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«Schlamperei auf der Post»

Aktualisiert am 20.12.2011

Der Tod eines engen Angehörigen belastet eine Familie schwer. Wenn dann noch so ein Fauxpas der Schweizerischen Post dazu kommt, wird es umso schwieriger. Nach dem Tod des Vaters meiner Partnerin verfassten wir rund 120 Trauerkarten mit dem Hinweis auf die Beerdigung von heute Dienstag.

Die neutralen Couverts schrieben wir von Hand an und klebten auf jedes einzeln eine A-Post-Briefmarke. Am Freitag, 16.Dezember, kurz vor 14.30 Uhr brachten wir die Couverts zur Berner Hauptpost im City-West an den Schalter. Erstaunt waren wir am Samstag, als wir vernahmen, dass offenbar niemand eine Karte erhalten hatte. Auch gestern Montag war keine einzige Karte angekommen. Wir begaben uns gestern gegen 11.30 Uhr extra noch einmal an den Schalter, wo uns zuerst versichert wurde, dass die Karten abgeschickt worden seien. Weil wir darauf bestanden, dies zu überprüfen, schaute eine Mitarbeiterin in den hinteren Räumen der Post nach. Und tatsächlich: Dort stand die Kiste mit allen 120 nicht verschickten Trauerkarten. Als Kunde der Post bin ich extrem enttäuscht von diesem Vorgehen. Jean Stalder, Bern

Oliver Flüeler, Leiter Medienstelle der Schweizerischen Post, nimmt dazu wie folgt Stellung: «Wir bedauern die Erfahrungen der leidgeprüften Familie mit der Post sehr, welche ihr in dieser schweren Zeit aufgrund eines Missverständnisses in unseren Reihen widerfahren ist. Wir haben gestern in Absprache mit der Trauerfamilie alles unternommen, damit die Angehörigen und Bekannten rechtzeitig über die Trauerfeier von heute informiert sind. Leider wurden die im Philatelieshop in neutralen Couverts abgegebenen Briefe als Weihnachtspost erfasst, welche in den kommenden Tagen mit dem bekannten und begehrten Betlehem-Stempel zu versehen sind. Wir sprechen der Trauerfamilie unser Beileid aus, wünschen ihr viel Kraft und bitten sie um Entschuldigung für das Missverständnis.»

Erstellt: 20.12.2011, 08:57 Uhr

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