BZ-Forum

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Ein Leben für den Tierpark Dählhölzli

Aktualisiert am 02.12.2011

Nein, ein Lieblingstier hatte er nicht. Der pensionierte Tierparkinspektor Fred Sommer liebte das Dählhölzli immer als Ganzes.

Man darf eigentlich gar nicht erzählen, was ich ursprünglich gelernt habe», sagt der pensionierte Tierparkinspektor Fred Sommer aus Wabern mit einem Schmunzeln. Eine Metzgerlehre wars, die er nach der Schule auf Geheiss des Vaters absolvierte. «Widerwillig», wie er betont. Dabei träumte er, der ganz in der Nähe des Tierparks aufwuchs, schon als junger Bursche davon, im Dählhölzli zu arbeiten. Seine Grosseltern hatten einen Pflanzblätz gegenüber dem Park. Und sein Grossvater war es schliesslich auch, der ihn nach der Stifti dazu ermunterte, sich doch dort für eine Stelle zu bewerben. So begann er 1957 als Hilfspfleger im Bärengraben und im Dählhölzli zu arbeiten.

«Ein Traumjob» Nach einigen Jahren wurde Sommer zum Oberpfleger und noch etwas später zum Inspektor befördert. In dieser Funktion war er zuständig für die Tierpflege im ganzen Park. Zur Freude an den Tieren kam das Interesse an organisatorischen Aufgaben und am Kontakt mit dem Publikum. Die Kombination all dieser Tätigkeiten war für ihn «ein Traumjob». Obwohl die Arbeit nicht immer ein Honigschlecken war. Häufig musste er bei Wind und Wetter im Tierpark antraben. Beispielsweise dann, wenn eine Geburt anstand oder ein Tier krank war. Er ist darum seiner Frau «heute noch dankbar», dass sie stets zu ihm und seiner Passion stand.

Reisen und Zoobesuche In seiner Zeit im Tierpark fanden grosse Veränderungen statt. Musste ein Tier zum Transport eingefangen werden, ging das früher zu «wie im Wilden Westen». «Narkosemittel kannten wir noch nicht», erzählt Fred Sommer. Futter und Medikamente wurden selbst gemischt, vieles musste einfach ausprobiert werden – beispielsweise, wie ein Zaun beschaffen sein muss, um Luchse am Ausbrechen zu hindern. Fünf verschiedene Luchsgehege hat Sommer in seiner Zeit im Dählhölzli erlebt. Dass die Tiere heute allgemein viel mehr Auslauf haben, freut ihn. Denn: «Ein Luchs läuft in freier Wildbahn von Habkern an die Lenk in zwei Tagen.» Sein Beruf brachte Sommer auch ins Ausland. So besuchte er in Zusammenhang mit einem Tiertransport vor 40 Jahren die damalige DDR. Sein grosses Tierwissen half ihm zudem, wenn er kantonale Beamte bei der Wildtierkontrolle begleitete. Seit seiner Pensionierung reist der 76-Jährige regelmässig und besucht Zoos. Und mit seiner stattlichen Dia-Sammlung organisiert er Altersnachmittage. Für seine fünf Enkel war der «Grossvater vom Tierpark» natürlich etwas Einmaliges. «Aber die sind unterdessen bereits flügge», sagt Sommer. Sein reicher Erinnerungsschatz aus mehr als 50 Jahren ist für das Dählhölzli auch heute noch wichtig. Er ist dort ein gern gesehener Gast. Und für die Jubiläumsschrift zum 75-jährigen Bestehen des Tierparks Dählhölzli im kommenden Jahr wurde er bereits für einen Beitrag angefragt. This Fetzer Fred Sommer hat ein Buch über seine Zeit als Tierparkinspektor geschrieben: «Es Läbe für ds Dählhölzli: Erinnerige vom Tierparkin-schpäkter». Erhältlich im Buch-handel.

Erstellt: 02.12.2011, 13:54 Uhr

Umfrage

Waren Sie schon mal in einem Pfingstlager?





Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

WERBEN SIE ONLINE

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie gerne.