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Wer ist Pamela Schranz?

Von Andreas Seiler. Aktualisiert am 23.11.2010

Sie ist 21 Jahre jung und sitzt bei Tanja Schwertfeger vom Salon haar-werk.ch in Ostermundigen «wie we nüt wär» auf dem Coiffeurstuhl: Pamela Schranz.

Pamela Schranz und Tanja Schwertfeger.

Urs Baumann

Pamela Schranz kommt ursprünglich aus Freimettigen und hat ihre Lehre als Kauffrau im alten Betreibungsamt in Schlosswil abgeschlossen. Heute arbeitet Pamela Schranz in Ostermundigen im neu zusammengelegten Betreibungsamt Bern-Mittelland. «Erst dachte ich, wenn das Amt so viel grösser wird, könnte ich mich verloren fühlen. Aber das ist nicht der Fall», meint sie ernst. «Ich habe es sogar viel besser als vorher in der Lehre. Wir sind ein Superteam hier an der Poststrasse.» Mit diesem Ortswechsel hat sie gleichzeitig auch ihre Wohnsituation verändert. Vorher noch in ihrem Elternhaus zu Hause, fand sie im Juni vor einem Jahr ihre eigenen vier Wände in Bern. «Die Einrichtung habe ich zusammen mit meiner Mutter bei Ikea gekauft. Nur mein Bett hatte ich schon. Und dies ist mein Lieblingsstück im Haus.» Die grosse Liegewiese sei meist mit gemusterten Duvetanzügen bestückt. Das bringe Farbe ins Schlafzimmer. «Ich geniesse es, alleine eine Wohnung zu haben. Ich bin sehr ordentlich. Deshalb hätte ich Mühe, selbst mit meiner besten Freundin zusammen zu wohnen.» Ihre Arbeit beim Betreibungsamt ist anspruchsvoll und nicht ganz einfach. «Ich bearbeite die Pfändung nach einer Betreibung eines Kunden. Der Moment, an dem unseren Kunden mitgeteilt wird, wie und was von uns gepfändet werden muss – das ist mein Job.» Und alles Administrative dahinter gehört ebenfalls dazu. «Man darf sich nicht zu viele Gedanken über das Schicksal der Leute machen. Sonst kannst Du diesen Job gar nicht mehr machen», sagt Pamela Schranz. Da müsse sie Grenzen ziehen. Sie könne ja doch nichts an der Situation ändern. Die heile Welt erlebte Pamela Schranz in ihrer Kindheit in Freimettigen. Mit ihren Eltern und Geschwistern wuchs sie glücklich und bürgerlich im Hause ihres Grossvaters auf. Das Bauerndorf verlor jedoch für Pamela Schranz, je älter sie wurde, an Reiz. Nach der Sekundarschule in Konolfingen wurde ihr bewusst, dass sie sich nach mehr städtischem Leben sehnte. «Ich wollte weg vom Land, wo es mehr Kühe als Menschen gibt.» Heute ist sie oft in den Lauben von Bern beim Shoppen anzutreffen und gibt dabei mehr Geld aus, als ihr lieb ist. Aber sie sei kein Markenjunkie, betont sie: «Ich kaufe lieber zehn billige T-Shirts von H&M als ein teures von Adidas.» Die Stadt Bern ist Pamela Schranz’ erster Schritt in die Ferne. Ihre Wunschdestination heisst Amerika.

Mit bestem Dank an: Tanja Schwertfeger und Doris Lucaroni vom Coiffeurgeschäft haar-werk.ch AG in Ostermundigen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 14.11.2010, 14:18 Uhr

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