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Sammler und Weltenbummler

Von Louis Schornoz. Aktualisiert am 20.04.2011

Leserporträt: Der Berner Martin Saurer unternimmt seit 40 Jahren regelmässig Auslandreisen. Als Trophäen bringt er Souvenirs mit, am liebsten Autonummernschilder.

Sammelleidenschaft: Martin Saurer und seine Autoschilder aus aller Welt.

Sammelleidenschaft: Martin Saurer und seine Autoschilder aus aller Welt.
Bild: Susanne Keller

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Wer von uns kennt den verlockenden Gedanken nicht und möchte ab und zu gerne mal ausbrechen und sein Glück in der Ferne (ver)suchen? Der 56-jährige Martin Saurer aus Bern lebt seit langem nach diesem Prinzip. Bereits in jungen Jahren standen zahlreiche Ausflüge in andere Schweizer Kantone auf seinem Programm. Martin Saurer wohnt in Wittigkofen am Rande der Stadt Bern. Er lebt mit seiner Freundin Monika Pulver in einer Wohnung im 16.Stock eines Hochhauses. Beruflich ist er als Büromitarbeiter bei der SBB-Verwaltung tätig. Mehrmals im Jahr fährt der Weltenbummler in den Urlaub.

«Das nächste Mal bereise ich 14 Südsee-Inseln in 31 Tagen», sagt Martin Saurer. Während er von seinen Ferienplänen erzählt, ist ihm die Vorfreude anzusehen. Jeden Tag arbeitet er dafür, dass er ein Land ums andere kennen lernen kann. Für diese Leidenschaft investiert Martin Saurer denn auch den grössten Teil seines Einkommens.

Der Erzähler sitzt am Tisch in der getäferten Stube. Wo man hinblickt ist die Wohnung mit Mitbringseln und Erinnerungsbildern aus aller Welt ausgeschmückt. Es sind wichtige und weniger wichtige Details aus der ganzen Welt. Darunter befinden sich Fahrradwimpel, Bilder, Vasen, Tassen, Zugbillette, Dosen, Instrumente und Postkarten.

Leben im Jetzt

Martin Saurer unternimmt heute mehr als früher viele Touren zu Fuss, weil er sich dem ökologischen Zeitgeist anpassen und die Umwelt schonen möchte. «Heute vermeide ich so oft, wie es geht, das Fliegen und versuche beispielsweise mit dem Zug ans Ziel zu gelangen.»

Er erzählt von Wandererlebnissen in den Wüsten Afrikas oder in den Wäldern Papua Neuguineas. Auf diese Weise erlebe er die Landschaften von ganz nah. Die Erfahrungen, die er dabei macht, sind für ihn wichtiger als das Anhäufen von finanziellem Reichtum. Er lebe im Jetzt und spare nicht nur für die Zeiten, in denen er einmal alt sein werde. Martin Saurer: «Geld habe ich noch keines, aber auf Reisen war ich schon in jungen Jahren, und zwar seit 1971.» Seine Reisefreude teilt er mit seiner Partnerin Monika Pulver. Sie begleitet ihn so oft wie möglich. Einfach dorthin, wo es gemäss ihr nicht zu anstrengend wird.

In seiner Freizeit ist der Weltenbummler mit der Organisation der nächsten Reise beschäftigt. Er muss Formalitäten abwickeln, sich um Bewilligungen und sein Gepäck kümmern. Durch diese Planung geht ein Teil der Spontanität verloren. Jedoch findet er diese wieder, wenn er unterwegs ist.

130 Staaten besucht

Martin Saurer sammelt auch Autonummernschilder. Dies ermöglicht ihm spannende Begegnungen mit den Leuten vor Ort. Es entstehen einmalig interessante Kontakte, besonders dann, wenn er ein begehrenswertes Exemplar sein Eigen nennen möchte.

Im Schlafzimmer hängen mittlerweile 80 Unikate aus Russland, Burma und China – Autoschilder, die an die 130 Staaten erinnern, welche er bisher besucht hat. Wer sich gerne von Saurers Reisefieber anstecken lassen möchte, findet dazu eine Art Anleitung in einem von ihm selbstverfassten Artikel im Quartierblatt von Wittigkofen: «Fangen Sie klein an. Sammeln Sie zuerst Erfahrungen in der Schweiz und dann in Europa...!» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.04.2011, 17:29 Uhr

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