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«Eine unterschätzte Kunstform»

Von Michael Bucher. Aktualisiert am 17.05.2011

Fredi Stettler vom Pontonierfahrverein wünschte sich letzte Woche (Ausgabe vom 7. Mai) in der Serie "Mein Verein" einen Bericht über einen Tambourenverein.

Mehrere Male im Jahr  zeigen die Trommler des Tambourenvereins Bern  ihr Können, wie hier auf dem Kornhausplatz. Immer mit dabei: Vereinspräsident Adrian Steck aus Gümligen (Zweiter von rechts).

Mehrere Male im Jahr zeigen die Trommler des Tambourenvereins Bern ihr Können, wie hier auf dem Kornhausplatz. Immer mit dabei: Vereinspräsident Adrian Steck aus Gümligen (Zweiter von rechts).
Bild: zvg

Wir alle haben sicher schon einmal, wenn wir bei einem Musikumzug einen Trommler beobachteten, gedacht: Das könnte ich sicher auch. Ist ja nicht so schwierig. An dieser Stelle würde Adrian Steck vehement widersprechen. «Das Trommeln ist eine musikalische Kunstform, die stark unterschätzt wird», würde er uns belehren. Er muss es wissen, so war er 13 Jahre lang als Tambour bei der Knabenmusik Bern aktiv. Mittlerweile ist aus dem kleinen Trommler ein leidenschaftlicher und erfolgreicher Tambour beim Tambourenverein Bern (TVB) geworden. Seit einem Jahr ist der 27-Jährige zudem Präsident des Vereins.

Akademiker und Bauarbeiter

Dem Verein haftet ein beachtlicher Superlativ an: Mit dem Gründungsjahr 1880 ist der TVB der älteste Tambourenverein in der Schweiz. 28 Aktivmitglieder – davon nur gerade eine Frau – frönen dabei der traditionellen Trommelkunst. Das Durchschnittsalter beträgt junge 34 Jahre – vom Akademiker bis zum Bauarbeiter ist alles dabei. Die Tambouren zeigen mehrere Male im Jahr auf Plätzen in der und um die Stadt Bern ihr Können. Das nächste Mal zum Beispiel am 28.Mai am Promenadenkonzert im Rosengarten in Bern. Der Verein trommelt aber nicht nur fröhlich in der Gegend herum, sondern misst sich auch bei Tambourenwettspielen mit anderen Formationen. Den grössten Erfolg verbuchten die Berner mit einem hervorragenden 7.Rang im Sektionswettspiel der höchsten Stufe am Eidgenössischen Tambouren- und Pfeiferfest 2010 in Interlaken. «Angesichts der überragenden Konkurrenz fühlte sich das wie ein Sieg an», sagt Adrian Steck stolz.

Fondue-Höck und Skiplausch

Neben Wettspielen und wöchentlichen Proben darf natürlich auch bei den Berner Tambouren das sogenannte «Teambuilding» nicht zu kurz kommen. Hierfür findet vor Weihnachten ein Fondue-Höck statt, und im Verlauf des Januars steht ein Ski- und Schlittelplausch auf dem Programm. «Neumitglieder sind bei uns immer willkommen», sagt Adrian Steck. Der gelernte Servicetechniker aus Gümligen warnt jedoch nochmals vor einer allzu nonchalanten Haltung: «Welchen Aufwand an Selbstdisziplin und Konzentration es benötigt, um nur schon die Grundlagen zu beherrschen, sind sich die wenigsten bewusst.» Denn es brauche ungefähr zwei Jahre Ausbildung, um einen einfachen Marsch korrekt trommeln zu können.

Weitere Infos für Interessierte unter www.tambourenvereinbern.ch.

Adrian Steck möchte nächstes Mal etwas über den Tramverein Bern lesen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.05.2011, 11:11 Uhr

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