Wer ist Remo Jordi?
Von Andreas Seiler. Aktualisiert am 18.10.2010
Locker, mit Jeans und Hoodie bekleidet, tritt der junge Mann ins Coiffeurgeschäft «cm.» von Christian Moser am Hirschengraben 2. Er stellt sich als Remo vor, Remo Jordi aus Bern, 25 Jahre alt. Jeweils nach zwei Wochen müsse er seine Haare schneiden lassen. Sie seien ab einer gewissen Länge am Morgen nicht mehr zu bändigen.
Auffällig an Remo Jordi sind seine speziellen Piercings: Metallknöpfe in der Ober- und Unterlippe, in der Nase ein stacheliger Zylinder und ein glänzendes, längliches Stäbchen im Ohr. Für ihn sind dies Schmuckstücke für den individuellen Touch. Sie haben keine grössere Bedeutung. Sie gefallen ihm einfach. «Darauf werde ich oft angesprochen, oder fremde Leute schauen mich an. So komme ich vermehrt in Kontakt mit meiner Umwelt.»
Als er bei seinem Vater wohnte – die Eltern leben seit seinem achten Lebensjahr getrennt –, habe ihm dieser verboten, Löcher in seinen Körper zu stechen. Dies änderte sich jedoch, als er mit 17 Jahren zu seiner Mutter zog. «Ihr hat das nichts ausgemacht», meint er, «deshalb sind mit den Jahren immer mehr dazugekommen.»
Remo Jordi ist kein Typ, der aneckt. Der Berner erzählt offen und herzlich von seinem frisch begonnenen Studium in Winterthur: Wirtschaftsrecht. Er hat in dieser ersten Woche, der Informationswoche, bereits ein paar Kontakte zu «sympathischen Leuten» knüpfen können.
Der Werkstudent – er arbeitet zu 60 Prozent im Büro einer Rechtsschutzversicherung – ist überzeugter Pendler. Bern gehöre zu seinen Wurzeln, führt er stolz aus. Sein Grossvater sei sein Leben lang hier Tramchauffeur gewesen, seine Eltern beide in der Stadt Bern aufgewachsen. Die Freizeit verbringt Remo Jordi mit Kolleginnen und Freunden. Oft ist er im Berner ISC Club anzutreffen. Musik aus den 80er-Jahren kann ihn begeistern, allerdings ohne dass er dazu tanzt. «Ich bin ungelenkig, nicht unsportlich, aber ich stehe lieber mit einem Bier an der Bar.»
Und er schaut gerne Horrorfilme. «Die haben mir selten Albträume verursacht. Jedenfalls musste ich aus Angst noch nie jemandem telefonieren, weil ich nicht alleine schlafen konnte», erklärt er lachend. Er lebt in Bern in seiner eigenen kleinen Wohnung und schaut die Filme meist mit einer guten Freundin, die im selben Haus wohnt. «Das ist wie in einer WG. Nur dass jeder seine eigenen vier Wände hat.» Seine Unabhängigkeit ist ihm ein wichtiges Element im Leben.
Besten Dank an: Christian Moser vom Coiffeur «cm.». (www.cm-hairstylist.ch) (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.10.2010, 12:50 Uhr



