BZ-Forum

Ihre kleine Insel in der Aare

Esther Iselis Lieblingsplatz ist eine kleine Insel mitten in der Aare. Der tägliche Spaziergang dorthin entlang des Flussufers ist für die sogenannte Land-Art-Künstlerin eine Entdeckungstour inmitten der Tier- und Pflanzenwelt.

Hier ist Esther Iseli am liebsten: Die kleine Insel in der Aare bei Bremgarten bietet ihr Ruhe und auch Platz, gestalterisch  zu Arbeiten.

Urs Baumann

Noch eine Insel? Land-Art aus Moos und weissen Steinen.

Noch eine Insel? Land-Art aus Moos und weissen Steinen. (Bild: Urs Baumann)

Wie weiter? Das Ende der Steinschlaufe ist noch offen.

Wie weiter? Das Ende der Steinschlaufe ist noch offen. (Bild: Urs Baumann)

An der Aare: Erholungsgebiet und Ort für Entdecker.

An der Aare: Erholungsgebiet und Ort für Entdecker. (Bild: Urs Baumann)

Vom Aareufer aus betrachtet, scheint die Ansammlung von Geröll mitten im Flussbett nichts Besonderes zu sein. Esther Iseli sieht das anders. Für die 49-Jährige ist die kleine Insel bei Bremgarten nahe der Fähre Reichenbach zum Lieblingsplatz geworden. Hier findet sie Ruhe oder kann mit Steinen und Moos gestalterisch wirken. Bei tiefem Wasserstand ist die Insel vom Ufer aus begehbar. Wer nun genau hinsieht, entdeckt, dass jemand mit weissen oder grauen Steinen Kreise ausgelegt hat. Das war Land-Art-Künstlerin Esther Iseli. Sie ist es auch, die den ausgewaschenen Baumstamm in der Mitte der Insel immer wieder aufs Neue mit Steinen dekoriert.
Dem Wasser lauschen
Eigentlich erstreckt sich der Lieblingsplatz von Esther Iseli bis vor ihre Haustüre in der Aeschenbrunnmatte. Von hier gelangt man über verschiedene Feldwege in wenigen Minuten hinab ans Aareufer. Fast täglich joggt oder spaziert sie in diesem Gebiet, oft zusammen mit ihrem Mann oder den beiden Söhnen. Es geht vorbei an Mais- und Rapsfeldern, die gelb und grün leuchten oder brach liegen. «Hier kann man die Jahreszeiten der Landwirtschaft miterleben», sagt sie. Am Flussufer angekommen, wird der Weg von Haselsträuchern gesäumt. Und etwas weiter blöken in einem Gehege schwarze und weisse Schafe. Es ist ein beliebter Ort für Spaziergänger, Hundehalter und Jogger. Im Sommer kommen Badegäste her, und es werden Grillfeste gefeiert. In der kalten Jahreszeit, so scheint es, überwiegt die Stille. «Falsch», sagt Esther Iseli und bleibt stehen. «Ich lausche gerne dem Wasser. Je nach Strömung klingt es anders.» Esther Iseli hält sich gerne draussen in der Natur auf. Besonders angetan ist sie von der Flusslandschaft. Ihr gefallen die Sandsteinhänge und die wechselnden Farben des Laubes. Der Herbst sei hier am Ufer besonders schön, «wenn sich die Blätter im Wasser spiegeln, schimmert die Aare goldig», sagt sie.

Warten auf die Schwalben
Der Weg entlang des Wassers ist teilweise schmal und von Büschen überwachsen. Er führt vorbei an einem Winterplatz für Schwäne. Blickt man während des Spaziergangs auf die gegenüberliegende Seite, so entdeckt man ab und zu einen Fischreiher. In diesem Gebiet verbringen die Schwalben den Sommer. Esther Iseli fühlt sich den Zugvögeln eng verbunden. «Sie reisen auch gerne in den Süden, wie ich.» Mit ihrer Familie hat sie bereits zwei Weltreisen unternommen. Ihren Lieblingsplatz hat sie sich aber in der Heimat ausgesucht. Wenn Esther Iseli das Fernweh packt, dann gibt es an der Aare, nahe ihrer kleinen Insel, eine Stelle, wo im Sommer das Wasser türkis und glasklar scheint – «wie in der Karibik».

Der Weg: Übers Feld ans Ufer
Der Lieblingsplatz von Esther Iseli am Aareufer bei Bremgarten ist bequem mit dem ÖV zu erreichen. Ab Bahnhof Bern mit der RBS bis Worblaufen. Von hier führt der Bus Richtung Seftau bis zur Haltestelle Aescherbrunnmattstrasse oder Oeschenweg. Von hier führen Feldwege Richtung Aareböschung und dann weiter hinab ans Ufer.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.03.2010, 09:01 Uhr

Umfrage

Braucht es wegen Facebook, Google und Co. einen besseren Datenschutz?