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Anti Aging (3)

Aktualisiert am 04.08.2010

In seiner dritten Kolumne macht sich unser Leser Peter Weibel (Bern) Gedanken über unsere Haltung zum Thema Altern. Dieser Text (siehe unten) hat unseren Leserinnen und Lesern weniger gut gefallen, als die beiden ersten Kolumnen. Weibel wurde mit 73% der Stimmen als Kolumnist abgewählt. Ab Mittwoch 4. August kommt deshalb in der gedruckten Ausgabe der BZ und auf bernerzeitung.ch ein neuer Leserkolumnist oder eine neue Leserkolumnistin zum Zug.

Leserkolumne

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Die Leserinnen und Leser haben jeweils die Möglichkeit zu voten, ob der Kolumnist oder die Kolumnistin in der Folgewoche weiterschreiben darf oder nicht.

Pro publizierte Kolumne gibt es ein Honorar von Fr. 100.-

Peter Weibel, Bern (Bild: zvg)

Artikel zum Thema

Ich weiss nicht genau, wer das Wort zuerst in die Welt gesetzt hat, vielleicht ein Schönheitschirurg, vielleicht ein Kosmetikzweig der Pharmaindustrie, aber das Wort ist da, und manchmal wird man gerade die bösesten Worte nicht mehr los: Gegen-Altern – alt sein, aber nicht alt scheinen. Und es kann ja verlockend sein, das eigene Altern mit Kunstgriffen wegzutäuschen, es muss nicht immer so übertrieben daherkommen wie beim Ministerpräsidenten unseres südlichen Nachbarlandes, bei dem ich das Gefühl habe, dass der Falten-Kahlschlag nur noch ein verzerrtes Lachen, aber keine Trauer mehr zulassen kann.

Aber das Wort ist da, und ich befürchte, dass es weit über die Kosmetikbranche hinaus Zeichen setzt. Gegen-Altern, Nicht-Altern – es ist schwierig geworden, alt zu sein in einer Zeit, in der immer mehr Menschen alt werden, ohne alt sein zu wollen, in einer Welt, die immer jünger werden will und auch immer schöner. Und immer mobiler. Die Senioren, die mit Lederjacke und Töff über den Grimsel brausen, weil auch die Jungen es tun, sehen nicht jünger aus, aber die Junggeglaubten wirklich alt.

Der grosse Dichter aus Niederbipp, der sehr alt werden durfte, und er war dankbar dafür, hat für sein Altern keinen Töff gebraucht, und auch kein Surfbrett, er ist immer in seinem Dorf geblieben. Er hat schreibend die ganze Welt in sein Dorf hereingeholt, er hat das Dorf zur Mitte der Welt gemacht, die Lindenbäume, die Hyazinthen, die Dorfmenschen. Und in seinen Augen, in seinem Gesicht mit den wunderbaren Falten ist der Schalk, ist das alterslose Lächeln auch nie verschwunden.

Erstellt: 20.07.2010, 18:10 Uhr

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