presse aber kaum.

Zwar sind einige am Montag-morgen oft müde und gähnen dermassen, dass bei offener Schranktür gleich Durchzug entsteht.

Zwar haben einige kein Interesse an Politik und meinen, ein Blocher sei nur im Putzschrank zu finden.

Zwar lärmen einige mit ihren Töfflis um die Häuser und meinen, die PS-Erhöhung verbessere auch ihren IQ.

Zwar haben einige Mühe mit Mathematik und meinen, Tangenten seien Grünzeug fressende Wasservögel.

Zwar schreiben einige so fürchterlich, dass sich später die Archäologen den Kopf zerbrechen werden über die nicht zu entschlüsselnde Schrift einer untergegangenen Kultur.

Zwar natelieren einige in fast jeder freien Minute und meinen, smsen gehöre wie atmen, essen und trinken zu den menschlichen Grundbedürfnissen. Zwar trauen sich einige kaum, vor einer Gruppe etwas vorzutragen und sie stottern wie Bü-Bü-Bünderfleisch.

Zwar haben einige riesige Lücken in der Rechtschreibung und es «giebt nicht fiele Vortschritte».

Trotz dieser Defizite ist es enorm bereichernd, mit fröhlichen, begeisterungsfähigen Jugendlichen zu arbeiten. Es ist toll, zu sehen, wie sie sich positiv verändern und zu farbigen Persönlichkeiten entwickeln. Da bleibe ich selber jung, auch wenn das meine Diskushernien anders einschätzen. Mail bei uns. redaktion@bernerzeitung.ch.

Erstellt: 18.01.2011, 16:09 Uhr

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