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Evelyn Gfeller, Bern (zvg)
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Eines war mir an diesem eher herbstlichen Sommermorgen klar, als ich mich zurücklehnte, bis meine Schultern den harten orangenen Warteraumsessel berührten, der bereits von weitem ungemütlich anmutete. Ich spürte das starke Verlangen, den verfrühten Wintereinbrüchen, Nebelschwaden und plötzlich einsetzenden Regengüssen den Rücken zu kehren, nahm einen kräftigen Schluck des brühend heissen Kaffees und schloss meine Augen. Im Nu entschwand ich in meine Gedankenwelt, weit weg vom kahlen Warteraum und dem tosenden Lärm, der durch die unterirdischen Gänge der Bahnhofunterführung hallte.
Für einen kurzen Augenblick gelang es mir sogar, meine endlos scheinende To-do-Liste zu vergessen, und ich malte mir in den schönsten Farben aus, wie es ist, frei jeglicher Verpflichtung zu sein. Langsam schwanden auch die Gedanken an meine überfüllte Mailbox, die vielen bevorstehenden Meetings und das damit verbundene flaue Gefühl in meiner Magengegend aus meiner Erinnerung.
Unsanft werde ich durch ein grelles Läuten aus meiner Trance gerissen. Hastig klemme ich mein Blackberry ans Ohr, gut zehn Augenpaare wenden sich mir zu und fixieren mich mit genervtem Blick. «Wann der Entwurf fertig ist?», wiederhole ich, peinlich berührt, und versuche zu lächeln. Zugegebenen: Der Versuch, in dieser Situation möglichst entspannt zu wirken, gelingt mir eher schlecht. Mir bleibt wohl nichts anderes übrig, als der Realität direkt ins Gesicht zu sehen: «Morgen früh hast du den Entwurf.»
Erstellt: 31.08.2010, 16:47 Uhr





